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Remstal-Gartenschau schließt mit Plus ab

Im Jahr 2019 Gewinn von einer halben Million Euro erzielt – Geld geht an die 21 Gesellschafter zurück

Gartenschaumaskottchen Remsi flatterte im vergangenen Sommer im Remstal herum. Am Remsecker Neckarstrand machte es bei der interkommunalen Veranstaltung „Das Remstal singt“ Station.Archivfoto: Ramona Theiss
Gartenschaumaskottchen Remsi flatterte im vergangenen Sommer im Remstal herum. Am Remsecker Neckarstrand machte es bei der interkommunalen Veranstaltung „Das Remstal singt“ Station. Foto: Ramona Theiss

REMSECK. Dass die Remstal-Gartenschau 2019 aus touristischer Sicht ein voller Erfolg war, wurde schon mehrfach berichtet. Rund zwei Millionen Besucher lockte die von 16 Kommunen und drei Landkreisen organisierte Veranstaltung ins Remstal. Das war deutlich mehr, als erhofft. Nun hat die Remstal-Gartenschau GmbH auch finanziell Bilanz gezogen. Und auch dieses Fazit fällt positiv aus. Geschäftsführer Thorsten Englert präsentierte die Abschlusszahlen kürzlich bei einer Versammlung der 21 Gesellschafter. Neben den beteiligten Kommunen und Landkreisen sind dies die Fördergesellschaft bw.grün.de und der Verband Region Stuttgart.

72.000 Dauerkarten verkauft

Laut Pressemitteilung schloss die Gartenschau mit einem Plus von einer knappen halben Million Euro ab. Diese Summe werde zu gleichen Teilen an die Gesellschafter zurückgezahlt. Das sind jeweils gut 23.000 Euro. „In Zeiten von Corona ist das dringend benötigtes Geld, das den Haushalten guttut“, wird Englert zitiert. Remseck, die einzige an der Gartenschau beteiligte Kommune aus dem Landkreis Ludwigsburg, hatte 2019 rund 175.000 Euro in den gemeinsamen Topf eingezahlt. Der Gewinn sei vor allem durch die Einnahmen aus dem Verkauf von Dauerkarten generiert worden, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Über 72.000 Remstal-Cards seien ausgegeben worden. Die Remstal-Gartenschau GmbH soll Ende des Jahres liquidiert und damit aufgelöst sein.

Nicht alle 16 Kommunen können in diesen Jubel einstimmen. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, verbucht beispielsweise die Gemeinde Kernen ein sattes Defizit, weil Einnahmen aus Dauerkartenverkauf, Eintritts- und Sponsorengelder offensichtlich zu hoch angesetzt worden waren.

In Remseck verfolgte man laut Oberbürgermeister Dirk Schönberger einen anderen Ansatz. „Wir haben diese Gegenrechnung nicht aufgemacht“, sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Eine rein monetäre Betrachtung der Gartenschau werde dem Nutzen dieses bisher bundesweit einmaligen Projektes einfach nicht gerecht. Man verstehe die Ausgaben als Investition in die Stadtentwicklung. Die Bevölkerung profitiere nachhaltig von allen Bauten und Angeboten.

Gut 3,5 Millionen Euro hat die Kommune für die Remstal-Gartenschau ausgegeben, teilt der Sprecher der Stadt Remseck, Philipp Weber, auf Nachfrage mit. Die Fördermittel beliefen sich auf etwa eine halbe Million Euro. Zahlreiche Bürgerprojekte wurden zudem von Firmen finanziell sowie mit Materialspenden und Manpower unterstützt. Der größte Zuschuss, der allerdings nicht in Zahlen beziffert werden könne, sei aber das ehrenamtliche Engagement der Remsecker gewesen.

Einnahmen wurden laut Weber hauptsächlich über den Verkauf von rund 1300 Remstal-Cards generiert. Mit dieser Zahl sei man sehr zufrieden. Zur Erinnerung: 40 Euro kostete eine Dauerkarte für Erwachsene im Vorverkauf, später dann 45 Euro. Es gab auch ermäßigte Tickets für 20 und 25 Euro.

Durch interkommunale Projekte wie neue Wanderwege und die 16 Stationen sei ein immenses Wirgefühl im gesamten Remstal entstanden, so der Pressesprecher weiter. Der interkommunale Austausch habe sich seit der Gartenschau grundlegend positiv verändert. Auch diese Tatsache sei mit keinem monetären Wert zu vergleichen. Man freue sich schon auf das nächste Remstal-Highlight, den Deutschen Wandertag 2022, bei dem die Stadt Remseck eine wichtige Rolle spielen soll.

Urlaub daheim im Remstal

Eigentlich hätten schon dieses Jahr erfolgreiche Veranstaltungen der Gartenschau weitergeführt werden sollen. Über 100 Events waren zwischen Essingen und Remseck für die neue Reihe „Remstal-Sommer“ geplant. Die Coronapandemie machte diese Pläne zunichte. Allerdings verbringen viele Familien ihren Urlaub nun daheim und nutzen verstärkt auch die Angebote, die durch die Remstal-Gartenschau entstanden sind. Die mehr als 140 Daueranlagen, die in den 16 Kommunen gebaut wurden, sind laut Pressemitteilung der Gartenschau GmbH echte Besuchermagneten. Vor allem die neuen Zugänge zur Rems und die verschiedenen Kugelbahnen würden besonders gut angenommen. Auch die neue Kanuroute von Weinstadt nach Waiblingen sei sehr gefragt.

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