Logo

Neue Mitte
Spannende Bauphase steht bevor

350_0900_18218_COKRBaustelle_Neue_Mitte.jpg
350_0900_18218_COKRBaustelle_Neue_Mitte.jpg
Auf der Baustelle am Neckarremser Rathaus herrscht reger Betrieb. Das Gelände ist freigeräumt, in den kommenden vier Wochen müssen mehr als 8000 Kubikmeter Erde ausgehoben werden. Dann rammt ein Spezialfahrzeug 75 Betonpfähle zwölf Meter tief in den Boden.

REMSECK. Trotz des schlechten Wetters gebe es bisher keine Verzögerungen, sagte Baubürgermeister Karl Velte auf Nachfrage unserer Zeitung. Damit die ersten Bauwerke für Remsecks Neue Mitte entstehen können, mussten Teile des alten Rathauses, der Garagen und Nebengebäude abgerissen werden (wir berichteten). Um mit dem Ausheben der Baugrube für ein zentrales Rathaus, eine Stadthalle, eine Tiefgarage, einen Fest- und Marktplatz sowie einen Kubus mit Stadtarchiv und Mediathek beginnen zu können, wurde in den vergangenen Tagen das komplette Gelände freigeräumt. Die große Bautafel hat einen neuen Platz bekommen, gelagertes Material ist entfernt. Container für das Baubüro, die Arbeiter und die Bauleitung sind aufgestellt.

Die Baugrube wurde bereits vermessen. Wer am Neckarremser Rathaus vorbeikommt, sieht eine Vielzahl von bunt markierten Pflöcken in der Erde stecken. „Bereits jetzt kann man mit geschultem Auge die konkreten Umrisse der geplanten Gebäude erkennen“, freut sich Karl Velte. Nun werde die Baugrube ausgehoben. Mehr als 8000 Kubikmeter Erde müssten bewegt werden. Laut Zeitplan sollen diese Arbeiten in den kommenden vier Wochen über die Bühne gehen.

Danach beginne eine besonders spannende Phase, so der Baubürgermeister weiter. Rund 75 Bohrpfähle mit einer Tiefe von etwa zwölf Metern müssten gegründet werden. Wenn alles weiter nach Plan läuft, soll das dafür erforderliche 40 Tonnen schwere Kettenfahrzeug samt riesigem Bohrgestänge am 22. Februar erstmals zum Einsatz kommen. Via Spezialtransport wird es nach Remseck gebracht.

Die Statik des neuen Gebäudeensembles am Hechtkopf sei eine sehr anspruchsvolle Aufgabe und eine Herausforderung für die Planer, erklärte Velte. Bei den oberen Erdschichten des Geländes zwischen Rems und Neckar handle es sich um leichte Böden, beispielsweise Kiesaufschüttungen. Diese seien nicht tragfähig genug für die großen Baukörper. Erst in mehr als zehn Metern Tiefe stoße man auf gewachsenen Boden. Deshalb müssten Rathaus, Stadthalle und Tiefgarage auf Betonpfähle gestellt werden. „Etwa alle drei Meter wird eine solche Stütze gesetzt. Darauf kommt eine Betonplatte und darauf die neuen Gebäude – auch die Tiefgarage. Es ist wichtig, dass alle Gebäudeteile eine Einheit bilden“, so der Baubürgermeister. Diese aufwendige Bauweise mache das Projekt teuer. Zur Erinnerung: Gut 35 Millionen Euro sind dafür einkalkuliert.

Karl Velte wies noch auf eine Besonderheit hin: „Wenn wir schon so tief bohren, dann wollen wir auch die Erdwärme nutzen“. In einige Betonpfähle werden deshalb Leitungen eingebaut, um die Geothermie in den neuen städtischen Gebäuden nutzen zu können. Etwa drei bis vier Bohrungen wird das Spezialfahrzeug pro Tag ausführen können, so dass in maximal drei Wochen alle Pfähle gegründet sein müssten. „Mitte März wollen wir mit den klassischen Rohbauarbeiten beginnen“, so Velte. Im Frühjahr 2020 soll alles fertig sein, das alte Rathaus im Herbst 2020 abgerissen werden.

INFO: Interessierte können den Baufortschritt über eine Webcam, die auf dem Dach des Rathauses installiert ist, im Internet verfolgen. Das Bild aktualisiert sich alle zehn Minuten auf www.remseck.de/webcam.