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Lärmschutz

Verkehr bleibt das Hauptproblem

Bürgerinformation in der Kammgarnspinnerei – Geschwindigkeitsbeschränkung und Flüsterasphalt in der Diskussion

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Der Verkehr belastet die Bewohner in der Kammgarnspinnerei stark.Archivfoto: Alfred Drossel

Bietigheim-Bissingen. Der Ortsteil Kammgarnspinnerei hat ein Problem: Er liegt an der B 27 sowie zwischen Bietigheim und Besigheim. Das bedeutet eine Verkehrsbelastung von rund 30 000 Fahrzeugen am Tag. Die Situation ist nicht neu. Bei der vergangenen Bürgerinformation, in den Räumen der Eisenbahnfreunde, hatte der Oberbürgermeister auch erste Lösungsansätze im Gepäck, wie die Belastung aus dem Verkehr reduziert werden könnte.

„Wir haben inzwischen einen Lärmaktionsplan ausgearbeitet, bei dem ein Schwerpunkt auch auf der Kammgarnspinnerei liegt“, sagte Jürgen Kessing. Dieser Plan sieht drei Möglichkeiten vor: den Einbau eines sogenannten Flüsterasphalts, Lärmschutzfenster oder eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf der Ortsdurchfahrt.

Geht es nach dem Willen der Verwaltung und des Gemeinderats, soll die Geschwindigkeit nachts von 50 auf 30 Stundenkilometer gesenkt werden. Die Wirkung des Flüsterasphalts lasse jedoch schon nach einiger Zeit nach, später bleibe von der Verbesserung wenig übrig, so der Oberbürgermeister.

Und er musste wenig Wasser in den Wein gießen, denn am Ende entscheidet das Regierungspräsidium in Stuttgart über das weitere Vorgehen. Die Mittel aus diesem Fonds seien zudem beschränkt.

Bei den Bewohnern bleiben Zweifel, ob eine Geschwindigkeitsreduzierung der richtige Weg ist. Schließlich würden die Fahrzeuge am Ortsausgang stark beschleunigen, und das sei lauter als der Zustand zuvor.

Bei den Lärmschutzfenstern wies Kessing auf eine ganz Reihe an Voraussetzungen hin, die erfüllt werden müssen, bis es zu einer Förderung von maximal 75 Prozent kommt. Das Haus muss vor dem Jahr 1974 gebaut worden sein, außerdem darf es noch keine Lärmschutzmaßnahmen gegeben haben. Zudem muss der errechnete Lärmpegel über den Tag mindestens 70 dbA betragen. Und auch hier habe das Förderprogramm finanzielle Grenzen.

Probleme bereiten weiterhin die vielen Lieferfahrzeuge in der Kammgarnspinnerei. Wenn sie auf regulären Parkplätzen stünden, sei das nicht zu beanstanden, so die Verwaltung. Wenn sie allerdings den Verkehr behindern würden, sei dies strafbar. Der Ordnungsdienst werde daher in den nächsten Wochen verstärkt kontrollieren – sowohl in den späten Abendstunden als auch am frühen Morgen.