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Panzerstraße
Sachsenheim: Der Schleichweg „Panzerstraße“ wird nicht ausgebaut

Die Panzerstraße war früher Zufahrt zur Raketenstation und wird heute verbotenerweise als Abkürzung zum Gewerbegebiet genutzt. Einzig der Bus darf dort fahren. Foto: Alfred Drossel
Die Panzerstraße war früher Zufahrt zur Raketenstation und wird heute verbotenerweise als Abkürzung zum Gewerbegebiet genutzt. Einzig der Bus darf dort fahren. Foto: Alfred Drossel
Früher führte das Sträßchen zur Raketenstation der U.S. Army, heute wird es gern als Abkürzung genutzt: die sogenannte Panzerstraße, die von der Westrandstraße ins Gewerbegebiet Eichwald führt. Der Sachsenheimer Gemeinderat will nun prüfen, wie der illegale Verkehr zu unterbinden ist. Ein angedachter Ausbau ist vom Tisch.

Sachsenheim. Der besser ausgebaute Feldweg war früher Zufahrt zur US-Raketenstation. Die Bezeichnung Panzerstraße ist allerdings irreführend, weil auf dieser Straße nie ein Panzer gefahren ist. Die einige Hundert Meter lange Straße kann vom Linienbus ins Gewerbegebiet benutzt werden. Doch auch andere Nutzer fahren dort.

Besonders beim Schichtwechsel im Gewerbegebiet Eichwald frequentiert

Die illegale Nutzung der Panzerstraße durch den Individualverkehr beschäftigt die Verwaltung schon lange. Der Einbau einer Schranke wurde aber aufgrund der hohen Kosten verworfen. Es wurde festgestellt, dass die Nutzung der Panzerstraße in den letzten Jahren, insbesondere nach einer baustellenbedingten Umleitung, deutlich zugenommen hat. Besonders zu den Schichtwechselzeiten wird die Panzerstraße verstärkt als Abkürzung genutzt „Die Leute fahren zudem häufig sehr schnell und nehmen wenig Rücksicht auf die anderen Verkehrsteilnehmer“, stellt Bürgermeister Holger Albrich fest. Gefährlich sei dies vor allem im Winterhalbjahr, da die Panzerstraße nicht beleuchtet sei und kein abgetrennter Bereich für Fußgänger und Radfahrer bestehe.

Es wurde von einem Ingenieurbüro eine Verkehrszählung durchgeführt. Demnach sind morgens knapp 500 Fahrzeuge in den Nordteil des Gewerbeparks eingefahren. Über die Panzerstraße waren dies nur 53 Fahrzeuge, davon 41 aus Fahrtrichtung Sachsenheim. Aus dem Gebiet ausgefahren sind rund 120 Fahrzeuge, davon 15 über die Panzerstraße.

Zählung zeigt: Deutlich weniger Schlaumeier als gedacht

Der Anteil der illegalen Nutzer liegt zwischen 11 und 19 Prozent und ist damit aber deutlich geringer, als dies von der Verwaltung angenommen worden war. Die Verbandsbürgermeister hatten das Thema schon auf der Tagesordnung und gaben die Empfehlung aus, erst im Sachsenheimer Gemeinderat und nicht in der Zweckverbandsversammlung zu beraten, da Sachsenheim als Markungskommune am stärksten betroffen ist.

Der Gemeinderat hat nun entschieden, einen Ausbau der Panzerstraße nicht weiterzuverfolgen. Stattdessen wird die Verwaltung beauftragt, mit dem Landratsamt über regelmäßige Verkehrskontrollen, insbesondere zu den Schichtwechselzeiten, zu verhandeln und geeignete Maßnahmen zur Unterbindung des illegalen Verkehrs durch Schranken, Poller oder Blitzer zu prüfen. Für den Fall einer erhöhten Taktung des ÖPNV mit Begegnungsverkehr auf der Panzerstraße wird die Verwaltung aber beauftragt, den Ausbau der Panzerstraße weiter voranzutreiben.