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Unwetter

Überflutung hat heftige Folgen

Neuer Kanal und neue Leitungen rund um die Wolfsöldener Mühle kosten 340.000 Euro – Großes Lob für die Einsatzkräfte

Ein Bild der Verwüstung bot der Bereich rund um die Wolfsöldener Mühle nach zwei kurz aufeinander folgenden Unwettern. Mittlerweile werden ein neuer Regenwasserkanal und neue Leitungen verlegt.Foto: Holm Wolschendorf
Ein Bild der Verwüstung bot der Bereich rund um die Wolfsöldener Mühle nach zwei kurz aufeinander folgenden Unwettern. Mittlerweile werden ein neuer Regenwasserkanal und neue Leitungen verlegt. Foto: Holm Wolschendorf

Affalterbach. Zwei Unwetter mit Starkregen und Hagel trafen am 20. und am 22. Juni den Affalterbacher Ortsteil Wolfsölden mit zerstörerischer Wucht. Als Bürgermeister Steffen Döttinger in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend Bilder und ein Video von den herabstürzenden Wassermassen zeigte, herrschte im Gremium große Betroffenheit.

Dass Döttinger nochmals deutlich machte, was hier geschehen war, hat mit den finanziellen Folgen des ganzen Dramas zu tun, und da gab das Gremium dem Bürgermeister nun freie Hand für notwendige Entscheidungen zur Behebung der Schäden.

Die Überflutung der Wolfsöldener Mühle am 22. Juni hat dem Bürgermeister zufolge besonders verheerende Ausmaße angenommen. Der Mühlenkanal wurde zugeschüttet und die Versorgungsleitungen liegen frei auf Bergen von Geröll. Dank den Einsatzkräften der Feuerwehren Affalterbach, Ludwigsburg und Remseck sowie des Technischen Hilfswerks sei aber das Schlimmste verhindert worden, so der Bürgermeister weiter. Mit einem Schlauchdamm, einem speziell entwickelten Hochwasserschutzsystem, das innerhalb von zwei Stunden aufgebaut werden könne, sei Wolfsölden vor dem Absaufen gerettet worden.

Die Kommune muss laut Döttinger jetzt vor allem im Bereich der Mühle handeln. „Wir brauchen einen neuen Regenwasserkanal und neue Leitungen“, brachte es der Bürgermeister auf den Punkt. Erfreut zeigte er sich, dass die mit einem Notentscheid beauftragte Baufirma mit zusätzlichen Kräften bereits vor Ort ist; in den nächsten sechs Wochen wird hier gearbeitet. Das alles kostet Geld, Döttinger rechnet mit 340.000 Euro.

Der Bürgermeister hat schon die Möglichkeit von Zuschüssen geprüft, entsprechende Mittel werden aber seiner Einschätzung nach nicht fließen. „Dafür war die Katastrophe zu klein“, so Döttinger, der außerdem ankündigte, dass sich die Gemeinde langfristig über den Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens Gedanken machen müsse.

Da dies aber eine jahrelange Planungszeit erfordert und der Schutz der Bewohner im Ortsteil sofort erfolgen muss, hat Feuerwehrkommandant Sascha Hänig einen Einsatzplan für einen künftigen Notstand dieser Art erarbeitet. Darin ist festgehalten, dass künftig schnell und unkompliziert die Lösung mit den Schlauchdämmen zum Einsatz kommt.

CDU-Rat Hans Steidle lobte denn auch Hänigs Einsatz sowie die Amtsleiter für ihre tägliche Präsenz vor Ort. „Wir müssen die Sicherheit so schnell wie möglich wieder herstellen“, betonte Rudolf Häußermann von den Freien Wählern. „Die Kosten sind jetzt zweitrangig“, meinte ULA-Rätin Claudia Koch. Sven Harder (SPD) dankte für die schnelle Hilfe und sein Fraktionskollege Stefan Hinner für die schnellen Entscheidungen. „Es ist unsere Aufgabe, zu helfen und wir sollten das Geld bewilligen“, sagte Sonja Bänsch (Freie Wähler).

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