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Verkehr

Post-Betreiber markiert Fläche selbst

Noch keine Lösung für Parkplatzproblem – Stadt und Post über Teilung der Kosten nicht einig

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Der Betreiber der Post-Agentur in Marbach hat sich selbst beholfen und mit weißer Farbe ein P auf die Fläche vor dem Gebäude aufgesprüht. So finden die Besucher die Stellplätze leichter.Foto: Holm Wolschendorf

Marbach. Sven Kettner hat einfach selbst zur Spraydose gegriffen und die große Fläche vor der Postagentur als Parkplatz mit einem weißen P markiert: „So erkennen die Besucher die Fläche als Parkplatz“, erklärt er. Sonst erzielten die Stadt Marbach und die Deutsche Post noch keine Einigung zur Parkplatzproblematik.

Zur Erinnerung: Die Postagentur liegt an der vielbefahrenen Güntterstraße in Marbach, seitlich sind zwar städtische Parkplätze angeordnet, aber die reichen oft nicht aus. Wer „geschwind“ zur Post möchte, hat ein Problem. Auf dem Platz vor der Agentur können zwar zwei Autos hintereinander parken, der Vordere kann schlecht ausparken, wenn einer hinter ihm steht, da vor ihm eine Hauswand ist. „Der Parkplatz ist nicht für Dauerparker gedacht, meistens muss man nur kurz warten, bis der andere kommt. Die Besucher arrangieren sich“, erklärt Kettner. Bürgermeister Jan Trost bestätigt auf Nachfrage der LKZ, dass noch keine Einigung erzielt werden konnte.

In einem Gespräch mit Grundstückseigentümerin und Deutscher Post hatte die Stadt betont, dass es eine „sinnvolle Lösung“ sei, eine Kurzzeitparkzone einzurichten und den Bordstein abzusenken, so dass die Autofahrer nicht so viel im Gehwegbereich rangieren müssen. Eine Kostenschätzung in Höhe von 7000 Euro habe man der Post geschickt, bisher aber keine Antwort erhalten. „Wir sind nicht der Nutznießer dieser Maßnahme“, erklärt Trost, warum sich die Stadt zwar an den Kosten beteiligen, sie aber nicht voll übernehmen möchte. Um die Situation zu entschärfen, könne man sich aber vorstellen, einen Teil zu übernehmen.

Die Post indes sieht es anders. „Viel wichtiger als ein Absenken des Bordsteins wäre die Versetzung des Verkehrsschildes vor dem Gebäude beziehungsweise dem Parkplatz“, sagt ein Sprecher auf Nachfrage. Das Verkehrsschild steht direkt vor dem Parkplatz auf dem Gehweg und weist die Richtungen für die Kreuzung aus. Auch die Frage, wer die Kosten für eventuelle Veränderungen übernehmen soll, sei noch offen. „Wir setzen auf eine Lösung am Verhandlungstisch und werden deshalb auch nur dort unsere Argumente vorbringen“, sagt der Sprecher.

Claudia Tschimmel, Eigentümerin des Gebäudes und Anwohnerin, ist für alles offen und würde sich auch an den Kosten beteiligen. Hinter dem Geschäft in ihrem Garten möchte sie aber keine Parkplätze anlegen. „Das ist schweineteuer und wäre auch nicht die Lösung, da man über die enge Postgasse anfahren müsste“, sagt sie. Die Lösung mit der Kennzeichnung des Parkplatzes sei clever, seitdem sei es besser geworden. Aber auch sie hält das Verkehrsschild für das Problem, an dem sich auch die Paketfahrer nicht vorbeiwagten, um vor das Geschäft zu fahren. Eine Bordsteinabsenkung hält sie für sinnlos, eine Kurzzeitparkzone an der Post und der Bank eher für eine gangbare Lösung. „Das Verkehrsschild weist die Kreuzung aus, das können wir nicht versetzen, sonst ist es zu nah an der Kreuzung“, erklärt Jan Trost.