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Sanierung Kreisstraße

Schnelle Lösung ist nicht in Sicht

Die Kreisstraße zwischen Freudental und Tripsdrill ist seit Jahren in einem schlechten Zustand. Alle Beteiligten sind sich darüber einig, dass die Strecke dringend saniert werden muss – doch bisher wird nur Flickschusterei betrieben. Dabei hat das Landratsamt bereits fertige Ausbaupläne in der Schublade. Doch damit sind die Bönnigheimer, auf deren Markung die Kreisstraße liegt, nicht einverstanden.

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Aus Sicherheitsgründen gilt auf der Kreisstraße Richtung Tripsdrill Tempo 50. Foto: Alfred Drossel

Bönnigheim/Freudental. „Unhaltbar“ sei der Zustand der Kreisstraße 1632, hatte ein Leser unserer Zeitung moniert. Vor allem im Sommer herrsche dort Hochbetrieb, wenn viele Autofahrer den Wild- und Erlebnispark Tripsdrill ansteuern. „Und dann müssen sie über so eine schlechte Straße fahren. Das ist doch kein Zustand und macht keinen guten Eindruck“, ärgert sich der Leser und fragt, warum die Strecke nicht längst saniert ist.

Pläne dafür gibt es tatsächlich schon seit einigen Jahren. Der Ausbau der Straße steht im aktuellen Kreisstraßenprogramm und war auch schon im Vorgängerprogramm enthalten. Doch bisher können sich das zuständige Ludwigsburger Landratsamt und die Stadt Bönnigheim, über deren Markung die Straße führt, nicht einigen. Deshalb werden immer nur die größten Schäden ausgebessert, aus Sicherheitsgründen gilt auf einem Abschnitt auch schon einige Zeit Tempo 50.

Die Abstimmungsgespräche mit der Stadt seien ins Stocken geraten, sagt das Landratsamt. Tatsächlich stören sich die Bönnigheimer vor allem am geplanten Ausbau der Strecke, erläutert Bürgermeister Kornelius Bamberger im Gespräch mit unserer Zeitung. Vorgesehen ist unter anderem, dass die Straße rund einen Meter verbreitert und die Kuppe im Einmündungsbereich in die Landesstraße etwas abgesenkt wird, um die Sichtverhältnisse zu verbessern. Auch die Linienführung im Bereich der Kurven solle verbessert werden, teilt das Landratsamt mit. „Die Straße soll im Vollausbau hergestellt werden, das heißt, der heute mangelhafte Unterbau wird von Grund auf saniert, die schadhaften Asphaltbeläge komplett ausgetauscht“, erläutert Markus Klohr, ein Sprecher der Ludwigsburger Behörde. 1,3 Millionen Euro würde das kosten. „Ein Ausbau ist dringend erforderlich“, heißt es weiter.

Dass eine Sanierung unstrittig ist, bezweifelt auch in Bönnigheim niemand. „Allerdings nicht in dem vom Landratsamt geplanten Umfang“, betont Bürgermeister Bamberger und ergänzt: „Wir sind mit dem überdimensionierten Ausbau der Straße nicht einverstanden.“ Zu groß seien die dafür nötigen Eingriffe in den angrenzenden Wald. Zumal ein Ausbau der Strecke nur bedingt zur Verkehrssicherheit beitragen würde, denn dann könnten die Autos dort künftig schneller fahren. „Wir wollen, dass sich die Straße am bisherigen Verlauf orientiert“, betont Bamberger.

Eine schnelle Einigung scheint nicht in Sicht. Deshalb würden in Zukunft – wie bisher auch – nur kleinere Flickstellen im Straßenbereich ausgebessert, sagt der Sprecher des Landratsamtes. „Ohne Einvernehmen mit der Stadt werden wir das Projekt nicht weiterbearbeiten können.“

Vor ähnlichen Problemen steht man übrigens im Landkreis Heilbronn, durch den die Kreisstraße ebenfalls führt. Die Strecke ist dort in einem ähnlichen Zustand und soll ebenfalls ausgebaut werden. Aber auch das Heilbronner Landratsamt hat Probleme mit dem Grunderwerb, der für den Ausbau der Straße nötig wäre.