Logo

Fernsehen

Schillers Leben kindgerecht verfilmt

Viertklässler erleben Premiere der Sendung „Triff Friedrich Schiller“ des Kinderkanals – Gespräch mit der Moderatorin

Die Autogramme der Kika-Moderatorin Clarissa Corrêa da Silva waren heiß begehrt.Fotos: Ramona Theiss
Die Autogramme der Kika-Moderatorin Clarissa Corrêa da Silva waren heiß begehrt. Foto: Ramona Theiss
Eine Filmszene aus „Triff Friedrich Schiller“.
Eine Filmszene aus „Triff Friedrich Schiller“.

Marbach. „Haben Sie den Schädel gefunden?“, will ein Schüler von Clarissa Corrêa da Silva wissen. Nein, aber die Geschichte des verschwundenen Schädels von Friedrich Schiller hat die Moderatorin selbst fasziniert. Gestern durften die Marbacher Viertklässler exklusiv die Premiere der Sendung „Triff Friedrich Schiller“ erleben.

„Triff...“ ist ein relativ neues Geschichtsformat des Kinderkanals von ARD und ZDF. Als Promireporterin reist Clarissa Corrêa da Silva mit der Zeitmaschine durch Raum und Zeit, um die wahren Größen der Geschichte kennenzulernen: Sie sitzt Leonardo da Vinci als Mona Lisa Modell, ist dabei, als Kleopatra im Teppich zu Caesar getragen wird und als Friedrich Schiller den Apfelschuss probt.

Die Idee für das Format entstand hier in Marbach, berichtet Redaktionsleiter Dr. Matthias Huff. Er hat immer mal wieder Kontakt zum Literaturmuseum der Moderne und irgendwann tauchte die Frage auf: Haben wir eigentlich etwas für Kinder? Mit der Schiller-Folge komme das Projekt nun also zurück.

Das Format stützt sich auf drei Elemente: Die persönlichen Treffen von Clarissa mit Schiller – die Zeitmaschine macht’s möglich – Reportagen über das, was von Schiller übrig blieb, wie Schillers Geburtshaus, und die Animationsszenen, die kleinere, aber dennoch wichtige Stationen in Schillers Leben zusammenfassen, woran der Film nahtlos anknüpfen kann. „Persönlich waren für mich die Dreharbeiten in Weimar am spannendsten, da ich da studiert habe“, sagt Corrêa da Silva. Das Wohnhaus Schillers in Weimar sei toll und dass der Schädel immer noch verschollen sei, eine spannende Geschichte. Zuletzt stand der angebliche Schädel aus einem Massengrab auf Goethes Schreibtisch, seitdem ist er unauffindbar. Das Skelett, das in der Fürstengruft in Weimar in Schillers Sarg lag, war jedenfalls nicht seines, wie eine DNA-Analyse ergab.

Das Premierenpublikum im LiMo fand den 25-minütigen Film dann auch „ganz gut“. Während des Films gab es vor allem Lacher für die Avancen, die Schiller der Fernsehreporterin macht, mitsamt der Abfuhr: Schiller stinkt und ist auch noch stolz darauf. „Wozu waschen? Wichtig sind die Ideen, die man hat“, sagt er im Film keck. Sein Freiheitsverständnis zieht sich durch den ganzen Streifen, immer wieder kindgerecht aufgearbeitet. So hüpfen Schiller und sein Freund über die Grenzlinie zwischen Württemberg und Pfalz, zwischen Freiheit und Tyrannei. Neben den Filmszenen, die auch den Frauenhelden Schiller darstellen, führt die Moderatorin Interviews und klärt zum Beispiel, warum die Schillerlocken so wichtig sind: Schiller trug das Haar immer offen, auch ein Zeichen seines Freigeistes.

Warum die Sequenz in Marbach mit Besuch des Geburtshauses und Dreh des Blumengrußes so kurz gehalten sei, ist ein Schüler enttäuscht. Der Film daure nur 25 Minuten, erklärt Corrêa da Silva. Da könne man nicht alles unterbringen, die anderen Stationen seien genauso wichtig. „Wir drehen sehr viel und müssen viel weglassen“, erklärt die Moderatorin. „Aber dann wären wir alle berühmt geworden“, trauert ein anderer seiner Karriere nach. Und von Weimar sei viel mehr drin gewesen. „Dann machen wir noch mal einen Film extra für Marbach“, schlägt ein anderer vor. Einem anderen Schüler war dafür der Abspann zu kurz, da man die Namen der Schauspieler nicht lesen konnte.

Die meisten heben dann aber doch den Finger, als sie gefragt werden, ob sie den Film gut fanden. Und alle holen sich danach ein Autogramm, schließlich kennt man die Moderatorin von der Sendung „Wissen macht Ah!“.

Info: Die Sendung „Triff Friedrich Schiller“ wird am Sonntag, 3. Februar, um 19.25 Uhr im Kinderkanal ausgestrahlt.

Autor: