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Stellvertreter sind schon eingespielt

Franz Pilhartz und Hans-Georg Götz halten Reden, leiten Sitzungen, unterzeichnen wichtige Dokumente und besuchen Versammlungen sowie Jubilare. Für den Rentner und den Industriemeister ungewohnte Aufgaben, die sie jetzt als Duo ausüben. Denn die beiden Gemeinderäte vertreten bis Ende August Bürgermeisterin Birgit Hannemann, die sich in der Babypause befindet.

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Die Gemeinderäte Hans-Georg Götz (links) und Franz Pilhartz vertreten Bürgermeisterin Birgit Hannemann in der Babypause.Foto: Ramona Theiss

erdmannhausen. Anfang März wurde Birgit Hannemann als werdender Mutter von Zwillingen Ruhe verordnet. Mehr als einen Monat vor dem offiziellen Mutterschutz musste deshalb die Stellvertretung geklärt werden und da war sofort klar, dass es Pilhartz und Götz zusammen machen.

Franz Pilhartz von den Freien Wählern wurde nach der letzten Kommunalwahl vom Gemeinderat zum ersten und SPD-Rat Hans-Georg Götz zum zweiten stellvertretenden Bürgermeister gewählt. Die beiden haben lange kommunalpolitische Erfahrung, Pilhartz sitzt bereits seit 34 Jahren im Gremium, bei Hans-Georg Götz sind es immerhin schon 29 Jahre.

Viele Verwaltungsvorgänge sind ihnen vertraut, der Rollenwechsel sei trotzdem nicht so einfach, wie sie im Gespräch mit unserer Zeitung berichten. Manchmal wird die Pflicht aber auch zur Kür. Beispielsweise dann, wenn der begeisterte Sänger und gerne als „Erdmannhäuser Spitzbub“ auftretende Franz Pilhartz Jubilare beim Geburtstagsbesuch mit dem Lied „Viel Glück und viel Segen“ begrüßt und die meisten dann auch mit einstimmen.

Franz Pilhartz hat schon über 20 Termine hinter sich, vom Hochzeitsjubiläum bis zur Sitzungsleitung. Alles geschieht nach vorheriger Absprache mit Hans-Georg Götz. „Wir kommen gut miteinander aus“, unterstreicht Pilhartz. „Da ich berufstätig bin, kann ich nicht so viele Termine wahrnehmen, aber wir teilen das gut auf“, fügt Götz an. Damit das Duo funktioniert, war und ist eine enge Abstimmung mit der Verwaltung nötig. „Wir haben uns zusammengesetzt und alles durchgesprochen, außerdem telefonieren wir regelmäßig mit der Bürgermeisterin, Wir wollen ja auch wissen, wie es ihr geht“, sagt Pilhartz. „Es soll möglichst nichts liegenbleiben, sondern alles erledigt werden, deswegen machen wir das gemeinsam“, ergänzt Götz.

Das fällt den beiden langgedienten Kommunalpolitikern allem Anschein nach nicht schwer, Eitelkeiten und Platzhirsch-Gehabe lassen sie gerne außen vor, beiden geht es um die Sache. Und da ist für sie eines klar: Das Verwaltungsschiff muss weiter auf Kurs bleiben. Für Hans-Georg Götz war die Sportlerehrung eine Premiere, bei aller Selbstkritik zeigt er sich mit dem Verlauf zufrieden. Da stand auch Tennisspieler Pilhartz als Geehrter auf der Bühne der Halle auf der Schray. Beim Seniorennachmittag moderierte wiederum Pilhartz und verzichtete auf seinen sonst gewohnten Part als Sänger und Entertainer.

Eine Ausschuss- und eine Gemeinderatssitzung hat Pilhartz schon geleitet, bei den nächsten beiden Terminen muss nun Götz ran. Die Besuche bei den Hauptversammlungen teilen sie sich ebenfalls auf und betonen, wie wichtig die Würdigung der ehrenamtlichen Arbeit durch den Bürgermeister ist. Pilhartz vertrat bei der Amtseinsetzung des Großbottwarer Bürgermeisters Ralf Zimmermann die Gemeinde und zusammen mit Götz war er jüngst präsent, als Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch den Jennerhof in Erdmannhausen besuchte.

Pilhartz und Götz hoffen nun, vielleicht auch noch einen ganz bedeutenden Termin als Bürgermeisterduo absolvieren zu können: den Spatenstich für den Neubau der Schulturnhalle. „Wenn der Landeszuschuss bewilligt ist, dann geht es gleich los, dann warten wir nicht mehr lange“, betont Pilhartz. Die beiden haben aber auch schon die Kehrseite des Bürgermeisterjobs kennengelernt: Das Privatleben muss zurückstecken. „Wir haben glücklicherweise verständnisvolle Ehefrauen“, sagen sie einmütig.