Logo

Über Bären und spezielle Kräuter

Neues Stück der Schwabenbühne: „Em Wald isch D‘r Wurm dren“

Jedes Paar hat seine Eigenheiten.Foto: Christina Kunz
Jedes Paar hat seine Eigenheiten. Foto: Christina Kunz

Asperg. Raus aus der Stube, rein in den Wald: Draußen in der Natur ist die Handlung des Stücks „Em Wald isch d’r Wurm dren“ der Schwabenbühne angesiedelt. Die Premierenvorstellung am Samstagabend war ausverkauft, das Publikum begeistert.

Hat sich wirklich ein Bär im schwäbischen Wald verirrt? Die Auflösung dieses Rätsels ist am Ende ebenso überraschend wie witzig. Die Komödie besticht durch ihre kurzweilige Handlung, witzige Dialoge, originelle Wendungen, die Spielfreude der Darsteller und die Nähe zum Publikum – im wahrsten Sinne des Wortes.

Jana Kirsch hat das Theaterstück in zwei Akten geschrieben und schlüpft gleichzeitig in die Rolle der schüchternen Linda, der Sekretärin von Gero Lehner (Andreas Pfeifer). Der ist Inhaber der gleichnamigen Outdoorfirma und lädt seine besten Mitarbeiter Erik (Klaus Kielkopf), Thilo (Uwe Plessing) und Holger (Matthias Just) sowie deren Frauen zu einem Wochenendtrip in den Wald ein. Dort sollen sie die Outdoorartikel, die sie verkaufen, selbst ausprobieren. Die Mitarbeiter vermuten jedoch, dass es sich dabei um einen Test handelt: Schließlich ist der begehrte Posten des Geschäftsführers vakant. Ihre Frauen tragen wiederum dazu bei, ihre Männer zu Höchstleistungen zu motivieren – ob beim Angeln, bei der Jagd oder beim Zeltaufbau. Zu allem Überfluss scheint noch ein Bär durch den Wald zu streifen. Außerdem scheint auch Firmenchef Gero nicht der Outdoorfreak zu sein, für den er sich ausgibt.

Dass Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg im Frühjahr dieses Jahres für ein Projekt Bäume in der Schwabenbühne aufgebaut haben, war wohl mehr als ein Zufall. Diese bilden nämlich nun die perfekte Kulisse für den Theaterspaß. Ob Holger und Isabella, Erik und Lilo oder Thilo und seine vermeintliche Verlobte Felicitas: Jedes Paar hat seine Eigenheiten, die unterhaltsam thematisiert werden. Während die Männer sich redlich mühen, liefern die Frauen sich zunächst einen verbalen Zickenkrieg, um später doch zusammenzuhalten.

„Das ist kein Winterspeck, das sind Frühlingsrollen“, kontert die verwöhnte Isabella (Sabine Zobeley) Kritik an ihrer Figur. Später entdeckt sie die beruhigende Wirkung ganz spezieller Kräuter, die erstaunlicherweise in großen Mengen mitten im Wald wachsen. Lilo (Elke Dobusch) ist dagegen ganz pragmatisch, unterstützt ihren Mann tatkräftig und durchschaut die naive Felicitas (Kathie Moser) recht schnell. Die junge Frau verdient sich eigentlich als Tortengirl und mit Liebesleistungen ihr Geld. Sie kennt sich in der Natur besser aus als mit Redewendungen und lässt sich selbst in ausweglosen Situationen die Laune nicht verderben.

Gleich in mehreren Rollen brilliert Lutz Link, ob als suchender Pizzabote im Wald oder als Bär, der den Spieß umdreht und sich kurzerhand die Flinte der Jäger schnappt. Bei den Jagdszenen laufen die vier Männer und der Bär durch die Mittelgang durch das Publikum. Köstlich ist die Szene, in der sich Linda eines Fisches entledigt, der sich in ihrer Anglerhose verfangen hat und kurzerhand auf den Kopf gestellt wird. „So lange Kakao auf Bäumen wäschst, ist es Obst“, behauptet sie später stoisch, als sie den Frauen Schokokekse spendiert.

Info: Kartenreservierung unter www.schwaben-buehne.de oder Telefon (0.71.41) 66.04.62.

Autor: