Logo

Silvesterlauf

Über 2000 auf der Strecke

Größter Jahresschlusslauf Deutschlands findet nach 39 Jahren wegen Coronaverordnung virtuell statt

Mit Abstand unter dem Viadukt: Silvesterläufer in Bietigheim. Foto: Alfred Drossel
Mit Abstand unter dem Viadukt: Silvesterläufer in Bietigheim. Foto: Alfred Drossel

Bietigheim-Bissingen. Zwischen Dienstag, 29. Dezember, und Silvester fand der erste virtuelle Bietigheimer Silvesterlauf statt. Angemeldet hatten sich mehr als 2000 Läuferinnen und Läufer, die bei Schmuddelwetter auf den Rundkurs gingen.

Nach 39 Jahren fand die größte Sportveranstaltung der Region erstmals nicht in der gewohnten Form statt. Lange haben sich die Organisatoren um Gerhard Müller gegen eine Absage gestemmt. Noch vor den Sommerferien war man in Bietigheim voller Zuversicht, dass der 40. Silvesterlauf wie gewohnt stattfinden könnte. Doch Corona war stärker.

Entsprechend der Richtlinien der Bundesregierung sowie der aktuellen Corona-Verordnung der Landesregierung sind Sportveranstaltungen untersagt. Ebenso verboten sind größere Sportveranstaltungen mit Zuschauern, jedenfalls bis zum 31. Januar. Dieses Verbot schließt den Bietigheimer Silvesterlauf ein, sodass die Traditionsveranstaltung am Viadukt nicht in der bisherigen Form stattfinden konnte.

Doch der traditionelle Lauf fiel nicht komplett aus. Als Alternative wurde ein virtueller Silvesterlauf angeboten. Unter dem Motto „Alle zusammen, jeder für sich“ musste niemand auf den läuferischen Jahresausklang verzichten.

Der Start fand nicht unter dem Viadukt statt wie sonst, sondern an einem beliebigen Ort und auf einer beliebigen Strecke.

In der Zeit vom 29. bis 31. Dezember absolvierten die Teilnehmer einzeln oder in zulässigen kleinen Gruppen, unter Einhaltung der gültigen Schutzmaßnahmen und gesetzlichen Regelungen, den 11,2 Kilometer langen Kurs. Mit Hilfe einer App sah der Teilnehmer virtuell, wo er sich gerade auf der Original–Silvesterlaufstrecke befinden würde. Strecke und Zeit wurden mit dem Handy aufgezeichnet.

Alle Teilnehmer erschienen anschließend in einer Ergebnisliste. Dort konnten auch Urkunden heruntergeladen werden. Rose Müller, erfolgreiche Leichtathletin früherer Jahre und Mitglied des Organisationsteams ging am Samstag auf den Kurs – trotz des Schmuddelwetters.

„Mit mir sind mehr als 2000 Läuferinnen und Läufer gelaufen“, sagt sie und alles habe gut funktioniert. Wahrscheinlich hätten sich weit mehr als 2000 Teilnehmer an diesem virtuellen Lauf beteiligt, einige hätten sich aber wohl die Startgebühr von sieben Euro sparen wollen.

Was natürlich fehlte, war das emsige Treiben um die Sporthalle und die sonst üblichen mehr als 3000 Zuschauer in der Innenstadt. Sportliche Läufe ja, aber keinerlei Silvesterlaufatmosphäre wie in den vergangenen 39 Jahren.

Im Jahr 1981 hatten am ersten Bietigheimer Silvesterlauf der LG Neckar-Enz rund 350 Läuferinnen und Läufer teilgenommen, bei dem die Lokalmatadoren Reiner Müller aus Bönnigheim und Veronika Manz aus Walheim auf einer 13,6 Kilometer langen Strecke siegten. Seit damals ist nicht nur die Teilnehmerzahl, sondern auch die Zuschauerresonanz gewaltig gestiegen, und mittlerweile zählt der Bietigheimer Silvesterlauf zu den größten seiner Art in Deutschland. Die Organisatoren gehen davon aus, dass an Silvester 2021 der Lauf wieder stattfinden kann und dann das 40-Jahr- Jubiläum nach gefeiert wird.

Autor: