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Schnelle Züge nehmen Tempo auf

Bahnhof Vaihingen: Hier zweigen die Züge auf die alte Strecke ab. In der Mitte die Schnellbahngleise. Foto: Alfred Drossel
Bahnhof Vaihingen: Hier zweigen die Züge auf die alte Strecke ab. In der Mitte die Schnellbahngleise. Foto: Alfred Drossel
Nach einem halben Jahr ist die Sanierung der Schnellfahrstrecke abgeschlossen

Vaihingen. Vom kommenden Sonntag an können Fernzüge wieder die Schnellfahrstrecke Mannheim–Stuttgart nutzen. Nach mehr als einem halben Jahr Bauzeit nimmt die Deutsche Bahn die Strecke wieder in Betrieb.

Die 99 Kilometer lange Strecke wurde 1991 eröffnet und ist seit dem 10. April dieses Jahres erneuert worden. Die Zahlen sind beeindruckend: 183 Millionen Euro wurden verbaut, knapp 200 Kilometer Gleise erneuert. Die Schnellfahrstrecke von Mannheim nach Stuttgart ist 205 Tage lang mit schwerem Gerät generalsaniert worden. Die Bauarbeiten sind trotz der Coronakrise planmäßig weitergelaufen und im Zeitplan geblieben.

Vor allem Pendler können jetzt aufatmen. Sie mussten in den vergangenen Monaten deutlich höhere Fahrzeiten in Kauf nehmen, weil die Fernzüge wie die ICEs über alte Regionalstrecken umgeleitet werden mussten, so etwa ab Vaihingen auf der Westbahn über Bietigheim und Ludwigsburg. Reisende können jetzt wieder in 37 Minuten von Mannheim nach Stuttgart oder in die Gegenrichtung fahren. Auf der Strecke verkehren ICEs, die ICs und der französische TGV sowie andere internationale Schnellzüge. An einem Tag sind bei normaler Auslastung 184 Fernzüge mit rund 66000 Passagieren auf der Strecke unterwegs, laut Bahn außerdem täglich 24 Güterzüge.

Die Vollsperrung der Strecke sei alternativlos gewesen, sagt ein Bahnsprecher. Es gab im Vorfeld die Forderung, lieber länger zu bauen und dafür eines der beiden Gleise befahrbar zu lassen. Dies sei aber für den Ablauf der Arbeiten zu schwierig gewesen, heißt es vom Konzern.

Zur symbolischen Wiederinbetriebnahme kommen am Samstag Vertreter von Bahn und Bundesregierung sowie der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) nach Vaihingen.