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Schwabenbühne bedankt sich bei den Ehrenamtlichen

Theaterabend unter dem Motto: „Ihr seid Helden“ – Anerkennung für das Engagement der Helfer in der Stadt – Theaterstück „Wellness uff em Baurahof“aufgeführt

Die ehrenamtlichen Helfer feiern in der Schwabenbühne. Foto: Oliver Bürkle
Die ehrenamtlichen Helfer feiern in der Schwabenbühne. Foto: Oliver Bürkle

Asperg. Mit einer Sondervorstellung und einem Glas Sekt bedankte sich die Schwabenbühne bei den Ehrenamtlichen der Stadt. „Ihr seid Helden“, war das Motto des Theaterabends, der selbst ausschließlich von Ehrenamtlichen auf die Beine gestellt wurde.

„Wir wollten Menschen, die anderen helfen, eine Freude machen und einen schönen Abend bereiten“, sagt Ilse Riedl, die zweite Vorsitzende der Schwabenbühne. Die sei selbst ein eingetragener Verein, der vom Ehrenamt getragen werde. „Wir wissen, wie sich das anfühlt, wie viel Herzblut da drin steckt und wie viel Zeit ein jeder investiert.“

Letztes Jahr hatte der Schauspieler Christian Brandstetter die Idee mit der Aktion „Ihr seid Helden“. Die Mitglieder der Schwabenbühne nahmen sie begeistert auf und organisierten einen Theaterabend in der historischen Gaststätte „Hirsch“, der auch schon Kino und ein Baumarkt war. Die Premiere 2018 kam gut an und schrie geradezu nach einer Wiederholung.

Die Stadt lieferte die Adressen von Vereinen, Organisation, Kirchen und anderen Institutionen, die mit Ehrenamtlichen arbeiten. Und die bekamen Einladungen, verbunden mit der Bitte, Eintrittskarten für das Stück „Wellness uff em Baurahof“ zu bestellen. Mehr als 100 wurden daraufhin verschickt.

Das Ambiente ist ansprechend, durch einen roten Vorhang betreten die Gäste das Foyer, wo jeder Einzelne von Friedl per Handschlag begrüßt wird und ein Glas Sekt, gesponsert von der Schlosskellerei Affaltrach, zum Anstoßen bekommt. Im Bistro wird von vielen noch eine Gabel Wurstsalat gegessen, ein Bier getrunken.

Einige sind überrascht, als sie dann den hohen Saal betreten. Samtrote Vorhänge vor den großen Fenstern, Wände lindgrün gestrichen. Sie nehmen Platz an nummerierten runden Tischchen. „Auch das ist ein Gemeinschaftswerk, erklärt Theo Eisele. Er ist seit Asperger Zeiten Mitglied und Schauspieler bei der Schwabenbühne. In Eigenleistung wurde alles saniert, her- und eingerichtet. 1992 war das, nachdem das Ensemble nach 18 Jahren Stuttgart verlassen hatte.

Die Schwabenbühne selbst hat 80 Mitglieder. Parallel laufen immer drei unterschiedliche Stücke, die mit drei Ensembles besetzt sind. Jedes Jahr studieren sie zwei neue ein. Bis auf die Schulferien und die Weihnachtspause stehen sie jedes Wochenende auf der Bühne. Fast alle Vorstellungen sind ausverkauft. Die Komödie „Wellness uff em Baurahof“, vom Eigengewächs Angelika Haug selbst geschrieben und inszeniert, lief jetzt zum letzten Mal. Es ist ein turbulenter Schwank um einen abgewirtschafteten Hof, der, wie der Titel bereits verrät, in einen Wohlfühltempel für illustre Gäste verwandelt wird. Dem Publikum gefällt’s.

Hilfe im Verborgenen

Und die finden die Idee mit der Einladung durchweg „super“. „Es tut gut, Anerkennung für sein Engagement zu bekommen, das sonst oft im Verborgenen passiert“, sagen die meisten. Dieter Widmaier beteiligt sich zum Beispiel beim Fahrdienst Lichtblick. Mit seinem Privatauto begleitet er Patienten zu Arztbesuchen oder unterstützt Senioren beim Einkauf. „Immer auf Abruf“, grinst er. Die Einladung der Schwabenbühne findet er toll. Das meint auch Rosemarie Blind von den „Aktiven Senioren“. Dort leitet die 80-Jährige seit 15 Jahren die flottere von zwei Nordic-Walking-Gruppen. Bis zu acht Kilometer schafft die in 90 Minuten. „Das hält fit und macht Spaß.“ Aber sie bedauert, dass sich immer weniger ehrenamtlich engagieren wollen. Vor allem die Jüngeren.

Werner Fissler ist in der Vorstandsgruppe „Organisation“ des DLRG. Dort hilft er unter anderem, die Feste zu organisieren. „Es ist schön, Anerkennung für seine Arbeit zu bekommen“, lobt er die Sondervorstellung. „Super Idee, nette Geste“, lobt auch Wulf Emsmann.

Der Freiberger Maschinenbau-Ingenieur i. R. hat sich der Asperger Radwerkstatt angeschlossen und gibt auch Reparaturkurse. Als „Kieler Sprotte“ hat er seine Frau dabei. Sozusagen als Simultandolmetscherin. „Für alle Fälle.“

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