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Verkehr

Tempolimit löst bei Pendlern Irritationen aus

In Möglingen ist auf der Straße nach Stammheim ein verschärftes Tempolimit eingerichtet worden, das für Verstimmung bei Autofahrern sorgt. Der Kreis verteidigt sich.

Straße von Möglingen nach Stuttgart-Stammheim: Das Tempolimit ist hier auf einem Abschnitt verschärft worden. Foto: Holm Wolschendorf
Straße von Möglingen nach Stuttgart-Stammheim: Das Tempolimit ist hier auf einem Abschnitt verschärft worden. Foto: Holm Wolschendorf

Möglingen. Zu Monatsbeginn schlagen die Blitzer des Ludwigsburger Landratsamtes in Möglingen wieder an. Sie stehen an der Einmündung der Stammheimer Straße zur Landesstraße 1110 nach Stuttgart. Seit einigen Wochen gilt auf dem Abschnitt Richtung Landeshauptstadt Tempo 50 statt 70. „Die Geschwindigkeitsbegrenzung wurde Mitte August angeordnet und anschließend umgesetzt“, sagt ein Sprecher des Landratsamtes auf Nachfrage unserer Zeitung.

Die Reduzierung auf 50 Stundenkilometer hält die Behörde „aus Gründen der Sicherheit und Ordnung“ für notwendig. Schließlich könne die Landesstraße nach Stammheim am „Zwerwegle“, einem Feldweg, gequert werden – zum Beispiel von Radlern, die sich hier auf einer offiziellen Radroute befinden. Der Sprecher des Landrates Rainer Haas sagt: „Bei der Querung ist die Sicht auf den aus Möglingen kommenden Verkehr nicht ausreichend gegeben.“ Rund 140 Meter hinter dieser Gefahrenstelle werde das Tempolimit dann wieder aufgehoben – und Autofahrer dürfen auf 100 Stundenkilometer beschleunigen.

In Möglingen sorgt die neue Regelung für Irritationen. Ein Berufspendler, der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen will und bereits in eine Radarfalle getappt ist, sagt unserer Zeitung: „Ich finde es fragwürdig, dass das Tempo-50-Limit in Richtung Stammheim auf freier Strecke so lange aufrecht erhalten bleibt.“

Tatsächlich begegnen Autofahrern nach dem Feldweg keine Fuß- oder Radwege mehr neben der Fahrbahn. Es kommen auch keine weiteren Einmündungen mehr oder Häuser, die dicht neben der Straße stehen würden. Für widersinnig hält es der Betroffene zudem, dass in Fahrtrichtung Möglingen, auf die Gefahrenstelle zu, auf dem Abschnitt lange Tempo 70 gilt. „Das hat aus meiner Sicht ein Geschmäckle und wenig mit Verkehrssicherheit zu tun.“ Der Berufspendler fragt sich: Soll hier eine Geschwindigkeitsbegrenzung etwa künstlich verlängert werden, um das Aufstellen von Blitzern zu ermöglichen? Nein, sagt das Landratsamt und verweist darauf, dass der Querungsbereich der Straße nach Stammheim lediglich innerhalb der allgemeinen Kontrolltätigkeit überwacht werde.

Was bei Autofahrern offenbar noch für Unmut sorgt, ist der Standort der neuen Tempo-50-Schilder an der Einmündung zur Landesstraße. „Dort können sie von den Abbiegern kaum wahrgenommen werden, denn die Beobachtung des Querverkehrs verlangt an dieser Stelle die gesamte Aufmerksamkeit“, so der Betroffene. Er schlägt vor, „im Sinne der Verkehrssicherheit“, bereits auf der Stammheimer Straße in Möglingen hinter dem Ortsende bis zur Landesstraße ein Schild aufzustellen.

Ob es so weit kommt? Eher unwahrscheinlich. Der Sprecher des Landrats sagt: „Diese Aussage überrascht uns, da sich der Schilderstandort nicht verändert hat. Es wurde lediglich eine 70 in eine 50 getauscht.“ Die Beschilderung sei nach Ansicht der Behörde für den durchschnittlich aufmerksamen Verkehrsteilnehmer gut zu erkennen.

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