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Weinlese

Sehr gute Erträge und hervorragende Qualität

Menge und Qualität bei der Traubenlese sorgen für zufriedene Gesichter bei den Weingärtnern. Die genossenschaftliche Lesemenge liegt etwa 15 Prozent über der üblichen Normalernte“, stellte Dr. Roman Glaser, der Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (bwgv), zum Finale der diesjährigen Weinlese bei einer Pressekonferenz in den Räumen der Weingärtner Stromberg-Zabergäu fest.

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Endspurt bei der Weinlese. Emil und Hilde Altmann lesen in Bönnigheim traditionell von Hand.Foto: Alfred Drossel

Brackenheim. Trotz gebietsweisem Hagel, der Gluthitze und Trockenheit liegt die Erntemenge der 41 Weingärtnergenossenschaften in Württemberg dieses Jahr bei rund 86 Millionen Liter. Im schwachen Vorjahr hatten die württembergischen Weingärtnergenossenschaften nur 59,6 Millionen Liter in die Keller gebracht. Der Ertrag 2018 liegt bei etwa 115 Hektoliter je Hektar Rebfläche. Die durchschnittlichen Mostgewichte bei den Hauptsorten liegen in Württemberg beim Riesling bei 86 Grad Öchsle, Schwarzriesling 93 Grad, Spätburgunder 96 Grad, Trollinger 78 Grad und Lemberger 93 Grad.

Dieter Weidmann, Vorstandsvorsitzender der Württembergischen Weingärtner Zentralgenossenschaft (WZG), vermerkt mit Zufriedenheit die Mengen und Qualitäten. „Wir brauchen sie, damit wir uns auf dem Weinmarkt zu angemessenen Preisen entsprechend positionieren können, und damit auch für die Erzeuger zu einem positiven Ergebnis kommen“, betont Weidmann.

Der Absatz der württembergischen Weingärtnergenossenschaften mit eigener Kellerwirtschaft und eigenem Vertrieb ist im ersten Halbjahr 2018 um 1,5 Millionen (4,5 Prozent) auf 35 Millionen Liter Wein und Sekt gestiegen. Der Umsatz legte im gleichen Zeitraum um 2,6 Millionen Euro auf 100,8 Millionen Euro zu. Im Jahr 2017 haben die Weingärtnergenossenschaften 69,3 Millionen Liter Wein und Sekt verkauft. Der Umsatz verringerte sich derweil um 3,2 Millionen Euro (1,5 Prozent) auf 214,8 Millionen Euro.

Der Weinmarkt sei weiter unter Druck, stellt Dieter Weidmann fest. Ein positiver Trend sei nur bei Weißwein zu verzeichnen. Die Ausgaben der deutschen Haushalte für alkoholische Getränke seien zwar im ersten Halbjahr 2018 aufgrund der witterungsbedingten Entwicklung bei Bier und Biermischgetränken erstmals wieder leicht gestiegen, der Anteil der Ausgaben für Wein und Sekt sei jedoch nach wie vor rückläufig. „Die Ursachen für diese Entwicklung liegen in einem deutlich kritischeren Umgang der Menschen mit Alkohol und in der Folge in einem schleichenden Rückgang der Käuferreichweite, der Intensität sowie der Einkaufshäufigkeit“, berichtet Dieter Weidmann.

2017 setzte sich der Strukturwandel im Weinbau in Württemberg weiter fort, stellt Roman Glaser fest. Seit Jahren sei die Zahl der Betriebe in Württemberg rückläufig; kleine Nebenerwerbsbetriebe würden vermehrt aufgeben, während die Zahl der Betriebe über fünf Hektar Anbaufläche zunehme. In Württemberg arbeiten 40 Weingärtnergenossenschaften, dazu kommt noch die WZG in Möglingen. Die genossenschaftliche Ertragsrebfläche hat sich 2017 in Württemberg von 7439 Hektar auf 7467 Hektar (plus 28 Hektar beziehungsweise 0,4 Prozent) erhöht.

Dies entspricht fast 70 Prozent der Gesamtfläche. „Wir wollen die genossenschaftliche Rebfläche möglichst hoch halten. Nur gemeinsam sind die Weingärtner in Württemberg stark und für alle Zukunftsherausforderungen gewappnet“, sagt Präsident Glaser. 2017 gab es in Württemberg keine Fusion bei Genossenschaften.

Die Weingärtner Stromberg-Zabergäu hatten die Gelegenheit, sich und ihre Weine vorzustellen. „Wir erwarten hohe, überdurchschnittliche Qualitäten im Bereich der Referenzmenge von 7,5 Millionen Litern“, sagt Geschäftsführer Dr. Bernd Kost. Derzeit feiern die zur Genossenschaft gehörenden Bio-Betriebe ihr 25-jähriges Bestehen. „Damit zählen wird zu den ältesten und größten Bioweinerzeuger Deutschlands“, berichtet Vorstandsvorsitzender Rainer Lang.