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Strohgäubahn: Sperrung länger als geplant

Baufirma kann Fertigteile für Unterführung nicht rechtzeitig liefern – Busersatzverkehr offenbar kein Problem

Das Loch für die Unterführung ist ausgehoben – die Fertigteile für den Tunnel sollen aber erst Ende August kommen. Foto: Holm Wolschendorf
Das Loch für die Unterführung ist ausgehoben – die Fertigteile für den Tunnel sollen aber erst Ende August kommen. Foto: Holm Wolschendorf

Hemmingen. Die Bauarbeiten für einen Fußgänger- und Radfahrertunnel unter den Gleisen vom Hemminger Schlosspark zum Baugebiet Hälde haben kaum begonnen, da gibt es schon eine Hiobsbotschaft: Die Fertigstellung verzögert sich um einen Monat. Das hat auch Folgen für viele Schüler und Pendler. Sie können nun nicht wie geplant von 2. September an die Strohgäubahn nutzen, sondern sind bis Monatsende weiterhin auf den Busersatzverkehr zwischen Heimerdingen und Schwieberdingen angewiesen. Immerhin: Das, so teilt das Landratsamt auf LKZ-Anfrage mit, sei kein Problem und ist offenbar auch schon geregelt.

Bürgermeister Thomas Schäfer ist über die Verzögerung verärgert – weil es insgesamt nicht das erste Mal ist im Zusammenhang mit Arbeiten für die Strohgäubahn. In diesem Fall aber auch, weil lange genug Zeit war für das beauftragte Spezialunternehmen aus dem Kreis Esslingen, die Fertigteile rechtzeitig herzustellen. Denn schon gut ein Jahr vor dem Baustart hatte der Gemeinderat die Arbeiten sowohl für die Unterführung als auch die ebenerdige Querung an der Schwieberdinger Straße vergeben.

Und schon damals hatte es Verärgerung gegeben, weil die Gemeinde mit nun rund 650.000 Euro 30 Prozent mehr zahlen musste als ursprünglich kalkuliert. Basis waren Berechnungen aus dem Jahr 2015, als der Gemeinderat grünes Licht für den Bau der Unterführung gab. Doch lange Verhandlungen mit dem Bahnbetreiber WEG verzögerten das weitere Verfahren, zudem ließ das Land mit der schriftlichen Bestätigung einer Förderung auf sich warten. Deshalb konnten die Bauarbeiten nicht schon in den Sommerferien 2018 umgesetzt werden, als die Strohgäubahn ebenfalls nicht fuhr, weil auf der kompletten Strecke die neue Leit- und Sicherungstechnik installiert wurde – auch das bekanntermaßen ein Projekt mit vielen Verzögerungen. Weil in dem Zusammenhang im Sommer 2017 ein Busersatzverkehr beauftragt war, der letztlich gar nicht nötig war, läuft offenbar immer noch ein Verfahren um eine Schadenersatzzahlung des verantwortlichen Unternehmens Thales. Auch im aktuellen Fall soll es darum noch gehen, das hat aber für Schäfer derzeit nicht die größte Priorität. „Wichtig ist, dass die Baumaßnahme nun überhaupt umgesetzt wird.“

Denn auch an anderer Stelle stockt es: Wunsch war es einmal, parallel die langersehnte Querungsinsel an der Bushaltestelle in der Hochdorfer Straße am Bahnhof bauen lassen zu können (wir berichteten). Doch das Regierungspräsidium, so Schäfer ebenfalls verärgert, „fühlt sich erst in der Lage, die Planung Ende des Jahres aufzunehmen“.

Info: Auch Fahrten des „Feurigen Elias“ am 8. September sind von der Verzögerung betroffen, die Organisatoren hatten diese auch publik gemacht. Sie hoffen, statt Weissach Weil der Stadt ansteuern zu dürfen.

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