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B27-Enzbrücke

Umleitungsverkehr: Ampeln sollen Chaos verhindern

Umleitungen, Sperrungen und Ampeln: Der Neubau der B27-Enzbrücke zwischen Besigheim und Walheim hat große Auswirkungen auf den Verkehr. Gemmrigheim soll von Beeinträchtigungen weitgehend verschont bleiben. Theoretisch. Wie es in der Praxis ausschaut, wird sich zeigen.

Auf der Umleitungsstrecke, wie hier am Ortsausgang Gemmrigheim bei der Kirchheimer Neckarbrücke, stehen provisorische Ampeln.
Auf der Umleitungsstrecke, wie hier am Ortsausgang Gemmrigheim bei der Kirchheimer Neckarbrücke, stehen provisorische Ampeln.
Grund für die Sperrung: die Arbeiten für die neue B 27-Enzbrücke bei Besigheim. Fotos: Ramona Theiss
Grund für die Sperrung: die Arbeiten für die neue B 27-Enzbrücke bei Besigheim. Foto: Ramona Theiss

Gemmrigheim. Die geplante Klärschlammverwertungsanlage auf dem Walheimer Kohlekraftwerksgelände und der Neubau der Enzbrücke in Besigheim – zwei Punkte auf der Tagesordnung des Gemmrigheimer Gemeinderats, die viele Bürgerinnen und Bürger nicht nur interessieren, sondern auch unmittelbar betreffen. Deswegen waren sie nun zahlreich in die Festhalle gekommen, wo die Verwaltung wohlweislich die Sitzung angesetzt hatte. Coronakonform wurden die Fenster geöffnet, damit für frische Luft gesorgt war. Das aber ließ die Geräuschkulisse ansteigen. Nicht nur Gemeinderätin Selina Felger (Freie Wählervereinigung), auch einige Zuhörer fühlten sich durch die vorbeifahrenden Fahrzeuge gestört. Spätestens als Dr. Tim Weirich, stellvertretender Leiter des Baureferats West im Regierungspräsidium Stuttgart (RP), die Anwesenden über den Neubau der B27-Enzbrücke und die daraus resultierenden Umleitungsregelungen informieren wollte, schien es, als wäre der Straßenlärm irgendwie verstärkt wahrzunehmen.

Seit dieser Woche wird der Verkehr weiträumig umgeleitet. Denn die B27 muss wegen der Brückenarbeiten voll gesperrt werden. Die Bohrarbeiten für die Herstellung des Widerlagers und der Verbauten auf Walheimer Seite werden voraussichtlich bis Anfang September andauern. Die offizielle Umleitung führt von Besigheim kommend über die Ottmarsheimer Höhe – Kreisverkehr L1115/K1625 – über Kirchheim nach Walheim. Damit der Verkehr grundsätzlich einigermaßen reibungslos fließt und um Rückstaus zu vermeiden, wurden im Besigheimer Gebiet Neusatz, hinter der Neckarbrücke, aus den Richtungen Innenstadt, Gemmrigheim, Hessigheim und Ottmarsheim Ampeln aufgestellt.

Die weiträumige Umleitung über die Ottmarsheimer Höhe ist mehr als neun Kilometer lang. So werden einige Autofahrer vermutlich doch die kürzere Strecke entlang des Neckars durch Gemmrigheim wählen. Aber: „Gemmrigheim sollte vom Brückenneubau nur indirekt betroffen sein“, bemerkte Weirich. „Vermutlich fahren nur Insider durch den Ort.“ Sowieso sei für die Dauer der Umleitung die Durchfahrt für den Schwerlastverkehr gesperrt, betonte der Baufachmann. Es habe bislang noch kein Verkehrschaos gegeben, stellte Bürgermeister Dr. Jörg Frauhammer fest – „die Umleitungen sind ja erst eingerichtet worden“. Auch ob nun vermehrt Lastwagen durch die Kommune fuhren, vermochte Frauhammer nicht einzuschätzen. „Das möchten wir nämlich nicht. Wir werden das beobachten.“ Ob entsprechende Kontrollen seitens des RP oder des Landratsamts vorgesehen seien?, fragte Ralf Schober (CDU). Nein, entgegnete Weirich, „Hinweise müssten dem kommunalen Ordnungsamt oder der Polizei gemeldet werden.“

Ampeln stehen mittlerweile auch auf der Kreisstraße zwischen Ottmarsheim und Kirchheim – auf Höhe der Einmündung nach Gemmrigheim. So soll auch dafür gesorgt werden, dass diejenigen, die aus Gemmrigheim kommen, überhaupt in die Kreisstraße einfahren können. Denn auch zu Nicht-Umleitungszeiten geht es hier nur schleppend voran, vor allem, wenn Richtung Kirchheimer Neckarbrücke abgebogen werden muss. Bleiben die provisorischen Ampeln während der gesamten Bauzeit stehen?, fragte Jörg Lorenz (SPD). „Und können diese Ampeln an die Ampeln in Kirchheim angepasst werden?“ Während Weirich die erste Frage bejahte, erklärte er, dass versucht werde, die Ampeln der beiden Kommunen aufeinander abzustimmen. Er sei diesbezüglich im Gespräch mit Kirchheims Bürgermeister Uwe Seibold, teilte Weirich mit. „Wir werden die Anlagen gegebenenfalls an die örtlichen Bedingungen anpassen.“ Direkt könnten die Ampeln nicht miteinander verbunden werden: „Für eine oberirdische Verkabelung ist die Entfernung zu groß“, es müssten Leerrohre gezogen werden und dies sei nicht vorgesehen.

Mit Behinderungen müssen Autofahrer rechnen. „Ohne Sperrungen geht es leider nicht“, sagte Tim Weirich. Die Bauarbeiten seien aber so geplant worden, dass die größeren Einschränkungen vor allem in die verkehrsärmere Zeit – also wie aktuell in die Sommer- sowie in die Pfingstferien – fallen würden. Insgesamt müsse die Brücke noch zwei weitere Male voll gesperrt werden. Von Juni an bis voraussichtlich Oktober 2022 dauert der Brückenneubau. Das kostet knapp acht Millionen Euro. Die neue Brücke wird wenige Meter neben dem alten Bauwerk errichtet. Die alte Brücke aus dem Jahr 1946 wird erst abgerissen, wenn die neue steht.

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