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Sorge vor mehr Pendlerverkehr wegen Dieselfahrverbot

Antrag der Stadt Ditzingen auf Ausnahme bis zum S-Bahnhof Weilimdorf abgelehnt – Diskussion um zwei weitere große P&R-Parkplätze geht aber weiter

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Strohgäu/Stuttgart. Selbst in der Dunkelheit kommt man am Thema Dieselfahrverbot derzeit nicht vorbei. Riesige Anzeigetafeln mit LEDs künden etwa an der B.27 oder der B.10 von der seit Jahresbeginn in Stuttgart geltenden Regelung. Und auch bei Tag gibt es Hinweise, wenngleich deutlich kleiner – und speziell für einen Ort im Kreis: Korntal.

Denn wer etwa von der A.81 kommend über die B.10 dorthin will, muss Stuttgarter Gemarkung queren. Zwar nur auf einem kurzen Stück, aber im Falle einer Kontrolle hätten Fahrer von Dieseln mit der Abgasnorm 4 oder schlechter keine guten Karten. Da alle Wege in diesen Teil des Kreises Ludwigsburg aber über Stuttgart führen, und somit auch die Bewohner des Stadtteils Münchingen eingeschränkt wären, gibt es für dieses Fahrtziel eine generelle Ausnahme (wir berichteten). Das gilt auch für eine weitere „Enklave“: den Kornwestheimer Güterbahnhof. Dorthin gelangt man am schnellsten über die B.27a und Stuttgarter Gebiet.

Zwei Ausnahmen für Kreisorte an der Grenze zu Stuttgart – eine dritte verwehrte das Regierungspräsidium nun aber: für Ditzingen. Oberbürgermeister Michael Makurath hatte um freie Zufahrt zum nur rund 1,5 Kilometer entfernten S-Bahnhof Weilimdorf gebeten, weil er fürchtet, dass sich der Pendlerverkehr samt Parkplatzsucher ansonsten auf das Gebiet rund um den Ditzinger Bahnhof und die Innenstadt verlagert – vor allem, wenn die noch in den nächsten Wochen geltende Karenzzeit abläuft. Beim Regierungspräsidium rechnet man aber „nicht mit nennenswertem Ausweichverkehr“, zitiert Makurath aus der Antwort. Zudem fürchte man, dass der Stuttgarter Stadtteil bei einer Freigabe weiteren Pendlerverkehr anziehe.

Derzeit spüre man zwar noch nichts, gibt Makurath zu; Ähnliches ist aus Kornwestheim zu hören. Allerdings sei wegen der Urlaubszeit und der Witterung noch keine belastbare Aussage möglich, vor allem wegen der fehlenden Kontrollen, die es wohl erst ab April geben soll. Danach rechnet er aber durchaus mit mehr Verkehr. Auch weil die weiter von Stuttgart entfernten Orte an der S-Bahnlinie S.6 für Umsteiger eine Tarifzone mehr als von Ditzingen aus bedeuten.

In Sachen Ausnahmen für P&R-Parkmöglichkeiten wünscht er sich, dass „mit mehr Pragmatismus und weniger Dogmatik vorgegangen werden muss und attraktive Umstiege auf S-Bahn-Halte in der Peripherie zugelassen und gefördert werden müssen“.

So wie das gerade für die Parkhäuser in Degerloch (an der B.27 vom Flughafen kommend) – und Österfeld (B.14 vom Stuttgarter Kreuz her) im Gespräch ist, wenngleich nur für Kunden mit VVS-Zeitkarte. Der Stuttgarter Gemeinderat hatte sich in seiner Stellungnahme zum Luftreinhalteplan dafür ausgesprochen, diese und andere P&R-Parkhäuser auszunehmen. Für das Land war das 2018 noch ein „Aufweichen des Fahrverbots“, so eine Stadtsprecherin. Mittlerweile ist es aber umgeschwenkt, die Ausnahmen für diese zwei Häuser werden wohl kommen. „Die Details dazu müssen aber erst noch erarbeitet werden, bevor eine solche Regelung in Kraft treten kann“, heißt es aus dem Verkehrsministerium. Michael Makurath dürfte das bestärken. Er sagt: „Wir werden die Lage weiter beobachten.“

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