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Brandanschlag

Pizza und Blumen: Kirche bedankt sich bei Helden

Die evangelische Kirchengemeinde musste vor einer Woche mal kurz durchschnaufen, als es einen Brandanschlag auf ihre Stadtkirche gab. Gestern dankte sie ihren Helden, die sehr schnell eingegriffen haben.

Zufrieden, dass der Brand so schnell gelöscht werden konnte (v.l.): Silvia Reuschlen, Pfarrer Rüdiger Schard-Joha und Nick Nitsche. Foto: Holm Wolschendorf
Zufrieden, dass der Brand so schnell gelöscht werden konnte (v.l.): Silvia Reuschlen, Pfarrer Rüdiger Schard-Joha und Nick Nitsche. Foto: Holm Wolschendorf

Marbach. Es müssen dramatische Minuten gewesen sein. Eine Frau bemerkt einen Brand an der Stadtkirche in Marbach und alarmiert die Feuerwehr. Es kommt dann noch zufälligerweise ein junger Mann vorbei. Auch er bemerkt den Brand, dann reagiert er geistesgegenwärtig, klettert über den Bauzaum gleich nebenan, holt einen Plastikeimer, füllt ihn mit Wasser vom nahegelegenen Brunnen in der Marktstraße und löscht damit die inzwischen zwei Meter hohen Flammen.

So hat sich das Geschehen in der Nacht von Freitag auf Samstag vor einer Woche abgespielt. Der Feuerteufel hat in der gleichen Nacht noch ein Wohnhaus gleich um die Ecke angezündet und einen Brandsatz auf die Polizeiwache geworfen. Die evangelische Kirchengemeinde wollte sich gestern mit zwei kleinen Geschenken bei den beiden Ersthelfern bedanken. Silvia Reuschlen erhielt einen Blumenstrauß und Nick Nitsche einen Gutschein für eine Pizza.

„Sie haben schnell und richtig reagiert. Damit haben sie größeren Schaden verhindert“, so der evangelische Pfarrer Rüdiger Schard-Joha. Denn der Brandstifter war in dieser Nacht offensichtlich auf Krawall gebürstet. „Ich bin nachts mit dem Hund raus. Als ich hier runter lief, kam mir kurz zuvor ein Mann entgegen. Das war er wahrscheinlich. Da hatte er bereits das Wohnhaus und die Kirche angezündet“, erzählt Silvia Reuschlen. Als sie das Feuer sah, sei sie zurück nach Hause in die Marktstraße und habe die Feuerwehr alarmiert. Dann sei sie zurück zum Feuer geeilt.

Auch Nik Nitsche war in dieser Nacht unterwegs: „Ich wollte mir Zigaretten holen und habe mich mit dem Fahrrad auf den Weg gemacht. Als ich das Feuer sah, war klar, dass ich handeln musste.“

Der Brandsatz war gegen den Haupteingang der Kirche geworfen worden. Die Holztüre zur Stadtkirche stand bereits in Flammen. Durch das beherzte Eingreifen war der Schaden glücklicherweise nur gering.

„Wir sind froh, dass Sie so schnell gehandelt haben. Uns blieb daher das Schicksal von vor über 300 Jahren erspart. Damals ist die Kirche komplett ausgebrannt“, sagte Pfarrer Schard-Joha.

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