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Schulstart nach den Faschingsferien: Keine Rückkehr in den Alltag

Nach den Faschingsferien kann der Schulbetrieb nur langsam und schrittweise wieder aufgenommen werden

Noch stehen die Stühle wie in diesem Stuttgarter Klassenzimmer auf den Tischen, aber am Montag beginnt in den Grundschulen im Land der Wechselunterricht. Foto: Marijan Murat/dpa
Noch stehen die Stühle wie in diesem Stuttgarter Klassenzimmer auf den Tischen, aber am Montag beginnt in den Grundschulen im Land der Wechselunterricht. Foto: Marijan Murat/dpa

Kreis Ludwigsburg. Für die eine oder andere Lehrkraft im Landkreis Ludwigsburg sind die Faschingsferien zur richtigen Zeit gekommen. Nach der aufwendigen Gestaltung des Fernunterrichts seit Beginn des Lockdowns kamen ihnen ein paar Tage zur Erholung und Entspannung gerade recht. Doch nicht alle können die Füße hochlegen. Insbesondere die Schulleitungen haben ein immenses Arbeitspensum zu absolvieren. Wie wird die Rückkehr in den Präsenzunterricht gestaltet? Wie werden die Schüler weiterhin im Homeschooling unterrichtet? Wie sieht es mit Klassenarbeiten und Prüfungen aus? Insbesondere in den weiterführenden Schulen ist der Organisationsaufwand immens, um Wechselunterricht für die Abschlussklassen und reinen Fernlernunterricht für die anderen Klassenstufen zu planen.

„Wir wollen im März mit den schriftlichen Leistungsmessungen fortfahren.“

René Coels
Schulleiter

Eine Schule, die mit Gymnasium, Realschule und Gemeinschaftsschule gleich drei weiterführende Schularten unter einem Dach vereint, ist die Oscar-Paret-Schule (OPS) in Freiberg. Zwischen dem Verfassen von Elternbriefen, E-Mail-Verkehr und Telefonaten mit der Stadtverwaltung nimmt sich Schulleiter René Coels die Zeit, die Öffnungsstrategie an der Schule zu erklären. Demnach kehren die Abschlussklassen der Gemeinschaftsschule zum 22. Februar, die der Realschule ab dem 24. Februar und die Kursstufe des Gymnasiums ab dem 25. Februar teilweise in die Präsenz zurück. Die Präsenzpflicht bleibt weiterhin ausgesetzt. Lediglich für schriftliche Leistungsmessungen ist die Einbestellung in die Präsenz verbindlich. Die Klassenstufen 9 und 10 der Gemeinschaftsschule und der Realschule sowie die Jahrgangsstufen 11 und 12 des Gymnasiums erhalten eine Mischung aus Fernunterricht und Präsenzangeboten. Vor Ort sollen die Schüler laut Schulleiter Coels vor allem in den fachpraktischen Fächern unterrichtet werden, in denen im Homeschooling Defizite entstanden sind. Das betrifft Sport für die Abiturienten ebenso wie Technik oder Alltagskultur, Ernährung, Soziales. Auch in den Fremdsprachen ist es notwendig, Mängel aufzuarbeiten. Dabei, so Coels, steht ausschließlich die Vorbereitung von Abschlussprüfungen und Klassenarbeiten im Vordergrund. „Um eine besondere Belastung der Schülerinnen und Schüler im Sommer zu vermeiden und eine faire Leistungsfeststellung zu ermöglichen, wollen wir im März mit den ersten schriftlichen Leistungsmessungen fortfahren“, sagt der OPS-Schulleiter hinsichtlich der Abschlussklassen.

„Wir werden die Schnelltests nutzen, um das Infektionsrisiko weiter zu reduzieren.“

René Coels
Schulleiter

Alle anderen Schüler haben digitalen Unterricht wie vor den Faschingsferien. Auch sie dürfen sogar für Klassenarbeiten einbestellt werden. Doch diesen Weg möchte man an der OPS nicht gehen. „Wir halten es für empfehlenswert, die Leistungsmessung dann zu machen, wenn die Schüler davor auch einige Zeit Präsenzunterricht hatten“, so Coels.

Um den Infektionsschutz bestmöglich zu gewährleisten, dürfen sich die Kinder und Jugendlichen, die in der Schule unterrichtet werden, nicht länger als nötig dort aufhalten. Sprich: Gemeinsam zu lernen und Hausaufgaben zu machen ist nicht erlaubt. Wer eine Hohlstunde hat, bekommt einen Computerraum zum Arbeiten zur Verfügung gestellt. Mittagspausen entfallen ebenso wie Nachmittagsunterricht; Sportunterricht findet nur zur Vorbereitung auf die fachpraktische Abschlussprüfung statt.

Und wie sieht es mit der Umsetzung des Hygienekonzepts aus? Das erfolgt laut Schulleiter Coels nach dem Prinzip, das auch schon vor der Schulschließung gültig war: Die Unterrichtszeiten, Laufwege und Pausenregelungen sind nach wie vor derart gestaltet, dass sich so wenige Schüler wie möglich begegnen. Freilich sind auch die AHA-C-L-Regeln zu beachten: Abstand, Hygiene, Alltagsmasken, Lüften und Corona-Warn-App nutzen. Mit einer Einschränkung: Mittlerweile müssen medizinische Masken oder FFP2-Masken getragen werden. Das gilt auch für Lehrer, die zusätzlich vom Land zwei Schnelltests pro Woche angeboten bekommen, die sie in Arztpraxen oder einer Apotheke durchführen können. „Wir werden dieses Angebot ebenfalls nutzen, um das Infektionsrisiko weiter zu reduzieren“, so René Coels.

Am Mörike-Gymnasium in Ludwigsburg starten am Montag die Abiturienten wieder mit Präsenzunterricht – und zwar komplett. „Die Abiturienten waren bereits durch den ersten Lockdown in der Kursstufe betroffen“, so Rektorin Sylvia Jägersberg. Die Jahrgangsstufe 1 soll dann in der Woche darauf folgen. Das sei mit den anderen gymnasialen Schulleitungen in Ludwigsburg so abgesprochen. An die Werkrealschule der Eglosheimer Hirschbergschule kommen ab Montag die Abschlussklassen 9 und 10 in den Prüfungsfächern. Die anderen Fächer werden im Fernunterricht abgedeckt, so Rektor Stefan Danner. An der LudwigsburgerGottlieb-Daimler-Realschule werden die Abschlussklassen für das Fach Englisch in Präsenz geholt. Das dient der Vorbereitung auf die Kommunikationsprüfung, die Anfang März stattfindet.

Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen

Freuen Sie und Ihre Kinder sich über die Rückkehr in den Präsenzunterricht? Oder überwiegen doch die Bedenken, sich anzustecken? Was hat zum Start gut geklappt, was könnte besser gemacht werden? Schreiben Sie uns am Montag an kreisredaktion@lkz.de wie der erste Tag gelaufen ist.

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