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Scharfe Kritik an Plänen für B 10-Umgehung

„Für die Vergangenheit geplant“: Markgröningen sieht durch künftige Enzweihinger Umfahrung seine Interessen verletzt

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Nadelöhr Enzweihingen: Markgröningen sieht die geplante Umgehung mit Sorge. Foto: Drossel

Markgröningen. Der Neubau der Ortsumfahrung für Enz- weihingen wird nicht wie geplant funktionieren, glauben Markgröningen Stadträte. Sie sehen die Interessen ihrer Stadt vernachlässigt. Mit nur zwei Fahrspuren werde ein Nadelöhr geschaffen, das zu Schleichverkehren führen würde.

Die vorgelegte Planung der Umfahrung Enzweihingens berücksichtige ein Verkehrsaufkommen von etwa 30 000 Fahrzeugen täglich. Dass eine Prognose des Regionalverkehrsplans 2025 mit 45 000 Kfz rechnet, wenn die B 10 bis Zuffenhausen vierspurig ausgebaut wird, werde beim Planfeststellungsverfahren nicht ausreichend berücksichtigt. Der Ausschuss für Umwelt und Technik des Markgröninger Gemeinderats fordert deshalb, dass dieses Szenario durchgespielt werden müsse, bevor mit dem Bau überhaupt begonnen werde. Denn wenn der Knoten wie vorgesehen von vier auf zwei Spuren verengt werde, wird befürchtet, dass es in Stoßzeiten zu schweren Verkehrsbehinderungen kommen wird. Wer den absehbaren Staus ausweichen wolle, werde sich über die Ortsdurchfahrt Unterriexingens in Richtung Markgröningen seinen Weg suchen. Gefordert wird außerdem, dass das Gewerbegebiet Eichwald direkt an die Bundesstraße angeschlossen wird. Von der Südumfahrung Sachsenheims über die Enz, zwischen Oberriexingen und Unterriexingen durch, auf die Oberriexinger Straße. Ansonsten erfülle die vorliegende Planung den oft vorgetragenen Wunsch Markgröningens nach einer kreuzungsfreien Anbindung der K 1685 an die B 10.

„Es ist ärgerlich, dass die Planung so nicht funktionieren kann, weil die Lösung vorne und hinten zu klein ist“, sagte Hans Bader von den Freien Wählern. „Es wurde hier für die Vergangenheit geplant“, kritisierte Tobias Bässler von der CDU und Helmut Schäfer (SPD) fügte hinzu: „Der Rückbau auf zwei Spuren wäre ein fataler Rückschritt.“ Für ihn ein klassischer Fall für das Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler. „Rausgeschmissenes Geld.“ Philipp Wemmer von den Grünen meinte: „Die einzige Lösung ist eine durchgehend vierspurige Straße von Zuffenhausen bis Illingen.“ Auch die Ortsumfahrung Enz- weihingens müsse ausreichend breit sein und in jede Richtung zwei Spuren haben.

Aus diesen Überlegungen heraus werden Fragen an die Planer gestellt: Ist ein reibungsloser Übergang von vier auf zwei Fahrspuren auch mit 45 000 Fahrzeugen überhaupt zu bewältigen? Wie verändert sich bei diesem Verkehrsaufkommen dessen Qualität und welche Behinderungen würden sich daraus ergeben? Wird der Knoten B 10 zur K 1685 auch mit den höheren Verkehrszahlen noch vernünftig erreicht? Mit welchen Ausweichverkehren insbesondere aus und in Richtung Sachsenheim mit dem wachsenden Gewerbepark Eichwald über Markgröningen und Unterriexingen ist zu rechnen? Auf schlüssige Antworten wird gewartet.