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Corona

Schulen entscheiden selbst über Öffnungen

Dramatische Entwicklung an den Schulen im Landkreis. Nachdem die 7-Tage-Inzidenz am Samstag auf 200,6 gestiegen ist, haben einige Schulen eigenständig entschieden, auf Fernunterricht umzustellen. Das Staatliche Schulamt hat den Schulen im Landkreis deshalb freie Hand gelassen, selbst über die Öffnungen zu entscheiden.

Zentraler Baustein aller Lockerungen: der Schnelltest. Foto: Christoph Soeder/dpa
Zentraler Baustein aller Lockerungen: der Schnelltest. Foto: Christoph Soeder/dpa

Kreis Ludwigsburg. Ursprünglich sollten die Schulen im Landkreis Ludwigsburg am Montag wie geplant in den Präsenzunterricht. Landrat Diemtar Allgaier bestätigte gegenüber der Ludwigsburger Kreiszeitung, dass man sich an die neue Landesverordnung halten wollte, die Schließungen erst bei einer Inzidenz von 200 an drei Tagen hintereinander vorsieht. Obwohl der Landkreis am Sonntag bei 203,7 und damit zwei Tage hintereinander über 200 lag, muss der Präsenzunterricht frühestens am Mittwoch wieder eigengestellt werden. Das Landratsamt wollte die weitere Entwicklung abwarten und entsprechend reagieren.

Doch jetzt ist alles anders. Das Staatliche Schulamt des Landkreises hat im Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Stuttgart den Rektoren am Sonntag kurzfristig freie Hand gegeben, ob sie öffnen wollen oder im Fernunterricht weiter machen. „Einige Gymnasien teilten mit, dass sie aufgrund der gestern erreichten Inzidenzmarke von 200 bereits am Montag den Schulbetrieb auf Fernunterricht umstellen“, heißt es in einer Email der kommissarischen Leiterin des Schulamtes, Anita Kermisch, an die Schulleiter. Dazu zählen laut Kermisch etwa die Gymnasien in Beilstein und Bönnigheim. „Vor diesem Hintergrund erhalten auch Sie die Entscheidungsbefugnis, die Schule, zw. den Schulkindergarten für den Präsenzunterricht geschlossen zu halten“. Wenn es mehrere Schulen in einem Ort gibt, wäre es sinnvoll, innerhalb des Ortes eine einheitliche Regelung zu treffen, heißt es in der Mail weiter. „Bitte sprechen Sie sich untereinander und entscheiden Sie selbst“, lautet die Anweisung.

Allerdings will Kermisch dies als einmalige Aktion vor dem Hintergrund der unsicheren Inzidenzsituation verstanden wissen. „Das sollte nicht zur Regel werden“, sagte sie der LKZ.

Tatsächlich glühten gestern schon die Drähte zwischen den Schulträgern. In Hemmingen und Schwieberdingen bleiben die Schulen ab Montag geschlossen. Dies gilt auch für Freiberg, Gerlingen, Freudental, Besigheim und Bönnigheim, Möglingen und Korntal. Hingegen bleiben sie in Remseck (außer dem Gymnasium) und Vaihingen offen.

Im Gegensatz zu Stuttgart und Ulm wollte der Landkreis eigentlich nicht am Wochenende die Schulen vorsorglich schließen. „Das Vorgehen sorgt sicher für Verwirrung bei Eltern, Lehrern und Schülern“, fürchtet Landrat Allgaier. Aber man habe die Entscheidung jetzt nicht mehr selbst in der Hand, nachdem das Regierungspräsidium die Entscheidung freigegeben habe. Auch die Schulkindergärten können geschlossen bleiben. Sie sind aber aufgerufen, eine Notbetreuung einzurichten.

Die Berufsschulen, deren Träger der Landkreis ist, hatten schon am Donnerstag entschieden, nicht zu öffnen. Abschlussklassen bleiben hiervon ausgenommen. Auch in Bietigheim-Bissingen bleiben die Schulen zu, da nicht genügend Schnelltest vorliegen.

Ganz anders in Ludwigsburg: Dort sind alle Schulen wie vereinbart geöffnet, wenn auch teilweise im Wechselbetrieb. „Wir halten uns an die Spielregeln“, so Bernhard Bleil, Geschäftsführender Schulleiter der Haupt-, Real-, Gemeinschafts-, Grund- und Förderschulen im Gespräch mit unserer Zeitung. „Alle Ludwigsburger Schulen haben Tests, die Kollegen sind geschult“, so Mathias Hilbert, geschäftsführender Schulleiter der Gymnasien. In einem gemeinsamen Schreiben appellieren Bleil und Hilbert am Sonntag an die Ludwigsburger Schulleiter, „keine Einzelfallentscheidungen zu treffen“, sondern sich an die vereinbarte Vorgehensweise zu halten. Diese besagt frühestens am Mittwoch eine Schulschließung.

Dieses Vorgehen findet auch die Zustimmung der Ludwigsburger Gesamtelternbeiratsvorsitzenden Erika Macan. Eltern, die sich angesichts der Infektionszahlen damit nicht wohl fühlten, sei es ohnehin freigestellt, ihr Kind zu Hause zu lassen.

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