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Richtige Lehren für die Zukunft ziehen

Ralf Roschlau schreibt in seinem neuen Buch über die Auswirkungen und die Chancen von Corona

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Foto: privat

Besigheim/Lauffen. Die weltweiten Auswirkungen der Coronapandemie treffen die Menschheit hart. Trotzdem kann man aus ihr auch positive Lehren ziehen. Das zeigt Ralf Roschlau in seinem neuen Buch „Von Leerjahren zu Lehrjahren – Über Veränderung von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nach 2020 und 2021“. Bereits 2020 hat er mit „Der Preis des guten Lebens“ eine Analyse unseres Konsumverhaltens vorgelegt, die sich mit Perspektiven für die Zukunft befasst. Sein Buch wurde im Februar bei einer Online-Lesung in Besigheim vorgestellt. Am 21. September findet in der Stadtbibliothek Ludwigsburg eine weitere Autorenlesung statt. Vier Tage danach nimmt er an einer Podiumsdiskussion auf dem Besigheimer Marktplatz teil.

In seinem neuen Buch geht der Grünen-Gemeinderat aus Lauffen nicht nur auf die Geschichte von Pandemien ein. Er zeigt auch die Auswirkungen für das Gesundheitswesen, mögliche Vorbereitungen für die Zukunft und die daraus resultierenden Herausforderungen für Wirtschaft und Politik auf. Was als Tagebuch der Pandemie begann, wuchs zu einem detailliert recherchierten Manifest mit externen Quellen heran. Doch der Autor kann auch aus eigener Erfahrung berichten. Im November 2002 brach in China Sars aus, herbeigeführt durch Sars-CoV, den Vorläufer des jetzigen Erregers. Damals bereiste er die betroffene Region. Im Gegensatz zu 2020 waren die Quarantäneregeln schnell und sehr hart. Anfang 2020 wurde in China anders gehandelt: Die ansonsten strenge Regierung ließ es zu, dass die Chinesen noch ihren Urlaub im Januar antreten konnten, obwohl die Erkrankungen mit Covid-19 bereits ausgebrochen waren. China sei aber auf keinen Fall alleine schuld: Die unbegrenzte Mobilität in der Welt habe dem als Sars-CoV-2 benannten Virus geholfen, sich zu verbreiten und habe damit zur Coronapandemie geführt.

Auch für uns in Deutschland hätte dies keine Überraschung sein dürfen. Eine Risikoanalyse des Robert-Koch-Instituts aus dem Jahr 2012 im Auftrag des Deutschen Bundestags für eine modellierte Sars-Pandemie fand allerdings keinerlei Beachtung. „Ich habe mit vielen Verantwortungsträgern in der Region gesprochen. Keinem war diese Risikoanalyse bekannt“, so Roschlau. Noch im Februar 2020 hätte ein politisch schnelleres Handeln die Pandemie eindämmen können. Vor allem das aufgrund des Föderalismus uneinheitliche Vorgehen sei ein Hemmschuh im Kampf gegen Corona, findet der Autor. Die Schulpolitik sei permanent unklar und die Arbeit der Gesundheitsämter unkoordiniert. Eine stärker zentralisierte Lenkung wäre nicht nur bei diesen Themen hilfreich gewesen. Durch ständig widersprüchliche Entscheidungen habe die Politik bei den Menschen an Glaubwürdigkeit eingebüßt. Ralf Roschlau fordert von der Politik, dass sie in Zukunft den eindeutigen Empfehlungen von Virologen und Epidemiologen folgt sowie vor allen Dingen einheitlicher und schneller reagiert. Denn: „Das wird nicht die letzte Pandemie sein, die wir erleben.“ Die Impfung hält Roschlau für das probateste Mittel, weitere große Ausbrüche der Coronapandemie zu verhindern.

„Die Pandemiezeit“, so der Autor, „kann am Ende auch eine positive Lehre für die Gesellschaft sein, wenn sie bereit und offen ist, die richtigen Lehren für die Zukunft zu ziehen.“ Mit seinem Buch möchte er genau dazu einen Beitrag leisten.

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