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Infrastruktur

Stadtmauer: Abriss oder Sanierung

Weitere Abbrucharbeiten in Oberriexingen zunächst gestoppt – Kommunalpolitik will erst eine statische Untersuchung

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Stadtmauer in Oberriexingen: Das Bauwerk ist vorerst provisorisch gesichert, das weitere Vorgehen unklar.Foto: Alfred Drossel

oberriexingen. Eine Nacht lang kämpfen Anfang Januar Experten des Technischen Hilfswerks, um die Oberriexinger Stadtmauer vor dem Einsturz zu bewahren. Auslöser des Einsatzes ist ein Abbruchunternehmen, das eine alte Immobilie abreißen soll, die direkt an die Stadtmauer angelehnt ist. Allerdings stürzt der Gewölbekeller ein und droht, die alte Mauer mitzureißen.

Bürgermeister Frank Wittendorfer lobte am Dienstagabend im Gemeinderat den erfolgreichen Einsatz des Technischen Hilfswerks in Oberriexingen, durch den größerer Schaden – etwa an der angebauten Schmiede – hätte verhindert werden können. Er räumte jedoch auch ein, dass die weiteren Schritte nun unklar sind. „Es wird teurer, der Terminplan stimmt auch nicht mehr“, so der Rathauschef. Darüber hinaus gab Wittendorfer an, dass die Ursache des Unglücks offenbar ein fahrlässiges Verhalten des Baggerführers gewesen sei. Er habe den Gewölbekeller unter der Stadtmauer zum Einsturz gebracht und der Mauer das Fundament entzogen.

Klar ist, dass die Rettungsaktion, an der rund 45 Einsatzkräfte beteiligt waren, richtig Geld gekostet hat: Die ersten Rechnungen seien schon eingegangen, so Wittendorfer. Eine Summe nannte der Schultes jedoch nicht. Letztendlich werde die Baufirma belastet. Die Stadt habe vorsorglich ihre Rechtsschutzversicherung informiert. Strafrechtliche Schritte gegen den Verursacher werde es nicht geben, sagte Wittendorfer weiter.

Dann umriss der Bürgermeister, wie es an der mittelalterlichen Mauer weitergehen könnte. Möglich sei eine Sanierung im Pressverfahren, die Kosten in Höhe von 50 000 Euro verursache. Die Sanierung der Schmiede sei mit 25 000 Euro kalkuliert. Die Mauersanierung, auch der städtische Teil, koste mehr als 50 000 Euro. Der Abbruch der Scheune dürfe nur von Hand, ohne den Einsatz von schweren Maschinen vorgenommen werden. Das Vaihinger Baurechtsamt habe „knallharte Vorgaben“ angekündigt, so Wittendorfer.

Um die Vergabe der Abbruch- und Straßenarbeiten haben sich drei Firmen beworben. Bürgermeister und Gemeinderat wollen die bisherige Firma beauftragen. Joachim Stecher (Oberriexinger Bürgerliste) wies im Gemeinderat darauf hin, dass die Arbeiten andere als vor dem Einsturz seien. Das müsse berücksichtigt werden. Rolf Regener (Oberriexinger Bürgerliste) hatte keine Bedenken bei der Vergabe: „Die Firma wird jetzt besser aufpassen.“ Armin Schmid (Unabhängige Bürger) sagte, „man darf eine Firma nicht wegen des Fehlverhaltens des Baggerfahrers bestrafen“. Er will, dass geprüft wird, ob es nicht sinnvoller wäre, die Stadtmauer ab- und wieder neu aufzubauen. Der Bürgermeister befürchtet jedoch, dass hier der Denkmalschutz wohl nicht mitspielen werde.

Für Roger Hess (Unabhängige Bürger) ist es wichtig, die Stadtmauer statisch zu untersuchen, bevor weitere Schritte eingeleitet werden. Deshalb müsse die Vergabe der Abbrucharbeiten aufgeschoben werden. Dem schloss sich das Gremium an.