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Corona

RKH-Kliniken im Kreis Ludwigsburg bereiten sich auf Omikron-Welle vor

Die Belastung der Intensiv- und Isolierstationen in den Krankenhäusern ist deutlich zurückgegangen. Doch Omikron lässt die Zahl der Neuinfektionen deutschlandweit noch stärker steigen: „Wir erleben die Ruhe vor dem Sturm“, sagt Dr. Stefan Weiß, Chef des Corona-Krisenstabs der Regionalen Kliniken-Holding RKH.

Eine massive Omikron-Welle würde möglicherweise nicht die Intensiv-, aber die „normalen“ Isolierstationen schwer belasten. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Eine massive Omikron-Welle würde möglicherweise nicht die Intensiv-, aber die „normalen“ Isolierstationen schwer belasten. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Kreis Ludwigsburg. Hospitalisierungsinzidenz und Intensivbetten-Belegung gehen seit Weihnachten landesweit zurück, und auch auf den Stationen der RKH lässt der Druck durch Corona nach: Gestern lagen in Ludwigsburg 13 Covid-Patienten auf Isolier- und fünf auf Intensivstationen, in Bietigheim waren es fünf und zwei. Für Ärzte und Pflegekräfte bedeutet das: Sie können etwas durch-, aber keineswegs aufatmen. Denn die hoch ansteckende Omikron-Variante hat auch die Krankenhäuser im Kreis schon erreicht, bevor der erwartete Infektions-Tsunami hier angekommen ist. Etwa die Hälfte der Coronapatienten auf den Normalstationen habe sich aktuell mit der Omikron-Mutante angesteckt, sagt der RKH-Intensivchef Professor Götz Geldner. Omikron werde wohl noch in dieser Woche auch in Baden-Württemberg zur prägenden Coronavariante werden.

Omikron wird vor allem ambulanten Sektor und Normalstationen belasten

Da sie zwar extrem ansteckend ist, aber nach den bisher bekannten Daten seltener zu sehr schweren Krankheitsverläufen führt, wird die neue Variante das Gesundheitssystem vermutlich vor allem im ambulanten Bereich und auf den Normalstationen massiv belasten. Die landesweiten Intensivbetten-Cluster, die von Geldner koordiniert werden, bauen daher gegenwärtig gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung eine Vernetzung von Kliniken und niedergelassenen Ärzten zur Versorgung von Coronapatienten auf. Für den Fall regionaler Überlastungen würden gegenwärtig landeseinheitliche Aufnahmekriterien vereinbart, so Geldner am Donnerstag .

Zu Aussagen über die wahrscheinliche Belastung der Intensivstationen und den Anteil von Impfdurchbrüchen an schwersten Verläufen mit Omikron sei es noch zu früh, so Geldner. Seit Jahresanfang musste im Kreis erst ein Covid-Patient neu auf eine Intensivstation verlegt werden. Der allerdings hat sich mit der Omikron-Variante infiziert, stammt jedoch aus einem anderen Landkreis. Geldner hofft unterdessen, dass die neuen Antikörper-Medikamente für Risikopatienten eine Vielzahl schwerster Verläufe verhindern können. Aktuell seien sie in ausreichender Zahl vorhanden, alles Weitere hänge vom Verlauf der Omikron-Welle ab.

RKH-Krisenstabsleiter begrüßt neue Quarantäne-Regeln

Was Krisenstabsleiter Stefan Weiß dabei Sorge macht: Kommt es zur befürchteten Dynamik, werden sich auch viele Mitarbeiter der Kliniken anstecken. Neben der steigenden Bettenzahl würden dann auch überdurchschnittlich viele Personalausfälle den Druck auf den Stationen erhöhen. Mit Hochdruck bereite man daher die Umsetzung der neuen Isolier- und Quarantäne-Regeln vor. Dass sich geboosterte und frisch geimpfte oder genesene Kontaktpersonen gar nicht erst in Quarantäne begeben müssen und infiziertes Krankenhauspersonal ohne Symptome die Isolation schon nach sieben Tagen wieder verlassen darf, entlaste nicht nur die Häuser, sondern sei auch den Patienten gegenüber vertretbar, sagt Weiß: „Die Zahlen geben das her. Omikron gelangt leichter in den Körper, verlässt ihn aber auch schneller wieder – man ist nicht so lange infektiös wie bei Delta.“

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