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Bürgermeisterwahl

Schäfer startet seine zweite Amtszeit mit 96,2 Prozent

Traumergebnis für Thomas Schäfer: Mit 96,2 Prozent ist der Hemminger Bürgermeister für weitere acht Jahre gewählt worden.

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Der stellvertretende Bürgermeister Wolfgang Gerlach (links) gratuliert Wahlsieger Thomas Schäfer. Foto: Karin Rebstock

Hemmingen. Im Hemminger Rathaus herrscht am Sonntagabend reger Betrieb: Zahlreiche Bürger, Gemeinderäte sowie Freunde und Bekannte der drei Kandidaten – Amtsinhaber Thomas Schäfer, der allseits bekannte Stuttgarter Musikpädagoge Ulrich Raisch und Fridi Miller, die im Landkreis Böblingen schon mehrfach beim Sprung auf den Chefsessel in dortigen Verwaltungszentralen scheiterte – warten auf das Endergebnis der Bürgermeisterwahl.

Die Spannung hält sich in Grenzen. Alles andere als ein turmhoher Sieg Schäfers, vor acht Jahren als damals jüngster Bürgermeister im Landkreis Ludwigsburg ins Amt gewählt, wäre eine faustdicke Überraschung und käme einem kommunalpolitischen Erdbeben gleich. „Hierher, Herr Raisch“, zitiert Miller ihren Mitbewerber an einen Tisch im Sitzungssaal. „Hier wird das Verliererfoto gemacht.“ Miller wird sogar von einem Kamerateam begleitet, das ihre Kandidatur dokumentiert.

Etwa eine Dreiviertelstunde nach Wahlschluss begrüßt der stellvertretende Bürgermeister Wolfgang Gerlach das Publikum und verkündet das Ergebnis: Schäfer gewinnt mit einem Traumergebnis von 96,2 Prozent – eine gute Basis für seine zweite Amtszeit. Miller kommt auf 1,93 Prozent der Stimmen, Raisch auf 1,33 Prozent. 0,56 Prozent entfallen auf Sonstige. Dabei handelt es sich um Personen, deren Namen nicht auf der offiziellen Wahlliste standen.

Die Wahlbeteiligung liegt bei 36,8 Prozent – unter den gegebenen Umständen eine durchaus akzeptable Quote. „Die Wähler haben sich mobilisieren lassen“, zieht der alte und neue Bürgermeister ein positives Fazit und lobt die faire Atmosphäre im Wahlkampf.

Als einen Meilenstein der vergangenen acht Jahre nennt Schäfer das Neubaugebiet „Hälde“, das bis Mitte 2018 komplett erschlossen sein wird. Mittlerweile wohnen dort 350 Einwohner, am Ende sollen es 500 bis 800 sein. Nach langem Stillstand und Planungsvorlauf habe die Erschließung des Areals dazu beigetragen, den schleichenden Einwohnerschwund zu stoppen. Als weitere Erfolge seiner ersten Amtsperiode nennt Schäfer den Ausbau der Kinderbetreuung und den Familienfreizeitplatz. „Als junger Bürgermeister war es mir damals wichtig, dieses Vorhaben voranzutreiben.“

Auch in den kommenden Jahre stünden viele Projekte an, so der mittlerweile 35-jährige Schäfer. Der Breitbandausbau beispielsweise habe sich positiv entwickelt, „allerdings muss es hier noch weitergehen“.

Auch die Sanierung der Glemstalschule werde die Kommune in den kommenden Jahren beschäftigen, ebenso wie der Bau von bezahlbarem Wohnraum. „Für viele Menschen im Großraum Stuttgart wird es immer schwieriger, bezahlbaren Wohnraum zu finden“, sagt Schäfer. „Wir wollen bei diesem Thema zumindest die planungstechnischen Voraussetzungen schaffen.“ Neubauvorhaben könnten dann auch durch private Investoren verwirklicht werden.

Ebenfalls auf der Agenda stehen der neue Bauhof, eine neue Drehleiter für die Feuerwehr und zusätzliche Angebote in der Tagespflege. Diese sollen in einem Neubau entstehen, in dem die Bietigheimer Wohnbau 21 betreute Wohnungen errichtet. Die Kleeblatt GgmbH habe bereits grünes Licht gegeben.

Schäfer wird auch in Zukunft die Ärmel hochkrempeln müssen – bei schlechteren finanziellen Bedingungen. „Die Zeiten, in denen wir uns auf üppige Gewerbesteuerzahlungen von Porsche verlassen konnten, sind vorbei“, meint der Bürgermeister.