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Mobilität

Schwieberdingen steht unter Strom

Das Ladenetz für E-Autos wird offenbar dichter – und die Gemeinde im Strohgäu ist dank ihres größten Arbeitgebers führend

E-Tankstelle bei Bosch in Schwieberdingen: 52 Ladepunkte bietet das Unternehmen in der Gemeinde nach eigenen Angaben an, viele davon seien öffentlich zugänglich. Archivfoto: Holm Wolschendorf
E-Tankstelle bei Bosch in Schwieberdingen: 52 Ladepunkte bietet das Unternehmen in der Gemeinde nach eigenen Angaben an, viele davon seien öffentlich zugänglich. Foto: Holm Wolschendorf

Schwieberdingen. Schwieberdingen wirbt mit einem flotten Slogan für sich: Traditionell am Puls der Zukunft. In der Gemeinde erforscht und entwickelt der weltgrößte Automobilzulieferer Bosch Lösungen für die E-Mobilität. Der Sportwagenbauer Porsche könnte nebenan ein Industriequartier aufbauen, in dem Teile für den Taycan hergestellt werden, dem ersten E-Porsche, der in Zuffenhausen gefertigt wird. Der Bürgermeister Nico Lauxmann ist seit kurzem beim Onlinedienst Instagram aktiv – er will im Oktober wiedergewählt werden.

Bosch bietet 52 Ladepunkte an

Ins trendige Bild, das die Gemeinde von sich zeichnet, passt eine Meldung, die der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in Berlin gerade verbreitet. Demnach wird das Ladenetz für Elektroautos immer dichter – was auch an Schwieberdingen liegt. In der Kategorie „Kleinstädte und Landgemeinden“ unter 20000 Menschen steht die Strohgäukommune mit 70 Ladepunkten mit deutlichem Abstand an der Spitze vor Ilsfeld im Landkreis Heilbronn mit 52 und Giengen an der Brenz mit 40 Ladepunkten.

Seine Freude darüber teilt der Schwieberdinger Rathauschef Lauxmann natürlich auch auf Instagram mit. Unserer Zeitung sagt er: „Wir haben vor einigen Jahren mit Bosch ein Mobilitätskonzept erarbeitet.“ Die Idee: es den Menschen leichter zu machen, öffentliche Ladesäulen in der Nähe zu finden. Drei Standorte sind dabei in der Gemeinde herausgesprungen – an der Bibliothek, auf dem Walkerparkplatz in der Ortsmitte und am Kaiserstein, wo zudem zwei E-Autos benutzt werden können.

Klar ist aber auch: Ohne Bosch wäre Schwieberdingen niemals auf dem Platz an der Sonne gelandet. 52 Ladepunkte betreibt der Konzern nach eigenen Angaben in der Gemeinde, viele davon seien öffentlich zugänglich, weil sie auf den Bosch-Parkplätzen stehen. Zwei dieser 52 Ladepunkte habe das Unternehmen im Schwieberdinger Zentrum eingerichtet. „Die Elektromobilität etabliert sich zum Kerngeschäft für Bosch“, sagt Ralf Schmid unserer Zeitung, der im Bereichsvorstand von Powertrain Solutions für das Marktsegment Elektrofahrzeuge zuständig ist. Bosch fühlt sich selbst als Innovationsführer für elektrisches Fahren und so breit aufgestellt wie kein zweites Unternehmen – vom E-Bike über das Auto bis zum schweren Nutzfahrzeug.

Digitales Bezahlsystem

Am Ende der Fahnenstange sehen sich aber weder die Kommune noch das Unternehmen. „Wir bauen speziell in Schwieberdingen die Ladesäulen seit 2016 kontinuierlich aus – auch um Erfahrungen zu sammeln“, so der Manager Schmid weiter. Der Verwaltungsfachmann Lauxmann sagt, es sei nun angedacht, die Zahl der Stromtankstellen in Schwieberdingen weiter zu steigern.

Die BDEW-Chefin Kerstin Andreae gibt in Berlin zu bedenken, dass zum „erfreulichen“ Ausbau des Netzes Ladesäulen für die Betreiber wirtschaftlicher und für die Nutzer attraktiver werden müssten. So solle man die Stationen eher mit digitalen Bezahlsystemen statt mit Lesegeräten für vielfach voneinander abweichende „E-Tankkarten“ ausstatten.

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