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Ausspracheabend
Trifft die Energiekrise auch das Marbacher Hallenbad?

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Kinder kommen gar nicht mehr auf die Warteliste für Schwimmkurse und eine Schließung des Hermann-Zanker-Hallenbads steht im Raum. Der Schwimmverein Marbach ist alarmiert. Bürgermeister Jan Trost wurde deshalb bei einem Ausspracheabend in der Stadthalle in die Zange genommen.

Marbach. Was bewegt die Menschen in der Marbacher Kernstadt? Das wollte die Stadtverwaltung mit diesem neuen Format herausfinden. Die Resonanz darauf war gering, die Gespräche an den einzelnen Thementischen erwiesen sich aber als durchaus spannend.

Nur Drittel der Grundschüler kann schwimmen

Am Tisch des Bürgermeisters gab es dabei vor allem ein Thema: Das Hallenbad, die Energiekrise und ein Schwimmverein, dem die Felle sprichwörtlich davonschwimmen. „Nur noch ein Drittel der Kinder im Grundschulalter können schwimmen“, sagten die Vereinsvertreter, die ohne das städtische Hallenbad aufgeschmissen sind, denn es gibt keine Chance, auf Nachbarkommunen auszuweichen. Alle stehen nach mehr als zwei Jahren Coronapandemie vor derselben Situation: Ein hoher Nachholbedarf an Kursen und die Energiekrise, die alles infrage stellt, zumal das Marbacher Hallenbad als Energiefresser bekannt ist. „Es gibt keine vernünftige Regelungstechnik“, räumte Bürgermeister Jan Trost ein. Die Folge: Das Blockheizkraftwerk, das das Bad mit Wärme versorgt, müsse auch im Sommer laufen. Im Klartext: Es ist nicht machbar, Wasser- und Umgebungstemperatur herunterzudrehen. Trost räumte ein, dass das Hallenbad derzeit nur instand gehalten, aber nicht komplett saniert wird. Der Grund: Der Bau eines neuen Bades an der Sporthalle Lauerbäumle ist in Planung, in fünf Jahren soll es so weit sein, aber möglicherweise dauert es laut Trost auch länger. Der Vorschlag: Die Stadt sollte schauen, was mit geringen Mitteln erreichbar wäre, um das bestehende Hallenbad in Betrieb zu halten.

Bereits in seiner Impulsrede hatte Trost darauf hingewiesen, dass angesichts von Inflation und Energiekrise schwierige Zeiten auf die Stadt zukommen. „Das wirkt sich auch auf die Finanzen aus“, sagte Trost. Die Zeichen am Horizont: Die Gewerbesteuer befindet sich dem Bürgermeister zufolge derzeit unter dem Plansatz, bei der Einkommenssteuer ist ein leichter Anstieg zu verzeichnen. „Die Haushaltsplanung 2023 wird aber extrem schwierig“, gestand er. Und das vor dem Hintergrund noch anstehender Investitionen wie einem neuen Hallenbad. Die Situation ist vertrackt und ein kommunales Konjunkturpaket wäre wünschenswert.

Bürgerinformation zur Gartenschau gewünscht

Die Managerin der Gartenschau 2033 in Marbach und Benningen, Annette Fiss, informierte an einem weiteren Thementisch über das Event, das auch konjunkturelle Impulse bringen soll. Manche befürchteten aber, dass die Schillerstadt dann noch mehr im Verkehr erstickt. Andere wünschten regelmäßige Bürgerinformationen über das Vorhaben, was Annette Fiss auch zusagte. „Wir wollen einen regelmäßigen Austausch ermöglichen“, betonte die Managerin, Programmpunkte sind schon geplant.

In Sachen Zukunft der Wärmeversorgung hat die Stadt bereits Wegweisendes entschieden, auch darauf machte der Bürgermeister in seiner Rede aufmerksam. Als Vorzeigeprojekt nannte er das geplante Neubaugebiet Keltergrund im Marbacher Teilort Rielingshausen. Dort wird ein klimaneutrales, mit Erdwärme arbeitendes Konzept umgesetzt.