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Wahlkampf

Unterschiede sind schwererkennbar

Die beiden Kontrahenten kennen sich seit 16 Jahren aus dem Gemeinderat, was nicht bedeutet, dass man auch freundlich miteinander umgeht. Trotzdem dauerte es über eine Stunde, bis sich die ersten Unterschiede herausarbeiteten.

In der Alten Kelter in Bietigheim: (von links) Oberbürgermeister Jürgen Kessing, Stephan Wolf, Leiter der Kreisredaktion, und Stephan Muck. Foto: Ramona Theiss
In der Alten Kelter in Bietigheim: (von links) Oberbürgermeister Jürgen Kessing, Stephan Wolf, Leiter der Kreisredaktion, und Stephan Muck. Foto: Ramona Theiss

Bietigheim-Bissingen. Beim Umgang mit den zukünftigen Gewerbeflächen kommt die Sache so langsam in Schwung. Während Stephan Muck die Gebiete mit kleinflächigem Gewerbe besiedeln und noch Flächen für die nächsten Generationen übrig lassen will, sieht Amtsinhaber Jürgen Kessing keinen Grund, den bisher gegangenen Weg zu verlassen. Man habe beispielsweise im Eichwald bei Sachsenheim einst Millionen Euro eingenommen, dieses Geld sei gut investiert. Für die Ansiedlung von Gewerbe sind beide Kandidaten, doch das Wie bleibt umstritten.

Ein Paradebeispiel für die zukünftige Ansiedlung von Gewerbe soll das neue Bogenviertel am Bahnhof sein. Hier ist vorgesehen, das Wohnen und Arbeiten unter einen Hut zu bringen. Das finden beide Kontrahenten einen vernünftigen Ansatz, sie unterscheiden sich nur in Details.

Überhaupt sind die zwei in vielen Dingen einer Meinung, sie formulieren ihre Forderung nur unterschiedlich. So verhält es sich auch bei einem der Hauptthemen – dem Verkehr. Einig ist man sich darin, dass Bietigheim-Bissingen mit täglich bis zu 50.000 Fahrzeugen, allein auf der Bundesstraße 27, stark belastet ist.

Während Jürgen Kessing auf die moderne städtische Rechenanlage zur Ampelsteuerung und auf eine Entscheidung des Gemeinderats in nächster Zeit hinweist, ist Stephan Muck in diesem Bereich ein wenig ungeduldiger. Er will möglichst schnell mehr separate Busspuren, will günstigere Bustickets einführen und die Radverbindungen verbessern.

Auch beim Thema Wohnen tun sich die Kandidaten schwer, die Unterschiede herauszuarbeiten. Beide wollen vor allem den bezahlbaren Wohnraum voranbringen. Jürgen Kessing erklärt, dass in der Stadt bereits ein Anteil von 60 Prozent der Bürger über ihr eigenes Wohneigentum verfügen würden, dies sei deutlich mehr als in anderen Städten.

Trotzdem sei man sich einig, dass die eigene Bürgerstiftung ihren Teil an bezahlbaren Wohnungen in den nächsten Jahren von 50 auf 100 erhöhen sollte, und auch die Bietigheimer Wohnbau als städtisches Tochterunternehmen sollte diesen Bereich des Wohnens deutlich erweitern.

Auch Stephan Muck lobt die Zusammenarbeit mit der Wohnbau, doch er weist darauf hin, dass Bietigheim-Bissingen weder München noch Berlin sei. Hier würden andere Probleme vorherrschen und auch diesen müsse Rechnung getragen werden.

Zum Abschluss mussten sich die Kandidaten noch gegenseitig einschätzen. Während Stephan Muck nur kurz darauf hinwies, dass er froh sei, dass der Pfälzer am Ende doch noch VfB-Fan geworden sei, wurde Jürgen Kessing ein wenig persönlicher.

Er lobte die Tätigkeit seines Gegenübers als Steillagenwengerter und Besenwirt. Und das solle auch so bleiben.

info: Ein Mittschnitt der Veranstaltung findet sich unter www.lkz.de.

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