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ÖPNV

Strohgäubahn-Strecke ist vom 29. Mai bis 5. Juni gesperrt

Erst kein Bähnle, dann ein leiseres – Langersehnte Schmieranlagen werden eingebaut

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Strohgäu. „Es gibt immer etwas zu tun“ – dieser Slogan eines Baumarkts, der auf viele heimwerkelnde Hausbesitzer hofft, passt auch wunderbar zur Strohgäubahn. Denn in den Pfingstferien rücken wieder mal die Bauarbeiter an – und die komplette Strecke wird vom 29. Mai bis 5. Juni gesperrt.

Diesmal werden im Bahnhof Korntal auf 20 Metern Länge Schotter und Schwellen erneuert. Einige Hundert Meter weiter wird an zwei Bahnübergängen der Belag gewechselt. Zudem werden in den anderthalb Wochen ab Ende kommender Woche die Arbeiten an einer Brücke zwischen der A81 und Münchingen nachgeholt, die im Herbst wegen der Witterung nicht gemacht werden konnten – Ende Oktober hatte es für eine Woche ebenfalls eine Streckensperrung gegeben (und parallel Straßenbauarbeiten auf der Route der Ersatzbusse), wie auch in fast allen Pfingst- und Herbstferien zuvor, zudem in den Sommern 2017 bis 2019. Mal unnötig, weil die neue Leit- und Sicherungstechnik doch noch nicht freigegeben war, mal wegen der Reaktivierung des Abschnitts zwischen Hemmingen und Heimerdingen und mal wegen des Baus der Unterführung zum Neubaugebiet Hälde.

Aber gefühlt immer in den Ferien und so oft wie nirgendwo sonst, oder? „Eigentlich ist es ja positiv, wenn man Rekorde erzielt“, sagt dazu Horst Windeisen, Geschäftsführer des Betreibers Württembergische Eisenbahnen. Und relativiert dann: Viele Sperrungen gibt es, weil die Strecke zumeist nur eingleisig ist und nicht ausgewichen werden kann – und dafür und weil eben in der Vergangenheit so viel saniert wurde, seien es im Vergleich mit anderen eingleisigen Strecken relativ wenige Sperrungen.

Corona verzögert Schmieranlagenprojekt

Doch so oder so: Zu tun gibt es auch nach den ganz großen Sanierungen noch einiges. Erst unlängst monierte der Stadtrat Joachim Winter, dass die versprochenen Einbauten von Schienenschmieranlagen beim Münchinger Rührberg und beim Freizeitbad noch immer nicht erfolgt seien. Sie sollen das Quietschen der Züge in den Kurven reduzieren und wurden 2017 erfolgreich nahe der Betriebswerkstatt in Korntal getestet, weshalb das Projekt ausgeweitet werden sollte, wurde im Dezember 2020 verkündet. Von einer Umsetzung möglicherweise schon im selben Monat bei guter Witterung war da die Rede.

Nun wird es Juni, erfährt man vom Zweckverband Strohgäubahn auf Nachfrage von den weiteren Arbeiten in Münchingen und an der Hemminger Bahnhofstraße in den Pfingstferien. Grund für die Verzögerung ist Corona und die kurz nach der Bekanntgabe und Beauftragung „deutlich verschärften Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Der niederländische Hersteller hatte aufgrund der Quarantänebestimmungen, aber auch durch Covid-19-Erkrankungen von Mitarbeitern sowie pandemiebedingt ausgefallenen Materiallieferungen et cetera keine Möglichkeit, die zusätzlichen Anlagen einzubauen.“

Doch auch danach ist nicht alles fertig. Denn schon länger ist geplant, den Bahnhof Korntal umzubauen, so dass das Bähnle an einem anderen Gleis hält, mit geringerem Höhenversatz beim Ein- und Ausstieg – und vor allem der Möglichkeit zur lang erhofften Durchbindung nach Feuerbach. Mit Terminen hält man sich aber zurück, vom Zweckverband heißt es: „Die Planunterlagen zum Umbau des Bahnhofs Korntal sind fertiggestellt und werden aktuell von der Württembergischen Eisenbahn geprüft. Im Anschluss wird das Planfeststellungsverfahren eingeleitet.“ Nur etwas weiter ist man bei der zweiten großen Noch-Baustelle, dem Umbau des Bahnhofs Heimerdingen, das Planfeststellungsverfahren sei aber noch nicht abgeschlossen. Aber vielleicht ist das auch gut so, wenn man an eine andere Redewendung denkt, die aus dem Arabischen überliefert ist: „Wenn das Haus fertig ist, kommt der Tod.“

Info: Fahrzeiten und Abfahrtsorte der Ersatzbusse stehen auf www.vvs.de. In Zeiten des Stundentakts kommen die Ersatzbusse in Korntal zur halben Stunde und nicht wie sonst zur vollen Stunde. Die aus dem Strohgäu kommenden Ersatzbusse halten auch aufgrund der Straßenbauarbeiten am Weilimdorfer Bahnhof (Unterführung) und sollen so einen sichereren Umstieg zur S-Bahn ermöglichen als in Korntal, heißt es.

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