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Stadtentwicklung
Tamm wird Stadt: Dynamischer Start in neuen Status

Die neuen Ortsschilder werden schon produziert – auf der „anderen Seite“ des Hohenaspergs, in der Asperger Schilderfabrik Seitz. Foto: Alfred Drossel
Die neuen Ortsschilder werden schon produziert – auf der „anderen Seite“ des Hohenaspergs, in der Asperger Schilderfabrik Seitz. Foto: Alfred Drossel
Noch gut zwei Wochen, dann ist Tamm die 315. Stadt Baden-Württembergs. Das erste Jahr mit neuem Status geht die 12600-Einwohner- Kommune mit viel Elan und Dynamik an: Tamm steht vor einem weiteren Entwicklungsschub.

Tamm. Es sei „ein Ruck durch die Bevölkerung gegangen“, als Innenminister Thomas Strobl Mitte Januar die Erhebung der Noch-Gemeinde zur 19. Stadt im Kreis Ludwigsburg bekanntgab, sagt Bürgermeister Martin Bernhard: „Die Leute sind stolz und freuen sich!“ Ab 1. März darf Tamm den neuen Status offiziell führen, am 11. März wird der Innenminister die Urkunden nach Tamm bringen – in welchem Rahmen die Festlichkeit stattfinden kann, entscheidet der Verlauf der Pandemie. Ein großes Stadtfest für die Bevölkerung soll vom 12. bis 15. Mai gefeiert werden – in Zukunft will man aber wieder zum traditionsreichen „Fleckafescht“ zurückkehren: Die neue Stadt bleibt ihren Wurzeln treu.

Die komplette Ortsdurchfahrt wird erneuert

Für Tamm typisch ist schon seit Jahren auch eine ungewöhnlich dynamische Entwicklung – und die wird im ersten Jahr mit urbanem Status auch voller Elan fortgesetzt: Zahlreiche Modernisierungen werden etliche Baustellen in fast allen Quartieren mit sich bringen. Eine durchzieht sogar den ganzen Ort: Die Ortsdurchfahrt wird in mehreren Bauabschnitten erneuert – beginnend mit einem neuen, wenngleich noch provisorischen Kreisel an der Böhringer-Kreuzung bis vor ins Tammerfeld mit den Abzweigen zum Breuningerland und auf die Hohenstange.

Neue Schule und neues Wohngebiet auf der Hohenstange

In der einstigen Trabantenstadt, die in den letzten beiden Jahrzehnten mit dem historischen Ort zusammengewachsen ist, steht ein weiteres Mammutprojekt bevor: Die Hohenstange erhält für 16 Millionen Euro eine neue Grundschule. In den Sommerferien sollen die Container aufgestellt werden, in denen der Unterricht während der Bauzeit stattfinden muss, im Herbst wird das bestehende Schulhaus abgerissen. Derweil beginnt nebenan nördlich der Calwer Straße die Erschließung eines neuen Baugebiets mit gut 170 Wohneinheiten. Denkmalschutz und Kampfmittelbeseitigung haben das Gebiet inzwischen „abgenommen“, die Verlegung der Wasserleitungen hat begonnen. Neue Schule und neues Wohngebiet erhalten eine gemeinsame Heizzentrale zur klimafreundlichen Wärmeversorgung. Eine Quartiersuntersuchung klärt derzeit, in welchem Umfang auch die vielen Wohngebäude angeschlossen werden können, die noch mit wenig effizienten Fußbodenheizung aus den 1970er Jahren ausgestattet sind.

Nahwärmenetz fürs Zentrum und den alten Flecken

Bereits einen großen Schritt weiter ist man in Sachen Klimaschutz im alten Ort: Vom Schulzentrum übers Rathausquartier und hinein in den historischen Flecken bis zu Kelter und Kirche entsteht noch in diesem Jahr ein kommunales Nahwärmenetz. Die Heizzentralen in Schulzentrum und Rathaus werden zunächst noch mit Erdgas befeuert, doch sollen Biogas und Holzhackschnitzel den fossilen Brennstoff nach und nach ablösen.

Eine weitere Baustelle im alten Dorf: Die Kita Silcherstraße und das evangelische Gemeindehaus weichen nach einem Grundstückstausch nun Neubauten, die ebenfalls ans Wärmenetz angeschlossen werden sollen. Los geht’s, sobald die Kinder in die neue Kita in der Öhringer Straße umgezogen sind. Schon mittelfristig könnte eine weitere Verlängerung des Wärmenetzes kommen – wenn erst einmal das Feuerwehrhaus in Richtung Nordumfahrung verlegt ist, wo auch ein weiterer Kindergarten entstehen soll.

Zukunftsmusik – mit allerdings näherem Zeithorizont – ist im Moment auch noch der Umzug von Bücherei und den Verwaltungseinheiten im Alten Rathaus auf die Südseite des Rathausplatzes. Die von einem Investor projektierte Neubebauung in der Ortsmitte kann erst beginnen, wenn die kleine Kita im einstigen Schlecker nicht mehr gebraucht wird. Dafür ist die Erweiterung des älteren der beiden Tammer Kleeblätter in Kürze fertig. Wann auch der Bau eines großen, modernen Wohnblocks gegenüber dem Marabu-Stammsitz beginnt, ist vom Investor abhängig. Er soll und kann Tamm zu einem entschieden urbanen Portal verhelfen.