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Bauwerk

Schäden an der Stadtmauer

Sie prägt das Besigheimer Stadtbild und ist ein beliebtes Fotomotiv von Touristen: die Stadtmauer. Doch das alte Gemäuer ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch recht kostenintensiv. Neue Schäden sind jetzt unterhalb der Stadthalle sichtbar geworden. Die erste Kostenschätzung für die Instandsetzung beläuft sich auf einen sechsstelligen Betrag.

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Die Risse müssen genauer untersucht werden.
Die Risse müssen genauer untersucht werden.

Besigheim. Vermutlich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde die Besigheimer Stadtmauer errichtet. Und schon früh musste in Reparaturen investiert werden, wie in Aufzeichnungen nachzulesen ist, die im städtischen Archiv eingelagert sind. Erstmals gehe das aus einer Urkunde von 1368 hervor, wie Stadtarchivarin Sandy Krüger auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilt. „Im Laufe der Jahrhunderte wurde immer wieder daran gearbeitet.“ Damals seien Teile des Wegegelds für die Reparaturen verwendet worden. Eine intakte Stadtmauer diente einst vor allem dem Schutz der Bevölkerung. Doch sie ist noch immer wichtig für die Stadt: „Besigheim wirkt heute noch so mittelalterlich, weil es auf einem Bergsporn liegt, der von der Stadtmauer umringt ist“, sagt Krüger. Wie viel Meter der Originalmauer des inneren und äußeren Rings noch stehen, vermag die Stadtarchivarin nicht zu sagen. Klar ist aber: Die nötigen Instandhaltungsarbeiten „ziehen sich durch wie ein roter Faden“ seit dem 14. Jahrhundert.

Wie Kämmerer Roland Hauber erklärt, seien in den vergangenen vier Jahren etwa 360.000 bis 380.000 Euro in die Stadtmauersanierung investiert worden, dem gegenüber standen Zuschüsse über 65.000 Euro. Und die Reparaturliste wird fortgesetzt. Aktuell bereitet der Abschnitt unterhalb der Stadthalle Alte Kelter Sorgen. Dort, in der Straße Vorstadt, bröckeln immer wieder kleine Steine aus der Mauer. Wie Bürgermeister Steffen Bühler am Dienstagabend im Gemeinderat sagte, seien die Fachleute des Bietigheimer Ingenieurbüros Grau bereits vor Ort gewesen und hätten sich den Schaden angeschaut.

„Die erste Einschätzung ist auf jeden Fall sechsstellig“, sagte er über die möglichen Kosten, die auf die Stadt wegen der Instandsetzung zukommen. Im Gespräch mit unserer Zeitung konkretisierte er den Betrag auf 100.000 bis 200.000 Euro – betonte aber auch, dass es sich hier lediglich um den Schaden handle, den man jetzt sehe. Denn die Erfahrung hat gezeigt, dass sich nach dem ersten Blick meist noch größere Schäden offenbaren.

Jetzt geht es darum, dass die Experten genau ermitteln, was zu sanieren ist und wie hoch der finanzielle Aufwand sein wird. Auch mit dem Denkmalamt muss noch gesprochen werden wegen eines möglichen Zuschusses. Die Sanierung soll für das Haushaltsjahr 2021 eingeplant werden. Zunächst muss die Stadtmauer gesichert werden, denkbar wäre das beispielsweise mit einem Netz.

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