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Stadtbahn

Schnittaktionen in Markgröningen: Positives Zeichen für die Stadtbahn?

In Markgröningen und Möglingen beginnen in der kommenden Woche Schnittaktionen, um die Gleiskörper von Unkraut zu befreien. Die Anlieger werten das als positives Zeichen für die Stadtbahn.

Zugewucherte Bahnlinie bei Markgröningen: Nächste Woche erledigt der Kreis Gehölzpflegearbeiten an der Trasse. Archivfoto: Alfred Drossel
Zugewucherte Bahnlinie bei Markgröningen: Nächste Woche erledigt der Kreis Gehölzpflegearbeiten an der Trasse. Foto: Alfred Drossel

Markgröningen/Möglingen. Vor einem Jahr rücken Politiker und Vertreter des ökologisch orientierten Verkehrsclubs Deutschland (VCD) in Möglingen mit Gartenscheren und einer Motorsäge an, um die stillgelegten Gleise freizulegen. Vor Jahren hat sich entlang der Strecke nach Markgröningen ein Biotop entwickelt, in dem sich Tiere, Pflanzen und Erholungssuchende wohlfühlen – mutmaßlich aber nicht mehr lange. Schließlich haben sich die Anrainerkommunen und der Landkreis längst dazu bekannt, die Strecke zu reaktivieren und als ersten Teil einer Stadtbahnlinie nach Ludwigsburg und Pattonville auszubauen.

Was vor einem Jahr als symbolischer Akt startete, geht in der kommenden Woche professionell weiter. Das Landratsamt in Ludwigsburg hat nämlich angekündigt, ab kommenden Montag mit Gehölzpflegearbeiten zu beginnen. Los geht es am 22. Februar und 24. Februar an zwei Abschnitten in Markgröningen und Möglingen. Ein Sprecher des Landrats Dietmar Allgaier teilt jetzt mit: „Die Arbeiten finden an Stellen statt, die nach Einschätzung der Unteren Naturschutzbehörde aus arten- und naturschutzrechtlicher Sicht als unproblematisch beurteilt werden.“

Der Kreis bewertet die Vorhaben auch als „wichtige Schritte, um die Strecke unter naturschutzfachlichen Gesichtspunkten für die Reaktivierung vorzubereiten“. Er wolle zudem die Gelegenheit nutzen, den Zustand der Trasse genauer in Augenschein zu nehmen – etwa für Vermessungsarbeiten.

In Markgröningen fangen die Arbeiter am kommenden Montag an der Zeppelinstraße an. Eingeplant sind fünf Arbeitstage, heißt es in einer Pressemitteilung. An der Daimlerstraße in Möglingen werde ab Mittwoch, 24. Februar, voraussichtlich drei Tage lang gearbeitet.

Bei den Anliegern kommt die Ankündigung aus Ludwigsburg gut an. „Wenn entlang der Gleise jetzt erste Gehölzpflegearbeiten beginnen, dann ist das ein wahrnehmbares Zeichen, dass sich etwas in Sachen Stadtbahn tut“, sagt etwa der Markgröninger Fraktionschef der Freien Wähler, Matthias Reutter. Ähnlich äußert sich der Sozialdemokrat Pedro Fernandes. Die Schnittaktion bewertet er als „positives Zeichen gegenüber der Bevölkerung“. Für die Markgröninger CDU könne es eine bessere Werbung für das Gesamtprojekt Stadtbahn gar nicht geben, als einen zwischen Markgröningen und Ludwigsburg fahrenden Zug.

Doch noch ist es nicht so weit. Die Freien Wähler hoffen zwar, dass die Linie schon 2023 reaktiviert sein könnte. Sie verweisen zudem darauf, dass Bund und Land zuletzt die Fördermöglichkeiten erheblich verbessert hätten. Reutter sagt: „Wer jetzt nicht mit einer raschen Umsetzung dabei ist, dem ist wahrlich nicht zu helfen.“

Landrat Dietmar Allgaier und sein Zweckverband müssen allerdings zunächst die Strecke von der Bahn erwerben. Darüber hinaus müsste in Markgröningen eine Brücke über die Ortsumfahrung gebaut werden. Unklar ist auch, wie die Stadtbahn einmal nach Schwieberdingen zum Automobilzulieferer Bosch geführt wird – über Möglingen oder Markgröningen. Für die dortige GAL steht fest: „Eine Abzweigung nach Schwieberdingen in Möglingen lehnen wir ab.“ (red/phs)