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Tante-M-Laden zieht ins alte Feuerwehrgerätehaus

Einrichtung soll Nahversorgung in Kleiningersheim sichern – Gemeinderat gibt grünes Licht – System funktioniert fast ohne Personal, dafür mit SB-Kasse

Annemarie Merkle erste Kundin im Tante M Alfred (Archivbild)
Annemarie Merkle erste Kundin im Tante M Alfred (Archivbild) Foto: A. Drossel

Ingersheim. Aus dem ehemaligen Feuerwehrgerätehaus in Kleiningersheim soll ein Tante-M-Laden werden, das beschloss jetzt der Gemeinderat. Geld aus dem Landessanierungsprogramm macht dieses Nahversorgungsangebot möglich.

Seit vielen Jahren gibt es in Kleiningersheim keine Einkaufsmöglichkeit mehr. Ein neuer Laden stand bei den Bewohnern immer ganz oben auf der Wunschliste. Jetzt soll der Wunsch in Erfüllung gehen. Und zwar mit Tante-M von Christian Maresch. Dieser stellte dem Gemeinderat sein Konzept als Nahversorger im ländlichen Raum vor. Im Kreis Ludwigsburg hat er bereits in Winzerhausen, in Schöckingen und in Höpfigheim Läden eröffnet. In anderen Landkreisen gibt es noch zehn weitere Standorte und neue kommen hinzu. Im November soll es auch in Kleinbottwar losgehen.

Bei Tante-M gibt es alles für den täglichen Bedarf zu marktüblichen Preisen. Tante-M hat 18 bis 24 Stunden am Tag an sieben Tagen die Woche geöffnet. Wie ist das möglich? Es gibt kein Verkaufspersonal, sondern eine leicht zu bedienende SB-Kasse. Das verringert die Fixkosten, wobei laut Maresch zu bestimmten Zeiten auch Personal vor Ort ist. Bislang laufen dem Geschäftsführer zufolge alle Läden gut und er rechnet auch in Kleiningersheim mit einem Erfolg, zumal 30 Kunden am Tag ausreichen, um wirtschaftlich zu sein.

Es gab viele Fragen aus dem Gremium, etwa zum Thema Ladendiebstahl. Das komme zwar vor, aber nicht häufiger als in herkömmlichen Supermärkten, so Maresch. „Wir haben in unseren Läden eine intensive Videoüberwachung und können der Polizei hervorragende Bilder liefern“, berichtete er und sah auch keine Gefahr durch junges Party-Publikum, das sich nachts um den Laden versammeln könne. Hier würden nämlich weder Tabakwaren noch Alkohol verkauft. Christian Maresch mietet das Gebäude erst mal für fünf Jahre von der Gemeinde, wobei er sich für die ersten zwölf Monate ein Sonderkündigungsrecht einräumt, falls der Laden nicht läuft. Da sei aber noch nie vorgekommen.

Damit Tante-M eröffnen kann, muss das Gebäude umgebaut werden. Architekt Gerald Kofink rechnet mit Kosten in Höhe von 140000 Euro, wobei 60 Prozent aus dem Landessanierungsprogramm kommen. Die Gemeinde müsste dann lediglich 56000 Euro beisteuern. Sie spart sich aber gleichzeitig die Rückzahlung nicht benötigter Fördermittel, denn der Sanierungstopf der Gemeinde ist noch nicht voll ausgeschöpft. So entstand auch die Idee, den Umbau mit aufzunehmen. Dabei gibt es eine Bedingung: Bis Ende April sollte es losgehen, damit die Maßnahme noch gefördert wird. „Lassen Sie es uns probieren“, sagte Bürgermeisterin Simone Lehnert. Dafür gab es auch breite Zustimmung. FDP-Rat Christoph Leibrecht kündigte die Spende einer Sitzbank aus der Bürgerschaft an, im Gespräch ist zudem die Einrichtung einer Bistro-Ecke. „Wir freuen uns über das Angebot“, sagte Katrin Schaaf (SPD), während Karl Seitz (Freie Wähler) vorschlug, die alte Halle abzureißen und einen Neubau zu erstellen. Es gebe den Bürgerbus, ein solcher Laden sei überflüssig, so Seitz.

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