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Schulschließung

Schüler der Flattichschule infiziert

Im Landkreis Ludwigsburg gibt es den ersten Coronafall an einer Schule. Weil ein Schüler der Flattichschule im Freiberger Stadtteil Beihingen mit dem Virus infiziert ist, musste die Einrichtung samt Betreuung geschlossen werden.

Die Beihinger Grundschule muss geschlossen bleiben, weil es dort einen Coronafall gibt. Archivfoto: Holm Wolschendorf
Die Beihinger Grundschule muss geschlossen bleiben, weil es dort einen Coronafall gibt. Foto: Holm Wolschendorf

Freiberg. Es war am Montagabend, als die Eltern des Kindes Schulleiter Folkert Schröder darüber informierten, dass ihr Sohn im Zuge einer Routineuntersuchung im Krankenhaus positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Normalerweise hätte Schröder sofort das Gesundheitsamt verständigt, was um diese Uhrzeit allerdings nicht mehr möglich war. In Abstimmung mit der Gemeindeverwaltung wurde die Schule am Dienstag vorsorglich geschlossen und der Präsenzunterricht eingestellt. Auch die Kernzeit- und Tagesbetreuung sowie die Notbetreuung sind vorerst ausgesetzt.

Laut Mitteilung der Stadt Freiberg wurden bislang 39 Personen ermittelt, darunter Mitschüler und Lehrer der Flattichschule, die in engerem Kontakt zu dem infizierten Schüler standen. Für sie wurde eine Quarantäne angeordnet. Dabei seien vorsorglich auch Personen erfasst worden, die zwar die vorgeschriebenen Abstandsregelungen eingehalten haben, jedoch in längerem Kontakt zu dem Schüler standen. Seit Dienstag testet das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen, um das Infektionsgeschehen einzugrenzen. Bis die Ergebnisse vorliegen, bleibt die Flattichschule und damit auch die kommunale Betreuung, die im gleichen Gebäude stattfindet, geschlossen.

Fernunterricht wieder organisiert

Dabei hat Schulleiter Schröder auch eine gute Nachricht zu verkünden: „Das Kind zeigt keinerlei Symptome.“ Er selbst gehört unterdessen nicht zu den Personen, die in Quarantäne gehen mussten. Er war somit gestern an seinem Arbeitsplatz. „Es müssen einige Kommunikationstätigkeiten erledigt werden“, beschrieb Folkert Schröder eine seiner vielen Aufgaben in den vergangenen beiden Tagen. Schließlich gab es diverse Fragen von besorgten Eltern und Lehren zu beantworten. Auch den Unterricht, der von einem Tag auf den anderen wieder aus der Ferne stattfinden musste, galt es zu organisieren. „Für die Schüler ist das unglaublich traurig“, drückt Schröder das Empfinden der Kinder aus. Gerade die Zweitklässler, die seit 16. März keinen Präsenzunterricht mehr hatten, wären diese Woche zusammen mit den Viertklässlern dran gewesen. „Schließlich haben die Kinder ein Recht auf Unterricht“, sagte der Schulleiter. Das sieht auch Hubert Haaga, Leiter des Staatlichen Schulamts Ludwigsburg, so, der in engem Kontakt mit Schule und Schulträger ist. „Jetzt müssen wir die Testergebnisse abwarten und dann schauen, wie wir die Flattichschule unterstützen, wenn es dort wieder weitergeht.“ Bis gestern Nachmittag, 17.40 Uhr, lagen laut Landratsamt von 21 Kontaktpersonen des Schülers die Testergebnisse vor – alle waren negativ.

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