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Winter

So machen Sie Ihren Garten winterfest

Spätestens wenn die Tage kürzer werden und die Bäume langsam ihr goldenes Herbstkleid abwerfen, sollte der Garten auf die kalte Jahreszeit vorbereitet werden. Gärtner Dirk Teske aus Eberdingen-Hochdorf weiß nicht nur, wie Sträucher, Stauden und Co. die frostigen Temperaturen unbeschadet überstehen, sondern auch, wie der Garten selbst in der kalten Jahreszeit ein attraktives Bild abgibt.

Getrocknete Blüten- und Fruchtstände bereichern das Gartenbild im Winter enorm, deshalb sollten sie nicht zu rigoros gekappt werden. Foto: LianeM - stock.adobe.com
Getrocknete Blüten- und Fruchtstände bereichern das Gartenbild im Winter enorm, deshalb sollten sie nicht zu rigoros gekappt werden. Foto: LianeM - stock.adobe.com
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Der Winter naht mit großen Schritten. „Bis Ende November sollte der Garten winterfest gemacht werden“, erklärt Gartengestalter Dirk Teske aus Eberdingen. Bevor Christstollen und Spekulatius ihren Weg auf den Kaffeetisch finden, gibt es noch jede Menge zu tun. „Für ein gepflegtes Gartenbild auch über den Winter sollte jetzt der Schnitt von Hecken und Formgehölzen sowie der saubere Rückschnitt von Stauden wie zum Beispiel Rittersporn oder Sonnenhut erfolgen“, so der Experte.

Aber Achtung! Nicht alles rigoros kappen, denn getrocknete Blüten- und Fruchtstände bereichern, von Raureif überzuckert, das winterliche Gartenbild enorm. „So können beispielsweise hohe ornamentale Gräser wie Pfeifen- oder Chinagras stehen gelassen und, um ihre Form zu erhalten, leicht abgestützt werden“, rät Dirk Teske. Sein Betrieb, den er zusammen mit Andrea Lüdemann führt, gehört dem Zusammenschluss der Gärtner von Eden an, einem genossenschaftlichen Zusammenschluss von rund 50 Gartengestaltern aus Deutschland und der Schweiz.

Besonders wichtig: Das Gießen nicht vergessen!

Auch dem Rasen sollte in Vorbereitung auf den Winter noch einmal besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. „Es gilt, die Rasenfläche von heruntergefallenem Laub zu befreien, damit diese gut belüftet ist und abtrocknen kann“, so der Experte. Der hygienische Aspekt spielt hierbei eine große Rolle. Denn Pilzkrankheiten wie Mehltau können sich durch eine frühzeitige Entfernung von heruntergefallenem Laub erst gar nicht auf andere Pflanzen übertragen.

Deshalb empfiehlt Dirk Teske eine fachgerechte Entsorgung: „Um eine Vermehrung von Krankheiten zu vermeiden, sollte Falllaub nicht auf dem Kompost, sondern in der Biotonne entsorgt werden.“ Außerdem sollten alle ausladenden Pflanzen wie Bambus oder Eiben zusammengebunden und zeitnah von gefallenem Schnee befreit werden, damit sie unter den Lasten des Schnees nicht zusammenbrechen. Besonders wichtig: Das Gießen nicht vergessen! Immergrüne Pflanzen benötigen auch im Winter regelmäßig Wasser, damit sie nicht zu sehr austrocknen. „Viele Pflanzen, die den Winter nicht überstehen, sind verdurstet und nicht erfroren“, verrät der Gärtner von Eden.

Für mediterrane Gewächse im Topf wie Oleander oder Zitruspflanzen ist der richtige Zeitpunkt gekommen, ein gut temperiertes Plätzchen zum Überwintern zu finden, etwa im lichtdurchfluteten, kühlen Wintergarten. Tipp vom Profi: Frostempfindliche Kübelpflanzen können mit einem Thermovlies zusätzlich geschützt werden. Wer nicht genug Platz hat, kann seine Lieblingsstücke auch bei einer Baumschule überwintern lassen, dort sind sie willkommene zahlende Gäste.

Auf Hochtouren sollte jetzt auch die Arbeit am Gartenteich laufen. Der muss von alten Seerosen und anderen Wasserpflanzen, die absterben und das Wasser belasten könnten, befreit werden. Je nach Einbautiefe ist es jetzt außerdem an der Zeit, die Pumpen des Wasserbeckens und der Bewässerungssysteme vom Profi demontieren und reinigen zu lassen, damit sie durch die Minusgrade nicht beschädigt werden.

Die Winterzeit gilt zwar als die ruhigste Zeit im Gartenjahr, trotzdem gibt es immer etwas zu tun. „Der Winter kann auch gut dazu genutzt werden, rechtzeitig die Gartenplanung für den kommenden Frühling anzugehen“, rät Dirk Teske. Ein dabei oft vernachlässigter Punkt ist das Setzen von Zwiebeln, die den Garten im Frühling in ein Blütenmeer verwandeln. Diese können auch noch im November bei frostfreiem Wetter in die Erde gebracht werden.

Wesentliche Elemente der Planung für das neue Gartenjahr sind außerdem die Auswahl neuer Pflanzen sowie das Umsetzen bereits vorhandener Gehölze. Für diese Gartenarbeit ist der Spätherbst die beste Jahreszeit. „Struktur und eventuelle Schwachstellen des Gartens sind in der kalten Jahreszeit viel deutlicher zu erkennen“, so der Experte. Kahle Beete und Rabatten können mit Pinienmulch, Schiefer- oder Lavasplitt verschönert werden, die auch im nächsten Jahr noch ein attraktiver Blickfang sind.

Auch in der kalten Jahreszeit geizt der Garten nicht mit seinen Reizen und lädt dazu ein, ganz neue Entdeckungen zu machen. „Mit einem flexiblen Beleuchtungskonzept beispielsweise lassen sich wunderbare Akzente setzten, die dem Stand der Vegetation angepasst werden und dem Garten bei Dunkelheit noch einmal einen ganz neuen Charakter einhauchen können“, unterstreicht Edengärtner Teske. „Aber weniger ist oft mehr.“ Er empfiehlt etwa, einen einzeln stehenden Baum oder Strauch mit einem am Boden angebrachten Strahler anzuleuchten. Gerade im Herbst und Winter lassen sich damit bizarr-schöne Effekte erzielen. Raureif und Schnee verwandeln immergrüne Pflanzen und Gehölze in kunstvolle Eisskulpturen, die in der Wintersonne glänzen.

Doch die Weichen für ein gelungenes Wintermärchen vor der eigenen Haustür werden viel früher gestellt: Wer schon während der Pflanzzeit die richtige Auswahl trifft, sorgt dafür, dass der winterliche Garten durch Form, Farbe und Blüten und Duft bereichert wird. So beispielsweise durch die nach Vanille duftenden rosa Blüten des Winterschneeballs, die rahmweißen Blüten der Winterheckenkirsche oder die angenehm duftenden, frostbeständigen Blüten der Zaubernuss. Wer fragt da noch nach Christstollen? (red)