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Rathaus-Vorplatz leidet unter dem Verkehr

Setzungen und Verschiebungen beim Pflaster – Keine Sicherung während der Baustellenzeit

Aus den Fugen geraten: das Kopfsteinpflaster vor dem Rathaus. Foto: Alfred Drossel
Aus den Fugen geraten: das Kopfsteinpflaster vor dem Rathaus. Foto: Alfred Drossel

Kirchheim. Hübsch anzusehen ist er ja, der Vorplatz des Kirchheimer Rathauses samt gepflasterter Hauptstraße. Bürgermeister Uwe Seibold spricht mit Blick auf den Brunnen, die Beleuchtung und das Kopfsteinpflaster von „einer Art Gesamtkunstwerk“. Doch gerade das Pflaster hat es schwer – und das ist durchaus wörtlich zu nehmen: „Es leidet unter dem Schwerlastverkehr“, sagte Seibold nun im Gemeinderat.

Durch die umliegenden Geschäfte gibt es hier viel Lieferverkehr, der eben diese Reibungskräfte verursacht, denen das Pflaster auf Dauer nicht standhält. Gerade die längeren Steinplatten sind dem nicht gewachsen. Zwei Platten sind gebrochen, eine wurde verschoben und kürzlich wurde eine Platte komplett aus dem Pflasterbett herausgezogen. Asphaltstreifen ersetzen mittlerweile diese Lücken. Und wenn demnächst die Bauarbeiten schräg gegenüber dem Rathaus beginnen, deretwegen einige Lastwagen mehr auf dem Vorplatz fahren werden, schwant Seibold nichts Gutes; im schlimmsten Fall könnte der Platz zusammenbrechen. „Deswegen haben wir uns Gedanken gemacht, ob und wie man den Platz in dieser Zeit sichern kann.“

Die Pläne stellte Volker Martin vom Ingenieurbüro Ippich vor. Es sei im gesamten Bereich zu leichten Setzungen gekommen – „und wenn jetzt noch der Baustellenverkehr kommt, dann ist mit erhöhten Schwerkräften zu rechnen“. Martin präsentierte dem Gremium drei Varianten, wie verfahren werden könnte. Entweder auf der kompletten etwa 200 Quadratmeter großen Fläche eine Schutzschicht – Vlies, Sand und dann Asphalt – aufbringen und nach den Bauarbeiten zurückbauen. Das wäre mit 52.000 Euro die teuerste und aufwendigste Lösung. Oder aber das Pflaster wird vor den Arbeiten entfernt, es wird Asphalt aufgetragen und nach den Bauarbeiten wird der Platz wieder gepflastert. Das würde 42.000 Euro kosten. Martin sagte zu den Gemeinderäten: „Das ist schon eine große Summe, aber Sie haben danach eine neu verlegte Pflasterfläche.“

Dritte Variante wäre, gar nichts machen und die Baustellenfahrzeuge einfach drüberfahren lassen. Getan werden müsste dennoch etwas: „Ich gehe schon davon aus, dass der eine oder andere Stein herausbrechen wird, dass sich das Gefüge verschiebt“, meinte Martin. Doch diese Stellen könnten mit einem Kaltasphalt aufgefüllt werden. Klar sei aber, dass der Zeitpunkt kommen werde, wo etwas getan werden müsse – „das wäre dann nach der Baustellenzeit“. So würde die dritte Variante 25.000 Euro kosten. Da es sich um ein privates Bauvorhaben handelt, fragte Tobias Lorenz (WGK): „Für direkte Beschädigungen während der Baustelle sind wir ja nicht verantwortlich?“ Das bejahte Martin. Der Gemeinderat sprach sich dafür aus, jetzt erst einmal alles so zu lassen wie es ist.

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