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Gesang

Tanja Danko-Böhler aus Benningen sorgt mit Song „Tausend Farben“ für musikalischen Lichtblick

„Vor Corona hätte man sich nicht vorstellen können, dass Singen einmal lebensgefährlich sein könnte“, sagt Sängerin und Chorleiterin Tanja Danko-Böhler aus Benningen. Jetzt hat sie mit „Tausend Farben“ ihr erstes eigenes Lied geschrieben und veröffentlicht. Es soll Hoffnung machen in einer Zeit, in der auch die Chorarbeit vorwiegend digital stattfindet.

Tanja Danko-Böhler hat ein Lied für den Gesangverein Benningen geschrieben. Foto: privat
Tanja Danko-Böhler hat ein Lied für den Gesangverein Benningen geschrieben. Foto: privat

Benningen. „...und so werden wir gemeinsam Hand in Hand den Regenbogen sehn“, singt Tanja Danko-Böhler am Ende der Pop-Ballade und bringt damit ihren Glauben zum Ausdruck, dass nach der grauen Krisenzeit auch wieder ein buntes und farbenfrohes Leben möglich sein wird. „Tausend Farben“ ist nach Auskunft der Sängerin bereits 2020 in der Phase des ersten Lockdowns entstanden. „Es war ein Anflug von Melancholie“, erinnert sie sich im Gespräch mit unserer Zeitung an den Tag, als sie sich ans Klavier gesetzt hatte. „Und plötzlich kamen Text und Melodie gemeinsam hervor“, sagt die Künstlerin von dem Lied, das sie vor allem für den Gesangverein Benningen geschrieben hat. Mit dem Waiblinger Produzenten Rodolfo Guzmann-Tenore, mit dem sie und ihre Duo-Partnerin Ines Amanovic schon seit einigen Jahren zusammenarbeiten, hat sie ein dreistimmiges Chorarrangement ausgearbeitet. Die digitalen Gesangsspuren hat sie anschließend den Chören des Gesangvereins geschickt, denen sie als Dirigentin vorsteht.

Da das Lied gut ankam, hat sie es in der kurzen Zeit der Präsenzproben in den Sommermonaten mit ihren Chören einstudiert. Am 11. November war der Termin im Tonstudio für eine CD-Produktion. Doch der zweite Lockdown machte dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Nach der ersten Enttäuschung hat Produzent Guzman-Tenore sie dazu animiert, den Song alleine aufzunehmen. Gesagt – getan: Am 18. Dezember erschien der Titel, der mittlerweile über alle gängigen Streamingportale wie Spotify, Apple Music oder Amazon Prime erhältlich ist. Am vergangenen Sonntag wurde der Song sogar in der SWR4-Sendung „Musik aus dem Land“ vorgestellt. „Die Studioaufnahme mit den Chören ist allerdings nur auf Eis gelegt“, sagt Tanja Danko-Böhler und verspricht, die Produktion nachzuholen, sobald es die Möglichkeit dazu gibt.

Als Dirigentin aller vier Chöre des Benninger Gesangvereins (Liedergarten, HitKids, New Voices, Bella Musica) sei es in Zeiten der Coronakrise eine große Herausforderung, „eine Sängerschar von insgesamt fast 80 großen und kleinen Aktiven motiviert bei der Stange zu halten“. So habe sie das Onlineprojekt mit dem Titel „Hello my Baby“ ins Leben gerufen. „Wir waren einer der ersten Chöre, bei dem die Sängerinnen und Sänger per Handy oder Computer ihre Stimmen eingesungen haben und ich die einzelnen Tonspuren am PC gemischt habe. Da das Ergebnis so toll wurde, haben wir dann ganz schnell noch ein Video dazu gedreht – jeder für sich natürlich“, so Tanja Danko-Böhler. Doch das sei natürlich kein Ersatz für eine gemeinsame Präsenzprobe und die gesellige Zeit danach. „Die Gemeinschaft fehlt“, sagt die Sängerin, die während der Pandemie mehr Zeit für die Chorarbeit aufwendet als sonst. „Doch die Arbeit ist wichtig, und ich mache sie sehr gerne“, sagt sie in Zeiten, in denen andere Chöre reihenweise aufgeben müssen. Mit ihrem Einsatz und nicht zuletzt mit dem Lied „Tausend Farben“ wolle sie ihren Chören einen Lichtblick und etwas Verbindendes geben.

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