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Stammstreckensperrung
Stammstreckensperrung: Besser geschmiert durch den Sommer

So soll die S-Bahn-Station am Stuttgarter Hauptbahnhof nach den Umbauarbeiten einmal aussehen. Illustration: VRS (p)
So soll die S-Bahn-Station am Stuttgarter Hauptbahnhof nach den Umbauarbeiten einmal aussehen. Illustration: VRS (p)
Die Sperrung der Stammstrecke hat vor allem in der zweiten Ferienhälfte für riesige Probleme gesorgt. Jetzt will die S-Bahn daraus für die Zukunft lernen.

Kreis Ludwigsburg. Der 16. August wird als „Schwarzer Tag“ in Erinnerung der S-Bahn in Stuttgart bleiben. Bis dahin lief die Sperrung der Stammstrecke drei Wochen weitgehend reibungslos. Ab der zweiten Augusthälfte kam es allerdings zu gravierenderen Problemen im S-Bahn-Verkehr, so Dirk Rothenstein von der DB Regio AG. Aus bisher nicht abschließend geklärter Ursache, so hieß es gestern im Verkehrsausschuss der Region Stuttgart, wurde bei routinemäßigen Überprüfungen bei zahlreichen S-Bahn-Fahrzeugen ein außergewöhnlich hoher Verschleiß an den Rädern festgestellt. Dieser hatte seinen Grund vor allem in den Fahrten auf der bogenreichen Panoramabahn. Der S-Bahn-Verkehr wurde dort daraufhin eingestellt, wodurch das Netz de facto zweigeteilt worden ist.

In den darauf folgenden Tagen konnte aber zumindest ein eingeschränkter Notbetrieb mit Ersatzfahrzeugen zwischen Stuttgart-Hauptbahnhof und Stuttgart-Vaihingen aufgebaut werden. Die Fahrgäste waren parallel von zahlreichen weiteren Einschränkungen betroffen. Etwa durch andere, bereits geplante Baustellen, Sperrungen auf der Gäubahn, die dreiwöchige Totalsperrung der Filstalbahn zwischen Stuttgart und Ulm oder über einen längeren Zeitraum immer wieder auftretende Störungen. Dazu zählte der Ausfall der Fernsteuerung des Stellwerks in Marbach, wodurch der S-Bahn-Verkehr zwischen Benningen und Kirchberg an den betroffenen Tagen vollständig eingestellt werden musste. Denn die DB Netz konnte das Stellwerk vor Ort nicht besetzen.

An mehreren Tagen kam es auch zu Streiks der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), infolge derer der gesamte S-Bahn-Verkehr jeweils auf einen Ersatzfahrplan im Stundentakt reduziert wurde. Schließlich war über beinahe vier Tage hinweg der Bonatzbau am Stuttgarter Hauptbahnhof gesperrt. Im Zuge der Bauarbeiten zur Sanierung des Gebäudes hatten sich einzelne Steine im Mauerwerk gelöst, die auf den Bahnhofsvorplatz hinabstürzten. Bis zur Klärung der Ursache mussten Reisende lange Umwege durch den Schlossgarten oder entlang der Heilbronner Straße auf sich nehmen. Wegen der Sperrung der Panoramabahn wichen viele Pendler auf die Stadtbahn aus, die dann häufiger fahren musste. Dafür entstanden Mehrkosten von rund 172000 Euro, die die Region Stuttgart der SSB ausgleichen will.

Doch die nächste Stammstreckensperrung kommt schon in den nächsten Sommerferien. Rothenstein geht davon aus, dass durch eine bessere Schmierung der Räder auf der Panoramabahn die Probleme behoben werden können. Außerdem wird eine zusätzliche Linie des Regionalverkehrs während der Sperrung auf der Strecke eingesetzt, um den Verkehr aufzufangen. Ganz wichtig ist dem S-Bahn-Chef, dass nach Abschluss der Arbeiten ein ausführlicher Probe- und Testbetrieb vorgenommen wird. So könnten etwaige Mängel entdeckt werden, bevor es wieder in den Vollbetrieb geht.

Zustimmung zu den Plänen kam von den Parteien im Verkehrsausschuss. Der CDU-Verkehrssprecher Rainer Ganske und Michael Lateier (Grüne) hoben auch die guten Erfahrungen mit dem kurzfristig eingerichteten „On-Demand“-System vor allem in den Nachtstunden hervor. Dieses „Ruf-System“ habe einige Schwierigkeiten aufgefangen und sollte ausgebaut werden.