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Streik der Busfahrer trifft auch Landkreis

Foto: Ramona Theiss
Foto: Ramona Theiss
Es wird wieder gestreikt: Am Montag sind die Fahrer des privaten Omnibusgewerbes im Ausstand. Im Kreis wird kaum ein Bus unterwegs sein.

Kreis Ludwigsburg. Die Gewerkschaft Verdi hat für Montag landesweit wieder zu einem ganztägigen Streik bei privaten Busunternehmen aufgerufen. Massiv betroffen sein wird unter anderem das Netz der Ludwigsburger Verkehrslinien (LVL). Wie das Unternehmen mitteilt, sind den ganzen Montag über Ludwigsburg und alle Stadtteile sowie die Linien nach Kornwestheim, Remseck, Asperg, Marbach, Waiblingen und Stuttgart-Stammheim außer Betrieb. Auch bei Spillmann in Bietigheim-Bissingen wird gestreikt. Sämtliche Linien- und Schulbusfahrten entfallen deshalb. Das sind die Verbindungen innerhalb der Stadt und in die Nachbarorte. Ebenso warnen Omnibus-Verkehr Ruoff, Wöhr-Tours und die WBG vor massiven Ausfällen in ihrem Bereich, der vom Strohgäu über Ludwigsburg ins Bottwartal und Remseck reicht. Vom Streik nicht betroffen sind die S-Bahnen und die SSB, ebenso Knisel.

Im Tarifstreit geht es unter anderem um Pausenregelungen sowie Nacht- und Sonntagszuschläge. Der Ausgang der Verhandlungen hat Auswirkungen für rund 9000 Busfahrer im gesamten Südwesten.

Verdi-Verhandlungsführerin Hanna Binder sagte anlässlich der neuen Streikrunde, acht Monate zähe Verhandlungen für eine Selbstverständlichkeit, wie die angemessene Bezahlung von Standzeiten, müssten jetzt ein Ende haben. „Wir wollen, dass Montag der letzte Streiktag ist.“ Am Dienstag werden die Verhandlungen in elfter Runde fortgesetzt.

Der Verband Baden-Württemergischer Omnibusunternehmer (WBO) kritisierte das Vorgehen der Gewerkschaft. Die Vize-Chefin des WBO, Yvonne Hüneburg, sagte: „Die Arbeitgeber bewegen sich in dieser Tarifrunde schon kontinuierlich. Wir haben immer wieder Angebote gemacht, die Arbeitgeber bezahlen heute schon Pausen und sind auch bereit, hier noch weitere Pausen an das Fahrpersonal zu bezahlen – aber alles im Rahmen des wirtschaftlich Verträglichen.“ Die Unternehmen seien nach wie vor in einer coronabedingt schwierigen Lage.

Verdi hat sich auch mit einem Brandbrief an Ministerpräsident Winfried Kretschmann gewandt. Die Gewerkschaft bedauert, dass der WBO nicht einmal diesen Appell an die Politik mittragen wollte. (red)