Logo

Corona

Sorge beim Hochfahren der Schulen

Die Gymnasien kommen langsam wieder zum Laufen. Heute beginnen die ersten Abiturprüfungen und nach Pfingsten soll der allgemeine Betrieb wieder hochgefahren werden. Während für das Abitur die Vorbereitungen gut gelaufen sind, macht der Unterricht nach den Pfingstferien noch Probleme.

So eng wird es in diesem Schuljahr im Unterricht nicht mehr zugehen. Archivfoto: Franziska Kraufmann/dpa
So eng wird es in diesem Schuljahr im Unterricht nicht mehr zugehen. Foto: Franziska Kraufmann/dpa

Kreis Ludwigsburg. Nach den Pfingstferien soll der Betrieb an den Gymnasien wieder hochgefahren werden. Nach und nach kommen die Schüler wieder in den Präsenzunterricht. Wobei die eine Hälfte weiter im Fernunterricht und die andere Hälfte in der Schule sitzt. Nur auf diese Weise können die Abstandsregeln eingehalten werden. Damit benötigt man genau doppelt so viele Lehrer, um eine Klasse zu unterrichten, als zuvor. Das sorgt für personelle Engpässe an den Schulen. Wie diese behoben werden können, ist noch nicht klar. Und das sind nicht die einzigen Probleme.

„Noch ist überhaupt nicht klar, wie wir den Unterricht in den Hauptfächern umsetzen sollen. Hinzu kommt noch, dass wir als Lehrer viele engagierte Mütter mit Kindern haben, die können gar nicht am Präsenzunterricht teilnehmen“, sagt Kathleen Kroll. Sie ist immerhin Rektorin am größten Gymnasium im Land, dem Friedrich-Schiller-Gymnasium in Marbach. Ihr ist klar, dass auch das Kultusministerium unter Druck steht, doch bis zum Start müssten noch einige Lösungen gefunden werden.

Ähnlich sieht es auch der Kollege an der Oscar-Paret-Schule in Freiberg. „Wir benötigen konkrete Vorgaben und Absprachen vor dem Start“, so Schulleiter René Coels. Das sei eine deutlich schwierigere Aufgabe als das diesjährige Abitur.

Auch in Markgröningen am Hans-Grüninger-Gymnasium sieht man sich weitgehend allein gelassen. „Bisher ist noch nicht klar, was wir machen sollen. Wir haben aber den Vorteil, dass unsere Räume groß genug sind. Wir müssen die Klassen nicht dritteln, wie an anderen Schulen“, so die Schulleiterin. Einen weiteren Vorteil gebe es: Man könne die Altersklassen der Schüler mischen. Davon verspreche man sich mehr Disziplin.

Eine Reihe von Unsicherheiten auch an den Ellental-Gymnasien in Bietigheim-Bissingen. Wie überall beschneide unter anderem die enge Personaldecke den möglichen Umfang des anstehenden Präsenzunterrichts, da Angehörige der Risikogruppen sowie schwangere Kolleginnen nicht eingesetzt werden können. Durch das schriftliche Abitur und die Korrekturphase werden darüber hinaus auch nach den Pfingstferien Kapazitäten der Oberstufenlehrkräfte gebunden, heißt es in Bietigheim.

Während für den anstehenden Präsenzunterricht noch viele Unklarheiten herrschen, werden die heute beginnenden Abitursarbeiten durch die Bank optimistisch gesehen. „Wir brennen darauf, die Prüfungen jetzt unter Dach und Fach zu bringen. In den vergangenen zwei Wochen haben wir uns gut auf die Abitursaufgaben vorbereiten können“, so die Marbacher Schulleiterin Kathleen Kroll.

Man habe zwar auch schon über eine Halle als Prüfungsort nachgedacht, doch sei man dann wieder davon abgekommen. „Wenn einer husten muss, gerät unter Umständen die gesamte Halle in Panik, das ist nicht gut“, so die Rektorin. Außerdem habe man mit 106 Abiturienten deutlich mehr Prüflinge als andere Schulen. Und für Marbach sei das noch ein kleiner Jahrgang, nächstes Jahr seien dann wieder 250 Abiturienten dran.

In Freiberg sind es dieses Jahr 63 Schüler, die zur Prüfung antreten. „Wir sind gut vorbereitet, wir haben gut gearbeitet. Für uns ändert sich nicht viel“, so René Coels. Man werde das Abitur wieder in der Stadthalle Prisma ablegen, da habe man am meisten Platz zwischen den Schülern und seine Ruhe. Mit einem früheren und damit längeren Einlass könne auch diese schwierige Phase entschärft werden.

Eine ähnliche Lösung wird auch in Markgröningen angeboten. „Wir können glücklicherweise die Stadthalle benutzen. Damit haben wir genügend Platz und sind weg vom Rummel in der Schule“, so Schulleiterin Karin Kirmse. Damit entzerre man die Situation an der Schule. Auch in Markgröningen habe man sich in den vergangenen Wochen gut auf die Prüfung vorbereiten können. In der Stadt stehen in den nächsten Tagen 50 Schüler vor dem Abitur.

Die Ellentalgymnasien haben zum Abitur wichtige Erfahrungen bei der Umsetzung der amtlichen Vorgaben sowie bei den Besonderheiten des Unterrichtens in Teilgruppen gemacht. Dies alles fließe jetzt in die aktuellen Planungen und Konzeptionen für die Ausweitung des Präsenzunterrichts nach den Pfingstferien ein, heißt es aus Bietigheim-Bissingen.

Autor: