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Selbst Amerikaner wollen „Drop it“

Die beiden Erdmannhäuser Spieleautoren Uwe Rapp und Bernhard Lach sind inzwischen international gefragt

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Uwe Rapp (links) und Bernhard Lach mit ihren aktuellen Spielen „Schüttel‘s“ und „Drop it“.Foto: Ramona Theiss

erdmannhausen. Ihr Würfelspiel Qwinto begeistert auch Japaner und für „Drop it“, das im April auf den Markt kommt, gibt es bereits eine Interviewanfrage aus den USA. Kein Zweifel, die beiden Spieleautoren Uwe Rapp und Bernhard Lach sind gefragte Leute. Vor 15 Jahren veröffentlichten sie ihr erstes Spiel, inzwischen sind es über 40 mit mehr als einer halben Million weltweit verkaufter Exemplare.

Ein Riesenerfolg für zwei Männer, die ihre helle Freude daran haben, leicht zu lernende und spaßige Gesellschaftsspiele auszutüfteln. Damit kommen sie inzwischen auch bei renommierten Verlagen an. Und die Branche trotzt dem digitalen Hype. Gemeinsam am Tisch sitzen, würfeln, Karten zücken, Spielfiguren bewegen und mit Spielgeld zahlen, das liegt nach wie vor im Trend. „Aber es wird jetzt alles internationaler“, sagt Uwe Rapp. Vor allem das neue Spiel „Drop it“ hat das Zeug, ein weltweiter Erfolg zu werden. Laut Bernhard Lach existieren bereits pfiffige Werbespots in den USA und den Niederlanden. Die Materialien und die einfachen Regeln machen „Drop it“ so attraktiv. Es gilt, bunte Kreise, Quadrate und Rauten in den flachen Schacht eines senkrechten Spielbretts zu werfen, und zwar dort, wo es die meisten Punkte gibt. Die Schwierigkeit: Gleiche Formen oder Farben dürfen sich nicht berühren. Das Punktesammeln kann da ganz schön vertrackt werden, Geschick und Taktik sind gefragt. Und da es lediglich um Farben und Formen geht, hat das Spiel internationales Potenzial. „Die Redaktion des Kosmos-Verlags war gleich Feuer und Flamme“, erzählt Lach. „Wir entwickeln generell Familienspiele, bei denen nicht erst zwei Stunden lang die Anleitung studiert werden muss“, ergänzt Uwe Rapp. Das neue Spiel passt da genau ins Konzept.

Das trifft auch auf „Schüttel’s“ zu, das im vergangenen Herbst herauskam und mit einer liebevoll ausgestalteten Szenerie überzeugt. Im Mittelpunkt stehen 50 kleine Wichtel-Spielfiguren und die sorgen für reichlich Wohlstand im Ort mit dem Wirtshaus, der Schweinegrube, der Apotheke, der Bäckerei und anderen Standorten. Die kleinen Gesellen gehen eifrig ans Werk, es muss aber eine bestimmte Anzahl von Wichteln mit dem Becher erschüttelt werden, um zu reüssieren. Wer Pech hat, muss schon mal an den Pranger und wer besonders lukrative Felder erschüttelt, dem ist der Geldsegen sicher. Magische Hände sind gefragt, denn das genaue Schütteln ist gar nicht so einfach. Das Spielgeld besteht aus kleinen Scheinen, und auch die sind nicht wegzudenken. „Bargeldloses Bezahlen hat beim Familienspiel keine Chance“, sagt Bernhard Lach und schmunzelt. Es sei auch schon versucht worden, das Smartphone in ein Spiel zu integrieren, aber ohne Erfolg. Das von Rapp und Lach 2015 herausgebrachte Würfelspiel „Qwinto“, dem 2017 das entsprechende Kartenspiel folgte, hat es sogar auf die Empfehlungsliste zum „Spiel des Jahres“ geschafft, und davon gibt es sogar eine japanische Ausgabe. Seit diesem Jahr können dank der beiden Spieleautoren auch dicke Fische geangelt werden, das simple Kartenspiel „Fat Fish“ macht es möglich. „Der Markt der Gesellschaftsspiele boomt“, unterstreicht Uwe Rapp. „Das ist nicht nur Kinderkram, von dem Vorurteil müssen wir wegkommen. Es gibt viele Spieletreffs und Spielgruppen“, ergänzt er und verweist auch auf die Psychologie des Spielens. Jeder sei authentisch, man könne sich nicht hinter einer Maske verstecken. Und für die Persönlichkeitsentwicklung sei es ebenfalls von Vorteil. Denn beim Spielen lerne man, mit Niederlagen umzugehen.

Die beiden Autoren testen ihre Neuentwicklungen regelmäßig bei Spieletreffs. Beispielsweise bei den Spieleabenden in der Großbottwarer Bücherei. Und konstruktive Kritik kommt auch von den Ehefrauen.

Info: Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.klarspieler.de.