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Lila Logistic Charity Bike Cup

Radler trotzen Wind für guten Zweck

Dass der 14. Lila Logistic Charity Bike Cup in Heimerdingen starten konnte, war die wichtigste Nachricht für Teilnehmer und Veranstalter. Gleichwohl schmerzte die pandemiebedingt karge Ausgestaltung des Events. Trotzdem hörte man überall dankbare Stimmen. Und kein Murren, ob der vielen Auflagen, die das Hygienekonzept forderte. 450 Teilnehmer starteten beim Lila Race, 350 bei der Lila Tour.

Mit vielen Auflagen und weniger Fahrern fand die 14. Auflage des Lila Logistic Charity Bike Cups in diesem Jahr statt. Auch Promis radelten wieder mit.Fotos: Holm Wolschendorf
Mit vielen Auflagen und weniger Fahrern fand die 14. Auflage des Lila Logistic Charity Bike Cups in diesem Jahr statt. Auch Promis radelten wieder mit. Foto: Holm Wolschendorf
Olaf Ludwig: „Wir sind eine gute Familie.
Olaf Ludwig: „Wir sind eine gute Familie.
Patrick Lange: „Wir wollen Spaß haben.“
Patrick Lange: „Wir wollen Spaß haben.“

Ditzingen. „Wir sind in Baden-Württemberg die erste Veranstaltung dieser Art, die so stattfindet. Das kann man nicht genug zu schätzen wissen“, sagte Patrick Betz von der Radsportakademie Bad Wildbad, der Veranstalterin des Events.

Man habe verschiedene Szenarien skizziert bis hin zur Absage. Nun also eine minimalistische Version aufgrund der konstant schlechten Lage. Das heißt: keine Bewirtung, keine Zuschauer am Start- und Zielpunkt, keine Duschen, keine Tombola, Maskenpflicht beim Start. Dass die Rundtour für Kinder ausfallen muss, ist besonders bitter. „Es blutet uns das Herz, denn das ist immer der emotionale Höhepunkt“, so Betz. Trotz allem gelingt es Sprecher Michael Schulz, etwas Stimmung über sein Megafon durch Heimerdingen zu posaunen. Bevor am Nachmittag die Freizeitradler – darunter Prominente wie Nachrichtensprecher Marc Bator und Tatortkommissar Richy Müller – auf die Strecke gehen, starten am Morgen die Ambitionierten.

Kapitäne geben gute Tipps

Abgesehen vom böigen Wind ist das Wetter ideal. Die Gruppen bis zu 50 Teilnehmer scharen sich vor dem Start maskiert um ihre Teamkapitäne. „Wir sind hier schon eine gute Familie geworden“, meint Kapitän Olaf Ludwig, Olympiasieger, Sieger Amstel Gold Race und Sieger Grünes Trikot Tour de France. Er gebe anderen Tipps, etwa wann man schalte, wie man trete. Letztendlich sei es die Aufgabe der Kapitäne, das Risiko herauszunehmen.

„Es ist schön, wieder in der Community unterwegs zu sein. Wir sehen es auch nicht als Wettkampf an“, sagt Triathlet Patrick Lange, 2017 und 2018 Ironman World Champion. „Wir wollen sicher durchkommen und Spaß haben.“ Natürlich stehe der Charity-Gedanke bei dieser Veranstaltung ganz vorne.

Trotz des abgespeckten Rahmens sind doch einige Zuschauer an der Strecke. Jubelnd am Ortsausgang in Heimerdingen, zu zweit in Campingstühlen am Waldrand bei Hemmingen oder in Grüppchen an einer 90-Grad-Kurve in Eberdingen – laut rasselnd, johlend, klatschend.

Eher mental konzentriert sind Klaus Winkler und Heinz Kenntner – zwei von 200 Helfern – als Vorhut im roten Fahrzeug. Auch ihnen winkt man freudig zu. Über Funk hören sie aber auch Unerfreuliches wie „Streitigkeiten zwischen Streckenposten und Verkehrsteilnehmern“. „Das Übliche“, kommentiert Winkler kopfschüttelnd.

Die Spenden gehen unter anderem an die Mukoviszidose-Hilfe, den Sozialfonds der Stadt Ditzingen und den Kinderschutzbund im Landkreis Ludwigsburg. Zu den erwarteten 34000 Euro an Spenden kommt übrigens noch der Erlös aus einer „Art-Performance“-Versteigerung: Noch tags zuvor hatten alle Teamkapitäne drei, vier Stunden lang den Pinsel geschwungen, damit noch mehr Spenden zusammenkommen, erzählt Patrick Betz. So brachte Karl Platt („König des Marathons“) zum Beispiel eine ansprechende Sicht auf den Tafelberg auf die Leinwand.

„Schwache trifft Pandemie besonders“

Auch Oberbürgermeister Michael Makurath äußerte sich zum Auftakt erfreut, dass der Cup stattfinden konnte, gerade weil es um einen guten Zweck gehe. Denn gerade die sozial Schwachen seien durch die Pandemie besonders betroffen. Das vorgelegte Hygienekonzept habe die Stadt und die zuständigen Behörden überzeugt.

Im zweijährlichen Turnus absolvieren die Radler die 19 Kilometer lange Strecke von Heimerdingen Richtung Hemmingen, Hochdorf, Eberdingen und zurück nach Heimerdingen. Die Könner beim Lila Race absolvieren die Rundtour vier Mal (76 Kilometer), die Genussfahrer bei der Lila Tour drei Mal (56 Kilometer). Bei letzterer dürfen auch E-Bike-Fahrer auf die Piste.

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