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Rockende Schüler kommen mit „Happy Steppi“ groß raus

Peter Hömseders musikalische Klasse 4 der Blankensteinschule nimmt eine eigene CD auf – Bei fünf Songs ist die Ludwigsburger Brenz Band dabei

19 Songs nehmen die Viertklässler mit Lehrer Peter Hömseder in den Bauer Tonstudios auf. Foto: Ramona Theiss
19 Songs nehmen die Viertklässler mit Lehrer Peter Hömseder in den Bauer Tonstudios auf. Foto: Ramona Theiss

Steinheim. Man sollte nicht glauben, dass da Viertklässler vor den mehrere tausend Euro teuren Mikrofonen stehen und ihren Happy Steppi-Song aufnehmen: Sie singen mit Leidenschaft, Inbrunst und Souveränität, als ob sie nie etwas anderes machen würden. Dem ist aber so. Normalerweise gehen die Viertklässler in die Blankensteinschule. Sie haben aber mit Peter Hömseder einen Lehrer, der zudem Liedermacher, Sänger und Komponist ist, für sie den Happy Steppi-Song geschrieben hat und nun mit ihnen eine eigene CD aufnimmt. Und das nicht irgendwo, sondern in den legendären Bauer Tonstudios in Ludwigsburg und mit der preisgekrönten Brenz Band als Gastmusikern, die ihre Sequenzen aber separat einspielten.

Die Viertklässler sehen das ganz cool, haben sie doch bereits mehrere Benefizkonzerte mit der Brenz Band gegeben. „Man fühlt sich hier richtig wohl“, sagt Pauline. Und meint damit eher nicht das nüchterne Tonstudio, sondern die Gemeinschaft mit ihren Freundinnen und das Erlebnis an sich – wozu auch die Kaffeemaschine gehört, die den „allerbesten Kaba“ produziert, wie zu hören ist. „Es ist auch nicht schlimm, wenn man etwas falsch macht, man kann ja alles wiederholen“, sagt Julie. Das bestätigt auch Peter Hömseder, der seine Klasse vor dem Einsingen nochmals einstimmt. „Bleibt konzentriert, teilt Euch die Luft ein, damit ihr durchsingen könnt, das „Hey Bro“ muss ganz cool rüberkommen. Das ist unser Lied“, sagt er.

Bei den Auftritten haben die Kinder noch ihre selbst entwickelte Choreographie zu „Happy Steppi“, jetzt müssen ihre Stimmen genügen. Die Hymne auf den Steinheimer Steppenelefant ist zwar ihr Lieblingslied, aber es ist auch das schwierigste. „Man muss gut zuhören“, sagt Heza „und auf die Einsätze achten“, weiß Charlotte. „Und es ist das längste Lied“, betont Anouk. Beim Keltenfürst von Hochberg ist es indes nur der Refrain, der eingesungen werden muss, und auch die vertonten Gedichte sind kürzer. Insgesamt werden es 19 Songs auf der CD, fünf mit der Brenz Band.

Der erste Durchgang ist schon richtig gut, wie auch Andreas, die Stimme aus dem Off, bestätigt. Die Proben in der Schule haben sich ausgezahlt, nur wenige Passagen müssen wiederholt werden. Bei allem ist Peter Hömseder aber vor allem eines wichtig: „Es ist schön, zu sehen, mit welcher Begeisterung die Kinder dabei sind und welches Selbstbewusstsein sie entwickeln“, sagt er. Er ist selbst begeistert, wie das Projekt seinen Lauf nahm. 2017 wechselte Hömseder von Tamm an die Blankensteinschule und komponierte „Happy Steppi“, musikalisch eine Mischung aus Rammstein, Rock ‘n‘ Roll und Rap. Dann kam ein Anruf vom Freiburger Barockorchester, das mit „Herrn Hömseders musikalischer Klasse“ eine CD aufnehmen wollte unter dem Titel „Lieder und Gedichte zwischen den Zeiten“. Dieses Projekt zerschlug sich, dafür erinnerte sich Hömseder, dass aus der Kooperation mit dem Stuttgarter Kammerorchester 2010 noch der Song „Der Keltenfürst“ nicht veröffentlicht war und nahm das Ganze selbst in die Hand. Über die frühere Chefin der Bauer Studios war schnell ein Profi-Toningenieur, der aus Syrien geflohen war, gefunden. Aus den gemeinsamen Benefizkonzerten resultierte das Engagement der Brenz Band, Bauer Tonstudios stellte Ausrüstung und Personal. „Das ist ein einmaliges Crossover-Projekt: Eine rockende Grundschulklasse, eine ausgezeichnete Brenz Band und ein weltberühmtes Kammerorchester auf einer CD“, freut sich Hömseder.

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