Logo

Marketing

Steillagen sollen Tourismus im Landkreis puschen

Das Ziel heißt „Steillagenland“: Die terrassierten Weinberge an Enz und Neckar sollen im Rahmen einer gemeinsamen Marketingstrategie zum touristischen Markenzeichen des Landkreises werden.

Grüße aus dem Landkreis Ludwigsburg: Steillagen – wie hier in Mundelsheim.
Grüße aus dem Landkreis Ludwigsburg: Steillagen – wie hier in Mundelsheim.
Am Hohenasperg.
Am Hohenasperg.
In den Hessigheimer Felsengärten
In den Hessigheimer Felsengärten
An der Roßwager Enzschleife. Archivfotos: Alfred Drossel (2), Holm Wolschendorf, Bernd Weißbrod/dpa
An der Roßwager Enzschleife. Foto: Alfred Drossel (2), Holm Wolschendorf, Bernd Weißbrod/dpa

Kreis Ludwigsburg. Gemessen an der Gesamtfläche hat kein anderer Landkreis im Südwesten so viele Weinbau-Steillagen wie der Kreis Ludwigsburg. Und weil die terrassierten Weinberge das hiesige Landschaftsbild prägten, soll dieses „Alleinstellungsmerkmal“ künftig in einer gemeinsamen „Dachmarke“ der Tourismuswerbung für den Kreis werden. So steht es jedenfalls in einer Aktualisierung des 2017 erstmals zusammengestellten „touristischen Maßnahmenkatalogs“, die der zuständige Kreistagsausschuss für Umwelt und Technik gestern einstimmig beschlossen hat. Zuvor hatten sich Vertreter aller beteiligten „Akteure“ – von den Wengertern über Gastronomie und Touristikverbände bis zu den Kommunen – auf diese gemeinsame Zielsetzung verständigt.

Wobei im Ausschuss mehrere Kreisräte hervorhoben, dass der Kreis auch andere Schönheiten zu bieten hat – vom Wengert ohne Trockenmauern (Horst Stegmaier, CDU, Erdmannhausen) über die Streuobstwiese (Jürgen Walter, Grüne, Asperg) bis zum Ludwigsburger Schloss (Thomas Utz, SPD, Murr). Aber die werden entweder schon von anderer Stelle so beworben, dass sie der zusätzlichen Unterstützung des Landkreises nicht bedürfen, oder sind nicht so markant wie die Steillagen.

Hinzu kommt, und darauf wies besonders Volker Godel (FDP, Ingersheim) hin: Der Steillagen-Weinbau kann seinerseits touristischen Rückenwind brauchen – er ist wirtschaftlich in Bedrängnis, selbst größere Betriebe stellen mittlerweile die aufwendige und anstrengende Bewirtschaftung ihrer terrassierten Anbauflächen ein. Stellenweise werden Steillagen Interessenten auch unentgeltlich zur Fortführung des Weinbaus überlassen – damit dieses ökologisch wertvolle Stück Kulturlandschaft weiter gepflegt wird. Die Fokussierung auf die Steillage sei auch deshalb richtig, befand Kreisbauernchef Eberhard Zucker (FWV, Vaihingen).

Der neue Katalog enthält drei konkrete Projekte, bei denen Steillagen im Mittelpunkt stehen, darunter eine Steillagen-App, deren Entwicklung bereits im Herbst 2019 beschlossen wurde. Sie verbindet die Steillagen mit dem zweiten Eckpfeiler der Tourismus-Strategie des Landkreises: der Digitalisierung des Tourismus-Marketings, in der die Kreisverwaltung Koordinierungsaufgaben übernehmen wird. Gedacht ist etwa an gemeinsame touristische Portale oder an digitale Rad- und Wanderkarten. Die Radwege sollen ein weiterer Schwerpunkt des beim Kreis liegenden touristischen Engagements bleiben.

Autor: