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Sanierung: teurer, größer, länger

Arbeiten auch am Teil der Brücke der Weilimdorfer Straße über Südstraße geplant

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Korntal-Münchingen. Die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten an der Brücke über die Gleise und die Südstraße westlich des Korntaler Bahnhofs werden teurer als kalkuliert. Zudem beginnen sie später, weil zum einen noch nicht die notwendigen Papiere vorliegen, die Maßnahme aber auch umfangreicher wird, wurde unlängst im Gemeinderat bekannt.

Ursprünglich hätte es bereits diesen Herbst mit den Ausschreibungen losgehen sollen, nachdem ein Gutachten vor einem Jahr „dringenden Handlungsbedarf“ ermittelt hatte. Doch nun rechnet die Stadt damit, dass sie das erst Anfang 2019 machen kann. Beginn der Maßnahme, mit der die Brücke für weitere 75 Jahre haltbar gemacht werden soll, soll im kommenden April sein.

RP will Vollsperrung nutzen

Hintergrund ist, dass sich das Regierungspräsidium (RP) kurzfristig dazu entschlossen habe, auch den Teil der Brücke über die Südstraße – eine Landesstraße und damit in Zuständigkeit der Behörde – zu sanieren, wenn das Bauwerk ohnehin gesperrt werden muss. Die Planung dauere aber noch, erst dann wisse man, wie lange die neue Gesamtbauzeit dauere – ursprünglich ging es um sechs Monate.

Fest steht dagegen, dass die Sanierung des Brückenteils über die Gleise um fast ein Viertel teurer wird, wie ein Büro nun errechnet hat. Denn unter anderem soll die Verbundplatte des Überbaus nicht 14, sondern 20 Zentimeter dick werden, zudem müsse das Stufenwiderlager – an der Stelle, an der die Brücke aufliegt – umfangreicher hinterfüllt werden als gedacht. Da habe es schon Setzungen gegeben, so Bauamtsleiterin Sonja Widmann. Auch müssten der Stahlbau und der Korrosionsschutz ergänzt werden. Sie rechnet nun mit Kosten von 663 000 statt 550 000 Euro, enthalten ist auch die Entwicklung der Preise seit der ersten Kalkulation.

Für das Projekt hatte die Stadt bereits im späten Frühjahr einen Förderantrag beim Land gestellt. Der schriftliche Bescheid liege zwar noch nicht vor, das sei aber bis Jahresende versprochen, so Widmann. Sie rechnet zudem fest damit, dass es den Maximalzuschuss gibt, für die Hälfte der zuwendungsfähigen Kosten. Das sind demnach aber nur etwa 510 000 Euro – relevant sei nicht die tatsächliche Bausumme, sondern der Stand bei der Antragstellung. Aber auch ohne die kurzfristigen Pläne des RP: Nur mit dem Förderbescheid in den Händen hätte die Stadt die Arbeiten ausschreiben können.

Die Stadträte genehmigten die Erhöhung und damit Fortführung des Projekts einstimmig. Renate Haffner (SPD) sagte mit Verweis auf die Beratung aus dem Frühjahr, die Sanierung sei immer noch preisgünstiger und schneller als ein Neubau.