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Planung

Stadt will bei der IBA mitmischen

Das Bietigheimer Bogenviertel soll 2027 Bestandteil der Internationalen Bauausstellung in Stuttgart werden

Anstelle der alten DLW-Industriehallen sollen zukünftig Wohn- und Gewerbeflächen im Bogenviertel entstehen.Foto: Alfred Drossel
Anstelle der alten DLW-Industriehallen sollen zukünftig Wohn- und Gewerbeflächen im Bogenviertel entstehen. Foto: Alfred Drossel

Bietigheim-Bissingen. Die Stadt plant schon seit Jahren, jetzt ist das Bogenviertel – auf dem ehemaligen DLW-Gelände – einen wichtigen Schritt weiter gekommen. Der Gemeinderat hat das Verfahren für einen Bebauungsplan eingeleitet. Das war gar nicht so einfach, denn immerhin lobte Bietigheim-Bissingen einen europaweiten städtebaulichen Wettbewerb aus. Damit wollte man die besten Ideen an die Enz holen und auch die Voraussetzung für die Internationale Bauausstellung (IBA) in Stuttgart schaffen.

Hier soll im Jahr 2027 gezeigt werden, wie Wohnen und Arbeiten in Zukunft aussehen können. Dafür ist die 8,5 Hektar große Industriebrache in Bietigheim bestens geeignet, so der Gemeinderat. Das Bogenviertel wäre gerne das Aushängeschild der Ausstellung, wie einst die Stuttgarter Weißenhofsiedlung im Jahr 1927 für die Ausstellung des Werkbundes.

Auch in Stuttgart ist man von dem Bietigheimer Projekt angetan, doch die Rahmenbedingen zu der internationalen Ausstellung werden erst noch entwickelt. Noch ist unklar, wie und in welchem Umfang die Stadt daran teilnehmen kann. Zumindest ist man seit März in Kontakt. Das gegenseitige Interesse zeigt sich auch darin, dass der Intendant, Andreas Hofer, an dem Ideenwettbewerb zum Bebauungsplan selbst mitwirkte.

„Die Rahmenbedingungen in Bietigheim und die Dimension sind für die IBA sehr interessant. Es gibt aber noch keine offizielle Einreichung“, sagt Sprecher Markus Bauer. Die Brautschau hat also schon begonnen, sie ist allerdings noch nicht offiziell.

Von dem Stuttgarter Zeitplan will sich die Stadt Bietigheim-Bissingen nicht beeinflussen lassen. Als Nächstes werden die Pläne den Bürgern vorgestellt. Deren Vorschläge können dann in den Entwurf zum Bebauungsplan eingearbeitet werden. Das Genehmigungsverfahren soll im nächsten Jahr über die Bühne gehen. Mit dem Abriss der ersten DLW-Gebäude ist im Jahr 2020 zu rechnen.

Unklar ist, ob die Planungen der IBA dann schon konkrete Formen angenommen haben. Auf dem früheren Industriegelände sollen später einmal rund 1500 Menschen leben. Auf dem Areal soll allerdings auch gearbeitet werden. Das ist nicht nur der Tatsache geschuldet, dass in modernen und urbanen Siedlungen Wohnen und Arbeiten keinen Widerspruch mehr darstellen. Die gewerblichen Flächen sind auch notwendig, um die Wohnungen im inneren Bereich gegen den Lärm von der Bundesstraße und den Bahngleisen abzuschirmen.

In der Beurteilung der Jury zum Entwurf des Bebauungsplans wird die „robuste Blockstruktur“ hervorgehoben, die dem Ort angemessen sei. Auf diese Weise könnten urbane Flächen und architektonische Freiräume geschaffen werden. So entstehe ein eigenständiges Quartier. In der Mitte des Quartiers sind die mehrgeschossigen Wohnhäuser in Blockstruktur angeordnet. Um die Gebäude herum ist eine ringförmige Erschließungsstraße vorgesehen, die weniger Platz benötigt, als andere Verkehrskonzepte.

Der Jury ist aber auch diese Lösung zu breit und zu „autolastig“. Sie wünscht sich eine flexible Erschließung, bei der nicht der Autoverkehr im Vordergrund steht.

Mehrere oberirdische Parkhäuser sind vorgesehen. Diese sind billiger und würden die Mieten in dem Wohngebiet senken. Und falls zukünftig immer mehr Fahrzeuge umweltbewusst geteilt werden (Carsharing), könnten diese wieder abgerissen und durch Wohnungen ersetzt werden.

Nachgearbeitet werden muss noch die Erschließung des Bogenviertels für die Fußgänger aus Richtung Bahnhof. Vorgesehen ist bisher eine Unterführung, die Jury allerdings würde eine Brücke bevorzugen. Und auch mit einem Turm, wie in anderen Entwürfen vorgesehen, kann man sich anfreunden. Dies alles soll jetzt in einen endgültigen Plan eingearbeitet werden, über den der Gemeinderat am Ende entscheidet.

Ein Vorteil des städtebaulichen Siegerentwurfs ist seine Flexibilität. Das Gebiet kann in zeitlich unterschiedlichen Phasen überbaut werden. Im ersten Abschnitt werden die Sanierung des Verwaltungsgebäudes und der Bau einer Kita umgesetzt. Danach folgen nach und nach die Wohn- und Geschäftsgebäude auf dem Areal.

Info: Die Pläne sind im Internet zu finden unter www.bogenviertel.de oder www.bietigheim-bissingen.de.

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