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Planung für ersten Radschnellweg im Kreis kann beginnen

Der erste Radschnellweg im Kreis könnte von Ludwigsburg über Remseck nach Waiblingen führen. Beide beteiligten Landkreise wollen gemeinsam in die Planung einsteigen, deren Federführung dem Rems-Murr-Kreis obliegt.

Bereits seit fast einem Jahr gibt es den Radschnellweg Böblingen-Stuttgart. Foto: C. Schmidt/dpa
Bereits seit fast einem Jahr gibt es den Radschnellweg Böblingen-Stuttgart. Foto: C. Schmidt/dpa

Ludwigsburg/REMSECK. Gibt es in ein paar Jahren fünf Radschnellwege durch und in den Kreis Ludwigsburg? Nach ersten Zwischenergebnissen von Machbarkeitsstudien, bei denen der Landkreis Ludwigsburg die Federführung hat, bietet besonders die Route Bietigheim-Tamm-Ludwigsburg-Stuttgart ein hohes Potenzial von bis zu 9000 Radfahrern am Tag. Die Studie selbst soll in Kürze vorliegen, ebenso wie die für den potenziellen Radschnellweg Vaihingen-Schwieberdingen-Stuttgart.

Im Fall der Strecke Ludwigsburg-Remseck-Waiblingen sind die hier zuständigen Planer im Rems-Murr-Kreis einen Schritt weiter als ihre Kollegen in Ludwigsburg, das Gutachten liegt bereits vor: Einem Radschnellweg auf der knapp 15 Kilometer langen Verbindung bescheinigt es ein Potenzial von mindestens 2100 Radlern täglich, auf dem ersten Abschnitt in Ludwigsburg werden schon jetzt 4500 Radfahrer gezählt. Außerdem hat das Land die Förderfähigkeit des Projekts bestätigt, weswegen der Rems-Murr-Kreis die Förderung beantragt hat und nun in die konkrete Planung einsteigen will. Denn noch steht die Trasse nicht fest, die Kosten der favorisierten Variante sollen – vor allem wegen des Gefälles zwischen Remseck und Hegnach – bei gut 31 Millionen Euro liegen. Bund und Land fördern Radschnellwege mit bis zu 87,5 Prozent der Kosten, womit die beiden Landkreise und die drei beteiligten Städte zusammen noch knapp vier Millionen Euro stemmen müssten.

Besonders der CDU war bei dieser Aussicht nicht behaglich, allein die fälligen Planungskosten kommen für den Kreis nämlich auf 200 000 Euro. Deshalb, so beantragte es Löchgaus Bürgermeister Robert Feil namens der Union, solle man vor dem Einstieg in die konkrete Planung zuerst versuchen, das erwartete Potenzial des Radschnellwegs noch um 400 Radler zu erhöhen. Der Hintergedanke: 2500 Radfahrer sind die Schwelle, bei der das Land nicht nur fördern, sondern selbst – anstelle der Kreise und Kommunen – als Baulastträger einsteigen und ihnen damit neben den Planungs- und Bau- auch die späteren Unterhaltungskosten abnehmen könnte.

Bei den übrigen Fraktionen und der Kreisverwaltung indessen kam dieser Vorschlag nicht gut an. Erstens weil die Neuberechnung möglicher Radfahrer-Potenziale viele Faktoren berücksichtigen müsste und daher kaum innerhalb einiger Wochen zu schaffen wäre, zweitens wegen des Risikos, ein stehendes Projekt möglicherweise so noch zu gefährden. Feil beeilte sich daher zu erklären, dass die Christdemokraten die Planungen nicht blockieren wollten.

Zwei Aussichten erleichterten es ihnen letztlich, wie die anderen Fraktionen auch für den umgehenden Planungsbeginn zu stimmen. Erstens könnten sich bei der konkreten Trassenplanung sowohl ein höheres Potenzial als auch niedrigere Kosten ergeben. Und zweitens, so Landrat Dietmar Allgaier, sei es zumindest eine Option, den teuren Anstieg von Remseck und Hegnach gemeinsam mit einer Schnellbusspur nach Waiblingen zu planen und bauen. Die Kosten trüge auch dann das Land – eine Aussicht, die besonders Remsecks Erstem Bürgermeister Karl-Heinz Balzer (FWV) gut gefiel.

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