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Statistik zeigt Licht und Schatten

Zum Teil deutlich mehr Sachbeschädigungen – Betrug im Internet nimmt zu

Pleidelsheim/Affalterbach/ Oberstenfeld. Normalerweise sorgt ein Fünf-Jahres-Hoch für gute Stimmung, bei der Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik aber eher nicht: Die Zahl der in Pleidelsheim begangenen Straftaten ist mit 209 im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Das sind nicht nur 25,1 Prozent mehr als im Vorjahr, die Zahl steht auch dem Trend im Land (-6,1 Prozent) und beim Polizeipräsidium Ludwigsburg (-2,2 Prozent) entgegen.

Allerdings liegt die Spitze weniger an Mord und Totschlag, sondern an den Steigerungen bei Diebstählen (58, fünf mehr als 2019) und den Sachbeschädigungen (46, plus 27!). Für Katrin Groß, Leiterin des für Pleidelsheim zuständigen Polizeipostens Freiberg, sind die vielen Vermögens- und Fälschungsdelikte (33, plus 14) eine Corona-Begleiterscheinung. „Mit den Bestellungen im Internet häufen sich auch die Waren- und Kreditbetrügereien.“ So werde ein vermeintliches Schnäppchen schnell zum Reinfall. Bei den Sachbeschädigungen registrierte die Polizei in der Gemeinde mit ihren 6500 Einwohnern „ein wildes Potpourri“ von beschädigten Briefkästen über demolierte Jagdkanzeln bis zu zerkratzten Autos.

Ein „trauriges Hoch“ gebe es auch beim Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen (43 von 89, das entspricht 48,3 Prozent). Die meisten Täter waren Erwachsene, die Polizei hat aber auch zwei Kinder gefasst. Bürgermeister Ralf Trettner ist mit den Zahlen „nicht ganz so glücklich“ und gespannt, wie sie sich 2021 weiterentwickeln.

Anders das Bild in Affalterbach. „Sehr viel sicherer kann man nicht leben“, so fasste Joachim Schäfer vom Bezirksdienst des Polizeireviers Marbach die Bilanz des Jahres 2020 zusammen. Gerade einmal 57 Straftaten verzeichnet die polizeiliche Kriminalstatistik für die knapp 4500 Einwohner zählende Gemeinde; das sind 30 Fälle oder 34,5 Prozent weniger als 2019 und der niedrigste Wert in den vergangenen fünf Jahren. Ähnlich wie in Pleidelsheim gab es die mit 16 Taten größte Häufung im Bereich Vermögens- und Fälschungsdelikte. Unter den neun Rohheitsdelikten dominierten sechs sogenannte einfache Körperverletzungen, von den zehn Sachbeschädigungen richteten sich fünf gegen Autos. Keine Wohnungseinbrüche, kein Laden- und kein Fahrraddiebstahl, da sprach auch Bürgermeister Steffen Döttinger bei der Vorstellung der Statistik im Gemeinderat von einer „guten Entwicklung“.

Zwar verzeichnet Oberstenfeld mit 190 Straftaten im vergangenen Jahr auch eine starke Zunahme um 29,3 Prozent, aber dies sei nicht besorgiserregend, so der Marbacher Revierleiter Frank Bartel. „Im Jahr davor hatten wir im Vergleich sehr niedrige Zahlen“, sagte er in der Gemeinderatssitzung. Auffällig ist der Anstieg bei den Vermögensdelikten auf 45 Fälle. Grund hierfür sei ein Agent im Ort, der als Zwischenhändler für Bestellungen fungierte. Die Zahl der Rohheitsdelikte wie Körperverletzung und Bedrohung stieg von 28 auf 37 Fälle an, dafür sank die Anzahl der Gewaltdelikte von sechs auf drei Fälle. Die Zahl der Rauschgiftdelikte war mit 13 Fällen ebenfalls hoch, was an einem größeren Verfahren in Großbottwar lag, das sich auf Oberstenfeld ausbreitete. Beim schweren Diebstahl bewegt man sich mit 33 Fällen auf dem höchsten Stand seit Jahren, was an mehreren Gartenhausaufbrüchen im Waldgebiet Gronau/Prevorst lag.

Probleme mit Körperverletzungen habe es in der Asylunterkunft gegeben, was vor allem an einem Tatverdächtigen lag, der aus Bietigheim kam, wo er bereits Probleme gemacht hatte. Mittlerweile sei er wegen Raubes in Haft. (in, fri, pat)