Logo

Bürgermeisterwahl

Schaulaufen der Bewerber auch im Netz

Am 3. Februar wird Sachsenheims neuer Bürgermeister gewählt. Am Mittwochabend präsentierten sich die sieben Bewerberinnen und Bewerber bei der offiziellen Kandidatenvorstellung vor mehr als 500 Zuhörern zwei Stunden lang in der Hohenhaslacher Kirbachtalhalle. Erstmals war die Kandidatenkür als Livestream weltweit im Internet zu verfolgen.

Sechs der sieben Bewerber vor großer Publikumskulisse in der Hohenhaslacher Kirbachtalhalle. Von links Michael Sax, Simone Gaiser, Holger Albrich, Heiderose Frankenhauser, Thomas Schärer und Thomas Bay. Ulrich Raisch kam erst später.Foto: Alfred Dros
Sechs der sieben Bewerber vor großer Publikumskulisse in der Hohenhaslacher Kirbachtalhalle. Von links Michael Sax, Simone Gaiser, Holger Albrich, Heiderose Frankenhauser, Thomas Schärer und Thomas Bay. Ulrich Raisch kam erst später. Foto: Alfred Drossel

Sachsenheim. Das Interesse an der Bürgermeisterwahl ist groß. Schon eine Stunde vor Öffnung der Halle standen die Zuhörer in der Kälte vor verschlossenen Türen. Die sieben Bewerber hatten ein aufmerksames und faires Publikum, das mit Beifall nicht geizte, aber auch herzhaft mitlachen konnte. Nach der Vorstellungsrunde und drei Fragen von Wahlleiter Bürgermeister Horst Fiedler hatten die Besucher Gelegenheit, mit den Kandidaten ins Gespräch zu kommen. In der Kirbachschule waren zwei Großbildleinwände aufgebaut. Mit Beifall wurde die Mitteilung von Bürgermeister Fiedler aufgenommen, dass unsere Zeitung am kommenden Donnerstag in Kleinsachsenheim eine Podiumsdiskussion veranstaltet.

Veranstaltung
LKZ-Podiumsdiskussion zur Bürgermeisterwahl

Die Ludwigsburger Kreiszeitung veranstaltet am Donnerstag, 24. Januar, ab 19 Uhr in der Mehrzweckhalle Kleinsachsenheim eine Podiumsdiskussion zur Bürgermeisterwahl in Sachsenheim. Alle Kandidatinnen und Kandidaten haben ihre Teilnahme zugesagt.

Die Kandidaten gingen auf ihre persönlichen Beweggründe ein, warum sie das Bürgermeisteramt anstreben. Die Kleinsachsenheimerin Simone Gaiser will nicht meckern, sondern handeln. Sie möchte dazu beitragen, dass sich die Stadt positiv verändert. Sie sei unabhängig und nur den Bürgern verpflichtet. Erfahrungen habe sie bei weltweit agierenden Unternehmen gesammelt. Ihr Denken sei wirtschaftlich orientiert. Migranten müssten schnell integriert oder rasch abgeschoben, aber auf jeden Fall gerecht auf alle Stadtteilen verteilt werden.

Schwerpunkt von Michael Sax, dem Fahrlehrer aus Großsachsenheim, ist die Verbesserung der Verkehrssituation in allen Stadtteilen. Sax bezeichnete seinen Führungsstil als offen und partnerschaftlich. Er wolle sich auch für kleine Betriebe einsetzen und sie fördern. Und er möchte auf die Ideen der Jugend hören.

„Ich war schon immer Sachsenheimer“, betonte der frühere Fleischermeister und heutige Sparkassenfilialleiter Thomas Bay. Damit will er punkten – und damit, dass er schon zehn Jahre für die CDU im Gemeinderat saß. Im Kirbachtal gehörten die Lastwagen verbannt, sagt er – und an Grundstückseigentümer appellierte er, ihr Gelände für den Straßenausbau abzugeben.

Der 56-jährige Thomas Schärer stellte seinen Ausführungen eine Erklärung über seine Abwahl in Sigmaringen voran. Dort war er nach acht Jahren als Bürgermeister nicht wiedergewählt worden, weil man es ihm übelgenommen habe, dass er die Landesaufnahmestelle mit 2000 Flüchtlingen nicht verhindert habe. Schärer, der von der CDU unterstützt wird, sieht sich als „echte Auswahl“ im Bewerberfeld. Er wolle mit riesiger Motivation, klaren Prinzipien und im Dialog mit den Bürger die Aufgaben anpacken.

Der 48-jährige Jurist Holger Albrich wohnt mit seiner Familie in Ludwigsburg, ist aber in Sachsenheim verwurzelt und im Tennisclub und Fußballverein aktiv. Sein Berufsweg ziele konsequent auf den Beruf des Bürgermeisters. Albrich hatte sich schon in Schwieberdingen beworben. Bürgermeister in Sachsenheim sei sein Lebenstraum. Der Tourismus in der Stadt müsse konsequent weiterentwickelt werden. Den raschen Aufbau einer Sozialstation im Kirbachtal hält er für wichtig. Probleme will er per Bürgerbeteiligung ausräumen.

Eine verdichtete Bauweise gefällt Heiderose Isolde Frankenhauser gar nicht. Die Feuerwehr brauche eine Drehleiter, die Kleinsachsenheimer Kelter könnte eine Spielscheune werden. Und das dortige Rathaus könnte Außenstelle der Stadtbücherei werden. Nur in Hohenhaslach seien die Menschen zufrieden, sagte sie und löste lautes Lachen aus.

Für Ulrich Raisch kann es „ein Weiter so“ nicht geben. Eine Verbrauchssteuer müsse eingeführt werden, um Abfall zu reduzieren. Ein Bürgermeister müsse das vorbildhaft vorleben. Dass er in Sachsenheim gewählt werde, hält er für unwahrscheinlich. Doch zuvor muss er am 27. Januar in Nordheim eine Wahl überstehen. Die 43. seiner Kandidatenlaufbahn.

Autor: